
- Georg Schramm - Hossa/de.wikipedia
Georg Schramm hat bald die Möglichkeit zum Bezug der vorgezogenen Altersrente. Doch es sieht nicht so aus, als wenn er sich zur Ruhe setzen will. Denn mit „Neues aus der Anstalt“ hat er ein neues Erfolgsmodell von Kabarett oder Comedy auf die Fernsehschirme gezaubert.
Die Lebensstationen von Georg Schramm
Georg Schramm kam 11. März 1949 in Bad Homburg vor der Höhe auf die Welt. Er machte sein Abitur und verpflichtete sich als Zeitsoldat bei der Bundeswehr. Es soll an der Heeresoffiziersschule wegen „charakterlicher Nichteignung“ einen Lehrgang nicht geschafft haben. Doch er schaffte noch seinen Offiziersgrad. Nach den Jahren beim Bund studierte Georg Schramm an der Ruhr-Universität in Bochum Psychologie. Der Diplom-Psychologe Schramm war von 1976 bis 1988 in einer Reha-Klinik für Neurologie am Bodensee tätig. Georg Schramm ist verheiratet und Vater von drei Kindern. Er lebt in Badenweiler im Markgräflerland.
Der Weg von Georg Schramm zum Kabarett
1983 hatte Georg Schramm seine ersten Auftritte mit dem Noie Para-Theater in Konstanz. 1985 folgten die ersten Schritte als Solist im Fach Kabarett. 1988 beendete er sein „bürgerliches Berufsleben“. Dann entwickelte er sich langsam, aber sicher zu einem der profiliertesten und inzwischen prominentesten Kabarettisten Deutschlands.
Der Kabarettist Georg Schramm
Georg Schramm pflegt und hegt das politische Kabarett. Er zählt wohl zu den scharfzüngigsten Vertretern dieses Faches in Deutschland. Seine spitze Zunge leiht er vorrangig drei Figuren, in die er bei seinen Auftritten gern schlüpft. Aber er hat auch noch ein paar andere Figuren in petto, die ebenso spitze Nachrichten verbreiten.
- Den alt gedienten Oberstleutnant Sanftleben, der als Presseoffizier und Kommunikationsbeauftragter täglich mit dem Leben konfrontiert wird, spielt er mit wirklicher Überzeugungskraft. Der Zuschauer spürt: das hat der Mann auf der Bühne wirklich gelernt.
- Ebenso überzeugend wirkt er als Rentner Lothar Dombrowski. Der einarmige und etwas aufmüpfige Mann bringt auf den Punkt, was das Volk so über „die da oben“ so denkt.
- In dem Drucker August, in dem sich Schramms Vater spiegeln soll, träumt ein Sozialdemokrat und Gewerkschafter von einer besseren, aber doch bereits vergangenen Zeit.
Gern misst Georg Schramm die herrschenden Zustände oder aktuelle Ereignisse an den klassischen Bildungsidealen, die das Bildungssystem den jungen Deutschen doch immer noch zu vermitteln sucht. Dabei macht er dann sehr oft erschreckend überdeutlich, dass Anspruch und Wirklichkeit oft meilenweit auseinander klaffen.
Georg Schramm als Fernsehstar
Georg Schramm war von 2000 bis 2006 gern gesehener ständiger Gast bei Dieter Hildebrandt in dessen erfolgreicher Fernsehsendung „Scheibenwischer“ im Deutschen Fernsehen. Diese Auftritte sorgten für seine bundesweite Popularität.
Nachdem Dieter Hildebrandt 2003 seinen Abschied vom Fernsehen nahm, gestaltete ein Trio aus Georg Schramm, Bruno Jonas und Mathias Richling den „Scheibenwischer“ gemeinsam. Mitte 2006 stieg Georg Schramm wegen konzeptioneller und persönlicher Differenzen beim Scheibenwischer aus.
Georg Schramms Abschied von der Mattscheibe währte nur wenige Monate. Denn seit Januar 2007 schlüpft er in die Rolle eines Patienten in einer psychiatrischen Anstalt. Gemeinsam mit Urban Priol, der den Anstaltsleiter mimt, wird der Irrsinn innerhalb und außerhalb der Anstaltsmauern aufs Korn genommen. Mit der Serie „Neues aus der Anstalt“ hat das ZDF seine Jahrzehnte der Abstinenz im Genre Kabarett aufgegeben und dabei gleich einen Volltreffer gelandet, dessen Einschaltquoten die des Konkurrenzproduktes Scheibenwischer locker erreichen. Wohl nicht zuletzt dank der Stammbesatzung Priol und Schramm. Denn die beiden schaffen es überzeugend, den in Ulk oder Humor verpackten Ernst der Lage deutlich zu machen.
Im Juni 2010 hatte Schramm seinen letzten Auftritt in der Anstalt. Er verabschiedete sich von dieser erfolgreichen Sendung, um seine eigenen Soloprogramme intensiver pflegen zu können.
Auszeichnungen für Georg Schramm
Georg Schramm wurde mit namhaften Kabarettpreisen des deutschsprachigen Raums geehrt. Darunter sind der Deutsche Kleinkunstpreis, der Salzburger Stier und der Schweizer Kabarettpreis Cornichon. Gemeinsam mit Urban Priol heimste er den Deutschen Fernsehpreis 2007 ein.
Der Buchautor Georg Schramm
2007 erschien „Lassen Sie es mich so sagen – Dombrowski deutet die Zeichen der Zeit“. In diesem Werk beleuchten Texte aus seinen Programmen seit 1983 die deutsche Zeitgeschichte.
Mehr von und über Georg Schramm
Die Internetseite von Georg Schramm bietet weitere Einblicke in das Wirken von Georg Schramm und natürlich auch eine aktuelle Übersicht seiner Auftritte.
