Weihnachten ist ein Fest der Gerüche: Der Duft von Tannenzapfen und Lebkuchen, Kerzen und Mandarinen, Schnee und Bratäpfeln liegt in der Luft. Am Weihnachtstag kommt noch ein himmlisches Aroma aus der Küche dazu: Gänsebraten! Doch damit er gut riecht und, natürlich, noch besser schmeckt, bedarf es einiger Vorbereitung. Nur Mut, es ist gar nicht so schwer.

Die perfekte Gans kaufen

Stellen Sie sicher, dass Ihre Gans vor dem finalen Abgang eine glückliche Zeit verbracht hat, vorzugsweise in Freilandhaltung. Verschiedene, europaweit geregelte Bezeichnungen wie „Auslaufhaltung“ oder „Ökologische Tierhaltung“ vereinfachen die Auswahl. Nicht nur moralische Gründe sprechen dafür: Tiere aus artgerechter Haltung verfügen über besseres, schmackhaftes Muskelfleisch und wenig Fettgewebe. Um Ihnen unnötige Arbeit zu ersparen, sollte die Gans bereits gerupft und ausgenommen sein.

Hand oder Löffel – So wird die Gans gefüllt

Bevor Sie sich beherzt an die Füllung machen, kontrollieren Sie die Gans noch einmal auf Federkiele. Diese müssen vor der Füllung mit einer Pinzette entfernt werden. Für das Befüllen der Gans mit einer Mischung aus Brötchen, Speck, Äpfeln, Majoran und Beifuß gibt es zwei Methoden: Entweder greifen Sie sich Ihren Braten und schieben die Füllmaße schwungvoll per Hand hinein oder Sie stellen die Gans aufrecht in einen Topf, nehmen zwei Löffel zur Hilfe und füllen den Braten auf diese Weise.

Über Kreuz und dann verknoten – Die Gans wird verschnürt

Nun ist die Füllung endlich drin und nun soll sie da bitte auch bleiben, richtig? Dann nehmen Sie ein paar Zahnstocher und ein Stück Küchengarn zur Hilfe: Die hölzernen Spieße durch die Haut stechen und das Garn wie einen Schnürsenkel über Kreuz dazwischen binden. Die Öffnung ist verschlossen und die Füllung sicher.

Als nächstes wird die Gans dressiert, also fachmännisch verschnürt: Dazu die Gans auf den Rücken legen, die beiden Flügelspitzen nach hinten biegen und unter den Rücken stecken. Achten Sie darauf, dass die Flügel richtig straff anliegen. Nun die Gans so zusammendrücken, dass die Brust sich herauswölbt und die Keulen vorne verschnüren. Schenken Sie dem Dressieren große Aufmerksamkeit: Abstehende Keulen können leicht verbrennen. Und dann ab in den Ofen (220°/200° Umluft/ Gas Stufe 4 für ca. vier Stunden) damit!

Kampf den Kielen – Die Gans wird nachgezupft

Obwohl Sie sorgfältig kontrolliert haben, können noch weitere Federkiele in der Haut des Weihnachtsvogels stecken. Nach ungefähr 30 Minuten im Ofen zeigen sich diese letzten Übeltäter, die unbedingt entfernt werden müssen, um sie nicht später auf dem Teller wieder zu finden. Gehen Sie also noch mal mit der Pinzette an die Arbeit, aber Vorsicht: Heiß!

Gegen die Langeweile – Die Gans wird gedreht

Einen Vier-Kilo-Braten zu wenden ist kein Zuckerschlecken und falls Sie sich die Arbeit ersparen wollen hier ein erneuter Tipp: Bratschlauch! Funktioniert perfekt und erspart nicht nur das Drehen, sondern auch das Übergießen. Aber wie langweilig wäre das? Ziehen Sie sich also dicke Topfhandschuhe an und legen Sie ein Stück Alufolie über den Braten, um sich vor Verbrennungen zu schützen. Nun mit einem beherzten Schwung den Vogel samt Folie drehen. Geschafft! Zurück in den Ofen damit. Kurz vor dem Ende der Bratzeit können Sie die Gans mit Salzwasser bepinseln um eine schöne braune und gewürzte Haut zu erreichen.

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