"Der letzte Tempelritter" - Okkult-Film mit Nicolas Cage im Kino

Der letzte Tempelritter - Christopher Lee - Universum  (Central)
Der letzte Tempelritter - Christopher Lee - Universum (Central)
Nicolas Cage muss in "Der letzte Tempelritter" mit Ron Perlman eine vermeintliche Hexe ins Kloster bringen. Der Film läuft seit dem 24. März 2011 im Kino.

Vielfilmer Nicolas Cage hat mal wieder einen Tempelritter-Film gedreht. Dieser hat aber nichts mit seinem Hit "Das Vermächtnis der Tempelritter" zu tun, sondern ist ein eigenständiger Film um Hexen, die Pest und lauter dunkler Mächte. Mit dabei: Sein Vielfilmer-Kollege Ron Perlman alias "Hellboy". "Der letzte Tempelritter" läuft seit dem 24. März 2011 im Kino.

"Der letzte Tempelritter" - Die Handlung des Okkult-Films mit Nicolas Cage

Die Kreuzritter Behmen (Nicolas Cage) und Felson (Ron Perlman) haben sich eigentlich von der Kirche abgewandt, seit sie in deren Auftrag eine Burg stürmten, dabei aber nur Frauen und Kinder ermordeten. Um jedoch aus der Gefangenschaft von Kardinal D´Ambroise (Christopher Lee) zu entkommen, folgen sie seiner Bitte, für ihn eine junge Frau ins nächste Kloster zu bringen. Die Frau (Claire Foy) soll eine Hexe sein und durch ihre Ankunft die Pest über die Stadt gebracht haben. Im Kloster soll ihr nun der Prozess gemacht werden. Behmen und Felson machen sich mit ein paar weiteren Männern auf den schwierigen Weg.

"Der letzte Tempelritter" - Mittelmäßiger Film für Videotheken und Cage-Fans

Die Kritiker gingen nach ersten Vorstellungen von "Der letzte Tempelritter" hart mit dem Streifen ins Gericht: Zu stumpf inszeniert, zu abstruse Geschichte und insgesamt reine Fließbandware. Das mag insgesamt auch gar nicht komplett falsch sein, Cage-Fans werden mit dem Film aber dennoch ihren Spaß haben. Von der Story her macht sich der Film besser als reine Direct-to-DVD-Premiere, aber einige hübsch anzusehende Szenen und Effekte berechtigen durchaus den Gang ins Kino. Wer diesen auf sich nimmt, sollte sich jedoch darüber im Klaren sein, dass nicht viel beeindruckend Neues zu sehen ist, sondern Altbewährtes. Dies haut keinen vom Hocker, reicht aber absolut aus, um solide Unterhaltung zu bieten.

Nicolas Cage - Der Vielfilmer aus "Drive Angry 3D" und "Kick-Ass"

Dass Nicolas Cage aus finanziellen Gründen schon seit Jahren alles dreht, was ihm angeboten wird, ist längst kein Geheimnis mehr. Mit Immobilien verspekuliert und von der Finanzkrise gebeutelt, ist Oscar-Preisträger Cage (für "Leaving Las Vegas") momentan alle paar Monate mit einem neuen Film im Kino zu sehen. Manche Auftritte werden von Kritikern gefeiert ("Bad Lieutenant", "Kick-Ass"), andere sind für ein ganz spezielles Publikum ("Drive Angry 3D"), wiederum andere fallen völlig durch ("Wicker Man", "Bangkok Dangerous", "Duell der Magier"). Mit "Der letzte Tempelritter" legt Cage jetzt abermals einen Film vor, den Kritiker und die meisten Zuschauer nur müde belächeln. Cage selbst wird es nicht sonderlich viel ausmachen, hat er doch schon allerhand weitere Projekte in der dauerhaft arbeitenden Pipeline. Es stehen unter anderem die Sequels "Ghost Rider 2" und "Das Vermächtnis der Tempelritter 3" an, mit denen Cage sein Konto weiter aufpolstern kann.

Dominic Sena - Regisseur von "Kalifornia" und "Passwort: Swordfish"

Regie bei "Der letzte Tempelritter" führte ein Mann, der bereits ein paar sehr positiv angesehene Filme inszenierte: Das Erstlingswerk des Videoclip-Regisseurs (Janet Jackson, Sting) war das düster-böse "Kalifornia" mit Brad Pitt und Juliette Lewis im Jahr 1993. Es folgten unter andere der Actionkracher "Passwort: Swordfish" mit John Travolta und "Nur noch 60 Sekunden", wo er bereits mit Nicolas Cage zusammenarbeitete. Außerdem führte Sena Regie bei den weniger auffällig gewordenen Gruselfilmen "Whiteout" und "13 Graves". Die eigene Note, die die meisten der Sena-Filme bisher hatten, lässt "Der letzte Tempelritter" leider vermissen. Im Gedächtnis bleibende Komponenten wie die fiese Atmosphäre von "Kalifornia" oder die beeindruckende Anfangs-Explosion in "Passwort: Swordfish" bleibt Senas neuestes Werk schuldig.

Ron Perlman, Christopher Lee, Claire Foy und mehr Nebendarsteller

Neben Nicolas Cage vertreibt sich noch ein weiterer Vielfilmer die Zeit in "Der letzte Tempelritter": Ron Perlman, oftmals in B- und C-Filmen zu sehen, dürfte bestens bekannt sein als "Hellboy", hatte aber seinen ersten Karriere-Höhepunkt bereits an der Seite von Linda Hamilton in der preisgekrönten TV-Serie "Die Schöne und das Biest". Für seine Rolle als Löwenmensch bekam Perlman gar den Golden Globe. Die vermeintliche Hexe, die fast den ganzen Film über in einem kleinen Käfig verbringt, wird dargestellt von Claire Foy, die die Hauptrolle in der TV-Miniserie "Klein Dorrit" und eine der Hauptrollen in der Terry-Pratchett-Verfilmung "Going Postal" inne hatte. Neben so internationalen Schauspielern wie Stephen Graham ("Doghouse", "Snatch") und Ulrich Thomsen ("In einer besseren Welt", "Duplicity") dürfen sich Filmfans zudem über eine Filmikone freuen: Als von der Pest stark entstellter Kardinal D´Ambroise gibt sich Kino-Urgestein und "Hammer Productions"-Legende Christopher Lee die Ehre. Der Count Dooku aus "Star Wars" und Saruman aus "Der Herr der Ringe" ist inzwischen bereits 88 Jahre alt und ist schon seit 1948 Schauspieler. Den Durchbruch hatte Lee schon 1958 mit seinem ersten Auftritt als "Dracula", dem noch viele folgten.

"Der letzte Tempelritter" - Fazit zur Kritik des Okkult-Films mit Nicolas Cage

Nette, solide Unterhaltung für einen regnerischen Tag. Altbewährtes für Vielseher, Okkult- und Nicolas-Cage-Fans. Reicht leider nicht an die großen Erfolge von Regisseur Dominic Sena heran, bei gemäßigten Erwartungen aber nicht komplett uninteressant. Wer "Der letzte Tempelritter" sieht, darf keinen Blockbuster erwarten. Wer ihn im Kino verpasst, darf gern - wenn gewünscht - zur Leih-DVD greifen.

Titel: Der letzte Tempelritter

Originaltitel: Season of the Witch

Verleih: Universum (Central)

Regie: Dominic Sena

Drehbuch: Bragi F. Schut

Darsteller: Nicolas Cage (Behmen), Ron Perlman (Felson), Claire Foy (Hexe), Christopher Lee (Kardinal D´Ambroise), Robert Sheehan (Kay), Ulrich Thomsen (Eckhart), Stephen Graham (Hagamar), Stephen Campbell Moore (Debelzaq)

Laufzeit: 95 Minuten

FSK: ab 16 Jahre

Kinostart: 24. März 2011

Mathias Wagner, Christine Wagner

Mathias Wagner - Ich bin seit dem 23. April 2010 Mitglied von Suite101 und weiß inzwischen die Möglichkeiten zu schätzen, die mir dieses ...

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