Der Mandant - Matthew McConaughey als Rechtsverdreher in Not

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Kinoplakat "Der Mandant" - Universum Film
Matthew McConaughey und Ryan Phillippe liefern sich als Anwalt und Mandant ein ungewöhnliches und spannendes Duell.

Als durchtriebener Anwalt gerät Matthew McConaughey in die Intrigen seines Mandanten Ryan Phillippe. Er muss alle seine Reserven mobilisieren, um sich und seine Familie zu retten. Wie er das anstellt, daraus bezieht der Film seine Spannung. Bleibenden Eindruck hinterlässt er aber nicht.

Die Handlung von "Der Mandant"

Mick Haller (Matthew McConaughey) wickelt seine Geschäft nicht in einem Büro, sondern vom Rücksitz seines Lincoln-Continental ab. Dabei lässt er sich von seinem Chauffeur von einem Termin zum anderen fahren. Haller ist das Klischee eines gerissenen Anwalts: aalglatt, arrogant, mit allen Wassern gewaschen und nicht allzu sehr von moralischen Fragen bedrückt. Seine Klienten sind Drogendealer, Prostituierte und Kleinkriminelle. Hallers Frau (Marisa Tomei) arbeitet für die Staatsanwaltschaft, sie sind geschieden und Haller sieht seine Tochter nur einen Tag in der Woche.

Durch eine Kumpel wird Haller auf einen großen Fisch aufmerksam gemacht: Louis Roulet (Ryan Phillippe), der Sprössling einer reichen Maklerfamilie aus Beverly Hills. Roulet werden Vergewaltigung und versuchter Mord vorgeworfen. Haller freut sich über die Chance, einmal richtig großes Geld zu verdienen. Aber von Anfang an stört ihn etwas an Roulet. Sein Instinkt täuscht ihn nicht. Unversehens sieht sich Haller in einem Intrigenspiel gefangen, das seinen Freund und Ermittler (William H. Macy) das Leben kostet und Hallers ganze Existenz gefährden kann. Die spannende Frage ist, ob und wie Haller die Hebel herumreißen und sich und seine Familie retten kann.

Matthew McConaughey und Ryan Phillippe als ebenbürtige Gegner

Matthew McConaughey, der erstmals durch seine Rolle in John Sayles' "Lone Star" auffiel und danach in Großproduktionen wie "Die Jury", "Sahara" oder "Die Herrschaft des Feuers" und "Contact" sein Können bewies, spielt den schmierigen Mick Haller mit genau der richtigen Mischung aus Charme und Arroganz.

Der Zuschauer kann einerseits leicht nachvollziehen, was seine Frau (wunderbar gespielt von Marisa Tomei) zu ihm hingezogen hat. Andererseits wird auch schnell klar, warum sie sich wieder von ihm getrennt hat. Ihn interessiert gar nicht, ob seine Mandanten schuldig oder unschuldig sind. Unschuldige Mandanten sind, wie sein Vater ihn schon lehrte, das schlimmste, was ihm passieren kann. Die Hauptsache ist, den Fall zu gewinnen und das Geld zu kassieren.

Ryan Phillippe ist zuerst durch seine Rolle als schauspielernder Butler in Robert Altmans "Gosford Park" aufgefallen. Einen Namen gemacht hat er sich durch seine Rollen in "L.A. Crash" und "Eiskalte Engel". In "Der Mandant" spielt er den reichen Muttersohn mit Hang zur Gewalt überzeugend. Der Zuschauer kann sich nie gewiss darüber sein, was hinter der Maske von Roulet vorgeht.

Neben Marisa Tomei sind in weiteren Nebenrollen noch Größen wie William H. Macy und Bryan Cranston zu finden. Ersterer ist spätestens durch seine Darstellung von Jerry Lundegaard in "Fargo" von den Coen Brüdern ein Begriff. Letzterer ist vor allem bekannt durch seine Rolle als krebskranker Chemielehrer/Drogendealer Walter White aus der Serie "Breaking Bad". Diesen Nebenfiguren wird allerdings nur wenig Platz eingeräumt und diese hervorragenden Schauspieler erhalten somit kaum die Gelegenheit, ihre Brillanz zu demonstrieren.

Die Rollen sind klar verteilt

Auch wenn Mick Haller den Eindruck eines schmierigen und aalglatten Anwalts vermittelt. Es wird doch ziemlich schnell klar, dass er nicht unmoralisch ist, sondern einen eigenen Kodex hat. Der geht nicht unbedingt konform mit den herrschenden Gesetzen. Aber das ist ja sicherlich auch der Grund, warum Mick Anwalt und nicht Staatsanwalt ist. Und das muss ihn auch nicht die Sympathien des Publikums kosten, das doch um die moralischen Grauzonen in der Rechtswelt weiß. Mick setzt sich für seine Klienten ein, ist professionell und hat sicher auch seine Lieblinge, wie etwa die junge Gloria. Wie fragwürdig Mick auf den ersten Blick also auch erscheinen mag, es wird doch ziemlich schnell klar, dass er eigentlich der Gute ist.

Es wird andererseits auch ziemlich schnell klar, dass Roulet ein Bösewicht ist. Im Gegensatz zum Film "Zwielicht" ("Primal Fear"), in dem Richard Gere den erfolgreichen und skrupellosen Anwalt spielt, der von Edward Nortons Figur hinters Licht geführt wird, verschwendet "Der Mandant" keine Zeit mit der Frage von Gut und Böse. Die ganze Spannung des weiteren Verlaufs bezieht der Film daraus, wie Mick Haller weiter in den Strudel der Ereignisse gezogen wird und was er unternimmt, um ihm zu entkommen und sich zu retten.

Interessant daran ist, dass der Zuschauer so zumindest zeitweise gezwungen ist, mit einem Anwalt mit zu fiebern, der in einiger Hinsicht fragwürdig ist. Da diese Fragwürdigkeit aber kaum etablierte moralische Grenzen überschreitet, wird das kein allzu großes Problem sein. Das mag dann allerdings auch dazu führen, dass der Zuschauer trotz spannender Unterhaltung nach dem Ende des Films nicht weiter an diesen denkt.

Ab 23.06. 2011 im Kino

Quellen:

- Offizielle Filmseite

- The Internet Movie Database

Michael Hanik - Studium der Philsophie, Germanistik und Medienkultur an der Universität Hamburg. Seit 2005 Hobbykritiker für Filme und ...

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