
- Der Brunnentempel in Bad-Meinberg - B. Linde
Wenn Sie von der Allee kommend den Kurpark betreten, werden Ihnen sicher sofort die hohen, breiten, alten Bäume auffallen. Auf den zweiten Blick wird Ihnen die besondere gemütliche Atmosphäre gefallen. Von den Kieswegen bis zu den geschmackvollen Blumenbeeten sieht alles sehr gepflegt, harmonisch und einladend aus. Der Eindruck vermittelt schnell ein Sonntagsgefühl.
Die Idee zum Kurpark
Doktor Trampel und der Landesherr Graf Simon August zu Lippe, zwei Förderer der Kuranlagen, haben sich im Jahre 1762 sicher nicht vorstellen können, wie weitläufig der Park einmal sein wird. Die Idee der beiden Förderer wurde 1767 vom Oberförster Feige auf dem Papier umgesetzt. Der historische barocke Kurpark wurde danach in den Jahren 1768-1775 angelegt, und zwar um die sogenannte Mofette (Gasquelle).
Nach ein paar Schritten kommen Sie an die Statue der Fürstin Pauline zur Lippe Detmold. Sie war zu ihrer Zeit eine Wohltäterin besonders für Kinder, diese mütterliche Fürsorge machte sie über die Grenzen von Lippe hinaus bekannt. Leicht links sehen Sie die Konzertmuschel. Wenn Sie Glück haben, kommen Sie gerade rechtzeitig, um sich ein Konzert anzuhören. Vielleicht lassen Sie sich mit den Melodien von Johann Sebastian Bach in die Zeit zurückversetzen, in der der Kurpark entstanden ist.
Kuren im Barock
Damals gingen hier die aufwendig gekleideten Damen und die noch bunter gekleideten Herren des Barock spazieren. Damen wie Herren trugen Perücken mit riesigen Hüten, außerdem steife Halskrausen und unbequeme Schuhe. Wenn Sie mit den Gedanken an die Zeit des Barocks weitergehen, stehen Sie bald vor dem achteckigen Brunnentempel.
Er steht in der Mitte des Parks, rundherum spenden Bäume auch beim stärksten Sonnenschein wohltuenden Schatten. Der Brunnen ist der Standort der heilkräftigen Mineral- und Kohlensäurequelle, dem Herzstück des Staatsbades. Gekurt wurde im Barock nach dem Glauben, dass nur stundenlange Bäder den richtigen Heilerfolg bringen. Die Menschen saßen deshalb solange in ihren Bädern bis ihre Haut wund wurde.
Neben dem Bad war das Unterhaltungsprogramm innerhalb der Badestube wichtig. Hier wurde, wie heute, angebandelt und über die Obrigkeit gelästert. Die Trinkkuren wurden auch übertrieben genutzt und dabei die Wirkung des Heilwassers bewusst in Kauf genommen. Es gab Berichten zufolge die Kotzquellen in Leukerbad und den Furzbrunnen von Bad Schwalbbach.
Der Kurpark im Jahre 2011
Heute ist Bad Meinberg besonders für seine Moorbehandlungen bekannt. Hierzu könnte noch berichtet werden, dass Paracelsus das „Moor“ schon als Heilmittel genutzt hat. In der damaligen Zeit wurden den Bädern oft richtige Wunderheilungen zugesprochen; sie waren hoch in Mode. Die Häuser „Rose“ und „Stern“, die Sie rechts und links zwischen den Bäumen und Sträuchern sehen können, sind genau wie der Kurpark in der Denkmalliste eingetragen.
Rechts vom Brunnentempel sehen Sie die Wandelhalle. Ein Leseraum vermittelt Ruhe, und die Veranstaltungen im Theater sorgen für die tägliche Unterhaltung. Kleine Läden laden zum Stöbern ein. Außerdem können Sie dort zu bestimmten Zeiten das Meinberger Wasser trinken, sich an einen der kleinen runden Tische setzen, entspannen und für ein paar Stunden den Alltag vergessen.
