Der Kleinbus Garant 30K

Garant LF-LKW-TS8-STA - © halmackenreiter / Pixelio.de
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Die damaligen Busse waren weit entfernt von dem Komfort der heutigen Busse. Aber sie konnten Personen schnell an andere Orte befördern.

Der Garant-Bus war ebenso wie seine Granit-Vorläufer eine Entwicklung, die direkt von den Zittauer Lastkraftwagen abgeleitet worden ist. Beim Wechsel der Typenbezeichnung von Granit auf Garant änderte sich im Aufbau wenig. Die Karosseriewerke in Halle fertigten den Omnibusaufbau in Gemischt-Bauweise. Auf den Fischbauchrahmen kam ein Holzskelett. Darauf wurde die Blech-Verplankung angebracht. Diese kleinen Busse dienten für den Transport im Werks- sowie im regionalen Bedarfsverkehr und auch für Ausflugsfahrten. Für Fahrten der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften aufs Feld oder im Einsatz als Schulbus und für Brigadeausflüge hatte dieser Bus die richtigen Ausmaße. Das Phänomenwerk in Zittau hatte sehr viel Erfahrung mit dem Bau von leichten Lastkraftwagen. Bereits Anfang der 1930er-Jahre kamen LKW-Modelle mit 1,5 und 2,5 Tonnen Nutzlast heraus. Eine beschränkte Zahl, der insgesamt 26.000 Fahrzeuge wurde als Bus ausgeliefert. Der Garant Bus wurde durch das Frontlenkermodell Robur abgelöst.

Die technischen Daten des Fahrzeuges

Der Bus Robur Garant 30K hat einen Vierzylinder Reihen-Ottomotor. Der Hubraum beträgt 3000 Kubikzentimeter. Er hat eine Leistung von 44 KW und 60 PS bei 2800 Umdrehungen pro Minute. Er wird durch Luft gekühlt. Die Lichtmaschine hat zwölf Volt bei 130 Watt. Die Kraftübertragung erfolgt über die Hinterachse. Das Fahrzeug hat eine Einscheiben-Trockenkupplung und ein unsynchronisiertes Viergang-Schaltgetriebe. Die Lenkung erfolgt mechanisch über eine Schnecke. Der Bus hat hydraulische Allradbremsen. Er besitzt einen U-Profil-Rahmen, einen sogenannten Fischbauchrahmen sowie Starrachsen vorn und hinten.

Weiterhin hat dieser Kleinbus Blattfedern vorn und Blattfedern mit Zusatzfedern hinten. Die Spurweiten betragen vorn 1.500 und hinten 1.450 Millimeter. Das Fahrzeug ist 6.100 Millimeter lang, 2.080 Millimeter breit und 2650 Millimeter hoch. Die Hinterräder sind doppelt bereift. Das Leergewicht beträgt 2.980 Kilogramm bei einer Nutzmasse von 1.300 Kilogramm. In diesem Bus haben 14 Fahrgäste Platz. Dazu kommen noch drei Notsitze. Dieser Bus schafft eine Höchstgeschwindigkeit von 85 Kilometer pro Stunde. Auf dem Dach befindet sich ein Gepäckträger mit Plane für 150 Kilogramm Gepäck und am Heck ist eine Aufstiegsleiter zur Beladung. Der Kofferraum im Fahrzeug ist sehr winzig und reicht nur für kleines Handgepäck.

Die verschiedenen Varianten des Granit / Garant

Das Fahrzeug wurde erstmals als Phänomen Granit 30K auf der Leipziger Herbstmesse 1953 gezeigt. Es besaß gegenüber dem Vorgängermodell einen größeren und stärkeren 3-Liter Vergasermotor. Das K stand für kopfgesteuert. Für ein Sonder-Kraftfahrzeug-1 war der Granit 30K die Grundlage. Es war das Einzige in der DDR in Serie gefertigte Panzerfahrzeug. Es diente der Volkspolizei und den Kampfgruppen. Der Phänomen Garant 32 war dann eine Version mit luftgekühltem Dieselmotor. Für ein geländegängiges Zugfahrzeug wurde ab 1953 der Granit 30KA entwickelt. Im Karosseriewerk in Halle entstand auf dem Fahrgestell des Garant 30K der Rettungswagen RTW.

Dieses Fahrzeug hatte eine besondere Stoßdämpfung und eine spezielle Federung. Ab 1956 wurde der Bus Garant 30K VW/B 18 produziert. Die Typenbezeichnung VW/B 18 bedeutet verlängerter Radstand, Fahrgestell mit Windlauf und 18 Sitzplätze. Auf der Grundlage des Phänomen Granit 30KA wurde dann das Löschgruppenfahrzeug LF-TS 8 gebaut. Die Aufbauten wurden im VEB Feuerlöschgerätewerk Görlitz hergerstellt. Das Fahrzeug war mit Sauerstoffschutzgeräten und Tragkraftspritzen ausgerüstet. Danach kam das Allrad- Feuerwehrlöschfahrzeug LF-LKW-TS 8-STA. Dieses Fahrzeug ist vom Grundaufbau ein Pritschenfahrzeug mit Spriegel und Plane.

Die Entwicklungsgeschichte des Phänomenwerk in Zittau

Dieses Werk hatte den Krieg ohne größere Schäden überstanden. Im Mai 1945 wurden Maschinen und Einrichtungen durch die sowjetischen Besatzer demontiert. Wegen eines Volksentscheides in Sachsen, wurde das demontierte Phänomen-Werk in Zittau, Volkseigentum. Bis 1947 diente das Werk für Reparaturen und stellte Stationärmotoren her. Nach der Enteignung erhielt das Werk den Namen, Phänomen Werke Zittau. Ab 1948 bekam das Werk den Namen, IFA Vereinigung Volkseigene Fahrzeugwerke, Werk Phänomen Zittau. Im Jahre 1950 verlassen die ersten Granit-Fahrzeuge das Werk. Ab 1954 begann die Serienfertigung des Granit 30K und 1956 sorgte ein verlorener Prozess mit dem Alteigentümer, Rudolf Hiller, für den Verlust des Firmenamen Phänomen und der Fahrzeugtypbezeichnung Granit. Der neue Werksname lautete, VEB Robur-Werke Zittau. Die Typenbezeichnung wurde von Granit in Garant geändert. Ab 1971 begann die Serienproduktion für das Fahrzeug LO3.000.

Phänomenwerk Gustav Hiller AG

Karl Gustav Hiller wächst in einer Zimmermeisterfamilie auf. Er wird 1988 der Gründer der Phänomenwerke und beginnt mit der Herstellung von Heft- und Schneidmaschinen und danach mit der Produktion von Fahrrädern. Im Jahre 1898 wird Gustav Hiller Alleininhaber und firmiert unter den Namen „Phänomen“. Das erste Phänomen Motorrad verlässt 1903 das Werk. 1914 wurde der frühere Werksname in Phänomenwerke Gustav Hiller GmbH Zittau, umgewandelt. Nach einem Brand und der fast völligen Zerstörung des Werkes, wird es in den Jahren 1920 bis 1923 wieder aufgebaut. Inzwischen hat der Sohn, Rudolf Hiller, das Werk übernommen. Es wird die Produktion von Fahrrädern und Motorrädern wieder begonnen. Im Jahre 1931 beginnt die Serienfertigung des 1,5 Tonners, LKW Phänomen Granit 25 und später des Granit 30. In den Jahren 1941 bis 1945 wurde der LKW Granit 1.500 produziert. In Spitzenzeiten arbeiteten in diesem Werk bis zu 9.000 Menschen. Dies war ein Drittel der Bevölkerung von Zittau.

Der notwendige Komfort eines heutigen Reisebus

Neben sogenannten Werbefahrten, die als "Kaffeefahrten" getarnt sind, werden heute Busreisen in fast alle Länder und in allen Ländern angeboten. Auf solch langen Fahrten muss jeder Reisebus schon einiges bieten. Die Menschen sind bequemer geworden. Die demographische Entwicklung wirkt sich auch auf den Reisekomfort der Busse aus. Ein Reisebus ohne bequeme Sitze, ausgestattet mit Bordküche, mehreren Fernsehgeräten und einer Innentoilette, kann man sich heute kaum noch vorstellen. Die Reisebusse sind meist mit zwei Fahrern belegt. Die Fahrer haben zu ihrem Unternehmen Funkverbindung und im Fahrzeug befindet sich ein Navigationsgerät, welches die genaue Fahrstrecke zeigt und ansagt. Dabei sollte sich kein Kraftfahrer nur auf sein Navigationsgerät verlassen.

Quellen:

  • Rolf Gescheidle-FachKunde Kraftfahrzeugtechnik- Verlag Europa Lehrmittel
  • Herrmann- Neue Kraftfahrzeugkunde - VEB Fachbuchverlag Leipzig
  • Peter Illing- Kraftfahrzeugelektrik – VEB-Verlag Technik Berlin
  • Ralf Kinkel-Deutsche Autos-Motorbuchverlag Stuttgart

Nachweis der Bilder: Bild 1 halmackenreiter © / Pixelio.de * Bild 2 jjospewo © / Pixelio.de * Bild 3 C.Nöhren © / Pixelio.de * Bild 4 Richard © / Pixelio.de * Bild 5 Markus Hein © / Pixelio.de

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