Der Kölner Krippenweg

Weihnachtskrippe - Sabine Schmidt
Weihnachtskrippe - Sabine Schmidt
Dieses Jahr gibt es zum 16. Mal im ganzen Stadtgebiet verteilt über 100 Exponate internationaler Krippenkunst zu entdecken.

Die Weihnachtskrippe, wie sie heute bekannt ist, verbindet die Bilderwelt der Adventszeit mit dem Dreikönigsfest. Sie ist Teil der Verkündung der christlichen Weihnachtsbotschaft und gehört somit zum traditionellen Brauchtum. Schließlich ist die Grundlage des Weihnachtsfestes die Weihnachtsgeschichte – und damit die Geburt Christi.

Gründung des Vereins der Krippenfreunde

Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts – im Jahr 1925 - haben sich krippeninteressierte Menschen zur „Landesgemeinschaft der Krippenfreunde in Rheinland und Westfalen e.V.“ zusammengeschlossen: Rudolf Knapstein, der heutige Vorstand der Krippenfreunde, erinnert sich noch gut an Erzählungen aus dieser Anfangszeit – sein Vater war einer der Mitbegründer. Er selbst habe schon quasi mit der Muttermilch das Interesse an die Krippenarbeit aufgenommen und sei auch seit seiner Jugend fest involviert gewesen. Zu den Mitgliedern dieses Traditionsvereins zählen Krippenbauer, Sammler, Künstler, Museumsfachleute, katholische und evangelische Geistliche, und natürlich auch Krippenbesucher. Die Aufgaben, die sich die Krippenfreunde selbst gesetzt haben, sind vielfältig. Eine Hauptaufgabe sieht Rudolf Knapstein aber in der Beratung beim Krippenbau und deren künstlerischer Gestaltung. So stehen im Mittelpunkt beispielsweise solche Fragen: Warum stehen Ochs und Esel an der Krippe? Warum hat der Josef einen blühenden Stab? Warum ist der Stern ein Doppelstern?

Entstehung des Kölner Krippenweges

Um aber nicht nur die Künstler und Krippenbauer zu erreichen, sondern auch das breitere Publikum, wurde 1996 im Rahmen des Weltkrippenkongresses der erste Kölner Krippenweg eingerichtet. Damals war eigentlich eine große Krippenausstellung in einem einzigen großen Raum geplant, aber dem Verein der Krippenfreunde fehlte dazu das Geld. So wurde aus der Not eine neue Idee geboren, so Rudolf Knapstein. Die Idee war eine Kooperation mit Kölner Geschäftsleuten, sowie kulturellen und kirchlichen Einrichtungen – daraus entstand das Konzept, das sich auch im heutigen Krippenweg wiederfindet: Die Krippen sind aufgestellt an öffentlich zugänglichen Standorten in ganz Köln - in Schaufenstern von Geschäften, in kulturellen und kirchlichen Institutionen, auf den Weihnachtsmärkten und selbstverständlich auch in zahlreichen der Kölner Kirchen. Bei einer stattlichen Zahl von diesjährig 109 Krippen, kann man in einer Führung von rund zwei Stunden natürlich nicht alle ablaufen. Deshalb werden durch den Krippenweg, laut Rudolf Knapstein, nur solche Exponate ausgewählt, die einen besonderen „Touch“ haben und sich somit von der Menge abheben. Am Beispiel dieser Besonderheiten erklären die Krippenführer die verschiedenen Symbole, die sich in den Krippen finden lassen. Gemeinsamkeiten und Unterschiede gibt es viele - bei dieser Mischung von traditionellen Weihnachtskrippen aus verschiedenen historischen Epochen, zeitgenössischen Künstlerkrippen und volkstümlichen Weihnachtsdarstellungen aus vielen Kulturen. Dennoch lassen sie sich grob in zwei Kategorien einteilen, so Rudolf Knapstein: in die traditionell orientalische und die Heimatkrippe. Bei letzterer werden die Hirten von damals durch Menschen von heute – aus dem alltäglichen Umfeld gegriffen -, ersetzt. Was bleibt ist das Warten, die Essenz der Adventszeit: Advent, lateinisch Adventus, bedeutet Ankunft. Die Adventszeit ist die Zeit des Wartens auf Weihnachten, auf die Geburt Christi.

Die Stationen des diesjährigen Kölner Krippenweges können noch bis zum 6. Januar, also bis zum Dreikönigstag, besichtigt werden.

Quelle: Landesgemeinschaft der Krippenfreunde in Rheinland und Westfalen e.V.

Christina Helm, Christina Helm

Christina Helm - Magister Artium (M.A.) in systematischer Musikwissenschaft, Kunstgeschichte und Klassischer Literaturwissenschaft. Freie ...

rss