Der Kölner Dom ist eine nie endende Baustelle

Der Kölner Dom hat schon allerlei miterlebt: Krieg, Brand und Bomben. Aufgrund des Interesses der Menschen, die ihn flicken, steht er trotzdem heute noch.

Wer auf der Kölner Domplatte steht, blickt an einem gigantischen Bauwerk empor: dem Kölner Dom. Der Platz, auf dem die Touristen heutzutage verzweifelt versuchen, sich und den kompletten Kölner Dom auf ein Foto zu bekommen, war in spätrömischer Zeit der erste Treffpunkt der Christen. Eine Menge anderer Kirchen wurden in der Nähe dieses Platzes gebaut und abgerissen, bevor der Kölner Dom entstanden ist. Seine Vorgänger wurden immer größer, wie zum Beispiel der karolingische Dom. Anfangs bestand er abgesehen von dem Hauptgebäude aus zwei Querhäusern – eins pro Ende – und einem Chor. Erzbischof Bruno aber fügte im Norden und im Süden je ein Seitenschiff hinzu. So blieb der Dom bis ins 13. Jahrhundert stehen.

Die Anfänge des Kölner Doms

Um den gotischen Dom zu bauen, musste der Alte Dom abgerissen werden. 1248 brannte der Bau ab, weshalb die Westteile anschließend provisorisch wiederhergestellt werden mussten, damit die Messen im Dom weiter stattfinden konnten. Im Jahr 1322 konnte der gotische Dom dann aber letztendlich eingeweiht werden. Die Ausgestaltung des Ostchors wurde dem Weiterbau des Doms vorgezogen. Anschließend waren die Seitenschiffe des Langhauses und schließlich die Stockwerke des Südturms an der Reihe. Bis 1530 wurde noch weitergebaut und vor allem ausgeschmückt, doch aufgrund Geldmangels wurde der Bau gestoppt. Ab ungefähr 1791 bis 1801 wurde der Dom nicht mehr als Gotteshaus, sondern eher als Lagerraum oder zu anderen profanen Zwecken genutzt. Dies lag daran, dass zu dieser Zeit die Revolutionstruppen in Köln einmarschierten und Erzbischof mit Domkapitel flohen.

Zerstörung und Errichtung

Das Desinteresse dem Dom gegenüber sank und die Begeisterung stieg, sodass 1842 der Dom wieder weitergebaut wurde. Zwar wurde nach mittelalterlichen Vorstellungen, aber mit modernster Bautechnik gebaut. 1864 wurden die Fertigstellung beider Querhausfassaden und die Obergnadenzone vom Langhaus und Oberquerschiff gefeiert. Die Türme wurden 16 Jahre später festgestellt. 1945 erlitt der Kölner Dom einen Schicksalsschlag: 14 schwere Fliegerbomben schlugen in ihn ein. Wiederherstellung war zwar nötig, doch dafür überlebte er den Zweiten Weltkrieg. Eine Marke, die ihm der Krieg verpasste, sind nicht nur die Zerstörungen, die bis heute nicht repariert wurden, sondern vor allem der moderne Vierungsturm. Aufgrund aller Geschehnisse und immer nötigen Reparaturen wird der Kölner Dom auch als 'die ewige Baustelle' bezeichnet.

Die Touristenattraktion mit vielen Fenstern und Glocken

Heute ist der Kölner Dom die wichtigste Touristenattraktion Kölns. Mit seinen zahlreichen Glasmalereien in den Fenstern, welche während ungefähr 750 Jahren entstanden, begeistert er tausende von Menschen. Die meisten der Fenster befinden sich noch an ihren ursprünglichen Stellen. Mit den Heiligen und anderen biblischen Gestalten, die im Zusammenhang mit Heilsgeschichten oder anderen biblischen Ereignissen abgebildet sind, sind sie ein wichtiger Aspekt des Doms. Wichtig sind auch die Domglocken, vor allem die größte Glocke, die auch als „Petersglocke“ bezeichnet wird oder von den Kölnern „Der dicke Pitter“ genannt wird. Vor dem Ersten Weltkrieg hing an ihrer Stelle die Kaiserglocke, welche in ihm eingeschmolzen war. Außer dieser sind im Kölner Dom auch das älteste erhaltene Geläute des Abendlandes, nämlich die Angelusglocke und die Wandlungsglocke vorhanden.

Die Grabmale

Da gerade in der Anfangszeit die Heiligen und wichtigen Bischöfe in dem Dom beerdigt wurden, findet man dort heute viele Grabmale und Epitaphien. Im Mittelalter galt die Bestattung im Chor des gotischen Doms als Privileg des Verstorbenen. Im Eingangsraum sind die Grabplätze in den Fußboden in Form von Inschriften eingemeißelt. Die Beerdigung im Kirchenraum wurde seit der Spätantike oder Karolingerzeit verboten.

Es besteht die Möglichkeit, den Kölner Dom von November bis April von 6:00 Uhr bis 19:30 Uhr und von Mai bis Oktober bis 21 Uhr zu besichtigen. Eine Besteigung des Turms ist allerdings nicht immer erlaubt. Die Preise sind mit einem Preis von drei Euro pro Erwachsenem und für Schüler oder Studenten 1,50 Euro akzeptabel.

Quelle:

Offizielle Website des Kölner Doms

Santana Overath - Seit 2008 studiere ich an der Universität Mannheim das Kernfach Germanistik und das Beifach Hispanistik. Mein vorausgesehener ...

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