Der deutsche Naturschutzbund e.V. (Nabu) und der Landesbund für Vogelschutz in Bayern haben den Kormoran zum Vogel des Jahres 2010 gewählt. Seitdem sich dieser an deutschen Küsten, Seen und Flüssen im Laufe der letzten Jahre wieder mehr ausgebreitet hat, ist vielerorts die Jagd auf den Fischfresser so stark eröffnet worden, so dass seine Art hierzulande nun wieder als bedroht gilt. In Deutschland lebt er an den Küsten und weiter südlich etwas seltener vorkommend auch an Seen und Flüssen. In Europa ist er auch in Skandinavien, Großbritannien, im Mittelmeerraum und Frankreich zu finden. Auch in Asien, Afrika, Australien, Neuseeland und Grönland gibt es Kormorane. Hauptgrund für die Jagd ist dieser, dass sie als Nahrungskonkurrent des Menschen gelten und vereinzelt ganze Teiche und Seen leer fischen sollen.

Der Kormoran - ein Verwandter von Tölpel und Pelikan

Der Kormoran (Phalacrocorax carbo) ist ein etwa 90 Zentimeter großer Schwimmvogel. Seine Flügel können eine Spannweite von bis zu 1,5 Metern haben. Er hat einen kräftigen Schnabel mit Hakenspitze. Kormorane sind Verwandte der Tölpel und Pelikane und haben ähnlich wie diese Schwimmhäute zwischen den einzelnen Zehen. Die Vögel sind schwarz und haben einen weißen Hüftfleck. Ihr Gefieder glänzt bei Sonne bläulich oder grünlich. Jungvögel sind bräunlich, und der Bauch ihres Federkleids ist weiß. Ihre Laute sind ein kehliges "krrok krrok". Die Männchen sind etwas größer als die Weibchen. Ihr Körpergewicht bewegt sich zwischen 1975 und 3180 Gramm.

Häufig sitzen die großen Vögel auf Molen, Felsen oder anderen stark erhöhten Plätzen am Wasser. Hier trocknen sie ihr Gefieder, das beim Schwimmen nass geworden ist. Dazu breiten sie ihre beiden Flügel weit aus. In Mitteleuropa unterscheidet man zwischen der Festlandrasse (P.c. sinensis) mit zur Brutzeit grauweiß gefärbten Kopf und der Atlantischen Rasse (P.c. carbo), die vor allem an den Britischen Küsten vorkommt.

Der Kormoran - ein Fischer

Das Hauptnahrungsmittel von Kormoranen sind Fische. Die Jagd erfolgt tauchend und wird zumeist von einem kleinem Sprung vom Festland aus eingeleitet. Dabei tauchen die Kormorane bis zu drei Meter tief und können bis zur einer Minute lang unter Wasser bleiben. Unterhalb des Wassers bewegen sie sich mit den Füßen, die Beute wird mit dem Schnabel hinter den Kiemen gepackt. Die Fische haben zumeist eine kleine bis mittelgroße Größe. Am Meer kommt es vor, dass Kormorane auch Krabben oder Garnelen zu sich nehmen.

Brutverhalten der Komorane

Gebrütet wird in großen Kolonien, diese können an einigen Standorten mehrere Tausend Brutpaare umfassen. Um ihren Nachwuchs aufzuziehen, bauen sie große Nestmulden, am Meer vor allem aus Tang auf Klippen, im Binnenland auf Ästen oder Bäumen. Erstmals beginnen die Kormorane im Alter von drei Jahren zu brüten. In der Brutzeit führen sie eine monogame Saisonehe. Im Normalfall besteht eine Brut aus drei bis vier Eiern, manchmal werden es etwas mehr. Sie sind länglich-oval und hellblau. Sowohl Weibchen als auch Männchen brüten. Die Brutzeit beträgt 23 bis 30 Tage. Versorgt wird der Nachwuchs mit hochgewürgten kleinen Fischen. Bis zu 13 Wochen lang werden die Jungvögel von ihren Eltern versorgt, bis sie selbst beginnen zu jagen. In Deutschland leben nach Schätzungen derzeit knapp 50.000 Kormorane.

Weitere Informationen über den Komoran liefert dieser Artikel.