Der Kakapo (Strigops habroptilus) ist einer der interessantesten und einmaligsten Vögel auf der Welt. Ausschließlich in Neuseeland beheimatet, lässt ihn eine Reihe außergewöhnlicher Merkmale besonders liebenswert auftreten, was leicht über seine alarmierende Situation hinwegtäuscht. Heute existiert nur noch die erschreckend geringe Anzahl von 122 Tieren (Stand: 16. Juli 2010). Die Arterhaltung der seltenen Papageien durch Schutzprogramme ist eine dringende Notwendigkeit angesichts ihrer tragischen Lage.

Die Traurige Vergangenheit der Papageien – der Mensch als Zerstörer

Das komplizierte Balz- und Brutverhalten der Kakapos lässt es kurios erscheinen, dass die Vögel überhaut so lange existieren konnten. Doch der Mensch ist zweifelsohne der Hauptschuldige, der diese Art an den Rand des Aussterbens gebracht hat. Früher waren hunderttausende der Vögel in Neuseeland beheimatet, heute leben noch kaum mehr als 100 Tiere. Bevor die Menschen die Insel erreichten, hatten sie keine natürlichen Feinde zu fürchten. Nach dem Eintreffen der ersten polynesischen Auswanderer (um 1300), welche die Vögel wegen ihres Gefieders und des Fleisches jagten, waren die Kakapos trotzdem bis Anfang des 19. Jahrhunderts immer noch weit verbreitet. Erst mit dem Eintreffen der europäischen Siedler um 1840 brach die Art zusammen, weil sie die Vögel nicht nur jagten, sondern auch Buschfeuer legten, um Weideflächen und Äcker zu schaffen. Am schlimmsten jedoch war die Einführung von Ratten, Katzen, Hunden, Frettchen und Wieseln, die mühelos Eier, Küken oder ausgewachsene Tiere angriffen. Die Kakapos wurden zu einer leichten Beute, da sie nie die Notwendigkeit kannten, sich zu verteidigen oder zu flüchten, wenn sie einem Feind gegenüberstanden.

Das Kakapo Recovery Programm zur Arterhaltung

Mark Carwardine, ein britischer Zoologe, beantwortet in seinem Buch „Die Letzten ihrer Art“ die Frage darüber, warum die Kakapos gerettet werden müssen: „Jedes Tier und jede Pflanze ist ein wesentlicher Teil unserer Umwelt […] Wenn sie verschwinden, so verschwinden auch viele andere Arten. […] Die Welt wäre ein ärmerer, dunkler und einsamer Ort ohne sie.“

Ohne Hilfe wären die Kakapos bereits ausgestorben. Während den 70er Jahren waren nur noch ein paar isolierte Exemplare auf der Südinsel Neuseelands bekannt. Aus diesem Grund startete 1990 das Kakapo Recovery Programm. Die Umsiedlung der überlebenden Vögel auf vorgelagerte Inseln half dabei, sichere Lebensräume zu finden. Das Projekt wird von dem DOC („Department of conservation“) mit der Hilfe von „Kakapo Rescue“ und der königlichen Gesellschaft zum Schutz der Vögel bewerkstelligt, welche sich sowohl um die Forschung und die Arbeit vor Ort kümmern, als auch um die Aufklärung der Menschen über die Notlage der bedrohten Tiere.

Ziele und erste Erfolge des Kakapo Recovery Programms

Vor dem Start des Recovery Programms lag die Anzahl der überlebenden Tiere unter 50 Exemplaren. In manchen Jahren stagnierte die Gesamtzahl der Population, da es keine Nachkommen gab oder sogar Todesfälle eintraten, während in anderen eine große Anzahl von Jungtieren erfolgreich ausgebrütet wurde. Das bislang fruchtbarste Jahr der Nachzucht war 2009, in dem ein Rekord von 33 Küken aufgezogen werden konnte, davon 20 Tiere männlich und 13 weiblich. Das Ziel für die Zukunft ist, eine sich selbst erhaltende eigenständige Population in einem geschützten Gebiet zu etablieren. Dennoch handelt es sich um ein schwieriges Unterfangen die Kakapos zu retten. Die Weibchen werden erst ab einem Alter von 6 Jahren geschlechtsreif und wenn die Vögel sich nicht vollständig wohlfühlen, pflanzen sie sich nicht fort. Unglücklicherweise verursachen zudem bakterielle Infektionen viele Verluste. Es ist ein harter und mühseliger Weg, aber das Kakapo Recovery Programm hilft den Papageien sich zwar langsam, aber stetig zu vermehren.

Die Kakapos, wie viele andere bedrohte Tierarten, sind ein alarmierendes Exempel für unsere eigene Verantwortungslosigkeit. Es ist unsere dringende Aufgabe uns um unsere Erde und all die darauf lebenden Geschöpfe zu kümmern.