Verwendung finden hauptsächlich die Blätter des in ganz Europa vorkommenden Rosengewächses. Aber auch die Wurzeln ergeben eine Würze, die ihrem Braten oder Salat einen ungewöhnlichen, pikanten Geschmack verleihen.

Der Kleine Wiesenknopf gehört zur Familie der Rosengewächse

Der Kleine Wiesenknopf (Sanguisorba minor) ist eine Pflanzen-Art aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae), Unterfamilie Wiesenknopfgewächse (Sanguisorba). Andere Namen sind Falsche oder Welsche Pimpinelle, kleine Braunelle oder Wiesenbecherblume.

Das ausdauernde Kraut wird zwischen 30 und 50 Zentimeter hoch und hat einen dunkelbraunen, verholzenden Wurzelstock. Oft gehen mehrere schlanke, gerillte, kahle oder nur am unteren Teil behaarte Stengel aus einem Wurzelstock hervor. Die grundständigen Blätter sind langgestielt und unpaarig gefiedert. Anfangs sind die kleinen kugeligen Blütenknöpfchen grün, später laufen sie dann rötlich an. Die unteren Blüten sind männlich, die oberen weiblich und die mittleren häufig zweigeschlechtlich. Erst öffnen sich die unteren, dann die oberen Blüten.

Der Kleine Wiesenknopf wächst wild fast überall

Der Kleine Wiesenknopf ist fast überall zu finden, an trockenen Plätzen findet man ihn gelegentlich häufiger. Er wächst auf Wiesen (sofern sie nicht gedüngt werden), Bahndämmen, Weiden, an Weg- und Ackerrändern, in Kleeäckern und auf sonnigen Hügeln. Wem das Sammeln zu mühsam ist, der kann die Pflanze auch in seinem Garten kultivieren.

Tipps für den Gartenanbau des Kleinen Wiesenknopfes

Besonders geeignet für den Gartenanbau ist sandiger und kalkhaltiger, nicht zu feuchter Boden. Gesät wird im April in einem Reihenabstand von etwa 30 Zentimeter. Schon nach 15 bis 30 Tagen erfolgt die Keimung erster Pflanzen. Die Pflanze kann ohne Ertragsverluste mehrere Jahre auf ihrem Standort stehen bleiben. Auch zum Anbau in nicht zu kleinen Blumenkästen ist der Kleine Wiesenknopf geeignet.

Sammeltipps

Gesammelt werden die Blätter kurz vor der Blüte, die von Mai bis August stattfindet. Für die Verwendung in der Küche können die Blätter den ganzen Sommer hindurch gepflückt werden. Durch frühes Entfernen der Blütenstengel kann man das Blätterwachstum fördern.

Man zupft bei der Ernte die Blätter einzeln ab. Bei ganz jungen Pflanzen können Sie auch die Stiele dazu nehmen. Die Würzkraft ist bei frischen Blättern am stärksten, die Blätter können aber auch getrocknet werden.

Verwendung als Küchengewürz

Wegen ihres würzigen, gurkenähnlichen Geschmacks schmecken die kleingehackten frischen Blätter besonders gut als Beigabe zu Salaten und Rohkost. Aber auch in Kräutersuppen, Kräutersoßen (er ist Bestandteil der „Hessischen oder Frankfurter Grünen Soße“) und auf rohe Tomaten oder gekochte Eier gestreut ist der Kleine Wiesenknopf ein besonderes geschmackliches Erlebnis. Auch für Fischgerichte (besonders in der Hamburger Aalsuppe) sind die Wiesenknopf-Blätter eine ausgezeichnete Würze, die aber nie mitgekocht, sondern erst zum Schluß zugegeben werden sollten.

Die im Herbst ausgegrabenen und getrockneten Wurzeln ergeben eine schmackhafte Würze zu Braten und Salaten.

Heilwirkungen des Kleinen Wiesenknopfes

In der Homöopathie und der Medizin wird der Kleine Wiesenknopf bei Blutungen eingesetzt. Die Volksheilkunde nutzt die Pflanze außerdem als Mittel gegen Darmbeschwerden und gegen Würmer. Äußerlich eignet sich das frische Kraut als Umschlag zur Stillung von Blutungen.

Es lohnt sich also, dem Kleinen Wiesenknopf zumindest einen kleinen Platz in der Küche und im Garten einzuräumen.

Quellen:

  • Bernhard Hörmann: Deutsche Gewürzpflanzen 2 G. Franz'sche Buchdruckerei, München
  • Diverse Fachartikel