Der letzte Flug der "Discovery": Goodbye, Space Shuttle!

Space Shuttle - http://pixabay.com
Space Shuttle - http://pixabay.com
Das Ende der Space-Shuttle-Ära naht: Am 15. März 2011 landete die dienstälteste Raumfähre "Discovery" zum letzten Mal in Cape Canaveral.

Fast unbemerkt von der Weltöffentlichkeit ging am 15. März 2011 kurz vor 18 Uhr MEZ eine Ära zu Ende. Nach 27 Jahren im Dienst der NASA kehrte das Space Shuttle "Discovery" von seiner 39. und gleichzeitig letzten Weltallmission zurück. Ohne jegliche technische Probleme landete die Raumfähre in Cape Canaveral, von wo aus sie ihre finale Reise antreten wird: In ein Weltraummuseum! Das Dienstende der „Discovery“ läutet das unausweichliche Aus für das gleichermaßen erfolgreiche, wie auch von Tragödien überschattete Space-Shuttle-Programm ein.

Erste wieder verwendbare Raumfähre

Mit dem Space Shuttle gelang der US-Raumfahrtbehörde NASA ein spektakulärer Coup. Bis Anfang der 1980er-Jahre konnte der Weltraum ausschließlich mit Raketen erreicht werden, die jeweils nur ein einziges Mal verwendet werden konnten. Fieberhaft wurde deshalb an wieder verwendbaren Raumfähren geforscht. Das Ergebnis dieser Forschungen wurde am 12. April 1981 erstmals der Weltöffentlichkeit präsentiert, indem das Space Shuttle „Columbia“ in die Umlaufbahn gebracht wurde. Im Laufe der nächsten drei Jahrzehnte erfolgten dutzende Starts der charakteristisch geformten Raumfähre, die mittels eines Treibstofftanks und zweier Feststoffraketen ins All befördert wurde. Das erklärte Ziel des neuen Raumfährentyps war es, Nutzlasten weitaus kostengünstiger ins All zu transportieren, als dies mit gängigen Raketensystemen der Fall war. Diesbezügliche Hoffnungen konnten jedoch nicht erfüllt werden, was Kritiker des Weltraumprogramms auf den Plan rief.

"Challenger“ und "Columbia"

Nicht zuletzt waren es aber zwei Katastrophen, die dem einst ehrgeizigen Programm endgültig das Rückgrat brachen. Am 28. Januar 1986 explodierte nur 73 Sekunden nach dem Start eine der beiden Feststoffraketen des Space-Shuttles "Chalenger" und riss die sieben an Bord befindlichen Astronauten in den Tod. Die USA standen unter Schock und die NASA stellte zwei Jahre lang sämtliche Space-Shuttle-Flüge ein. Die Rückkehr zur Normalität währte rund eineinhalb Jahrzehnte, ehe am 1. Februar 2003 mit der „Columbia“ erneut ein tragischer Totalverlust verzeichnet werden musste. Im Gegensatz zur „Challenger“-Katastrophe verlief die Mission bis zur Rückkehr in die Erdatmosphäre erfolgreich. Der Hitzeschutzschild, der bereits beim Start Schaden genommen hatte, wurde den sieben Astronauten zum Verhängnis. Beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre brach die „Columbia“ regelrecht auseinander.

Ende der bemannten US-Raumfahrt?

Obwohl die bemannte Raumfahrt seit jeher von Unglücken überschattet worden war, brannten sich die Space-Shuttle-Katastrophen ins Gedächtnis der Weltöffentlichkeit. Die vielen erfolgreich verlaufenden Missionen rückten dadurch in den Hintergrund und konnten das negative Image der Space-Shuttle-Raumfähren nicht mehr aufpolieren. US-Präsident Barack Obama versetzte dem Programm den endgültigen Todesstoß. 2010 beschlossen das Staatsoberhaupt und seine Regierung aus Kostengründen das Ende des Space-Shuttle-Programms. Künftig sollen US-Astronauten von Privatunternehmen sowie russischen Raketen zur Raumstation ISS befördert werden. Wenn am 28. Juni 2011 die „Atlantis“ zu einem Flug zur ISS aufbricht, geht nicht nur die Space-Shuttle-Ära zu Ende. Auch die bemannte US-Raumfahrt wird dann bis auf Weiteres eingemottet werden. Ironischerweise erklang beim Abflug der „Discovery“ von der Raumstation ISS aus den Lautsprechern der Weltraumstation die Titelmelodie von „Star Trek“. Ausgerechnet die wohl optimistischste Science-Fiction-Serie der TV-Geschichte beendete vorerst das Kapitel der bemannten US-Raumfahrt.

Rainer Innreiter, Rainer Innreiter

Rainer Innreiter - 1972 in einem kleinen Ort nahe der oberösterreichischen Landeshauptstadt Linz geboren, entdeckte Rainer Innreiter seinen Hang zu ...

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