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Am 2.Juni 1740 in Paris unter dem Namen Donatien Alphonse Francois geboren, begann der Marquis seine Tätigkeit als Schriftsteller 1769, indem er dilettantische Reiseberichte schrieb. Erst mit seiner Inhaftierung im Jahre 1784, aufgrund einer Anklage zweier Prostituierten, denen zufolge der Marquis sie durch ein Aphrodisiakum gefügig und zu Gruppen-, beziehungsweise Analverkehr gezwungen habe, intensivierte er seine Tätigkeit als Schriftsteller und verfasste Schriften mit religiös und moralisch anstößigen Themen.
Der Schriftsteller während seiner Haft in der Pariser Bastille (1784-1789)
Während seiner Haft in der Pariser Bastille konnte er sich wegen seines adligen Standes weiterhin beliebig Bücher kommen lassen und seine Zeit nutzen, um zwei seiner berühmtesten Werke zu schreiben. „Die 120 Tage von Sodom“ (Les cent-vingt jours de Sodome) und „Die unglücklichen Schicksale der Tugend“ (Les Infortunes de la vertu).
In dem Roman „Die 120 Tage von Sodom“ beschreibt der Marquis eine Gewaltorgie, während der seine Protagonisten mit Jugendlichen beiden Geschlechtes sexuelle Praktiken ausüben, die weit über die menschliche Vorstellungskraft gehen mögen. Er verfasste ebenso Theaterstücke, die jedoch nur wenig Bestätigung fanden. Nur zwei seiner Dramen wurden erfolglos aufgeführt.
Als im Jahr 1789 die Französische Revolution ausbrach, schrie er den Demonstranten, die sich vor der Festung versammelt hatten, zu: „Sie töten die Gefangenen hier drinnen!“ Dieser Vorfall hatte zu Folge, dass man ihn in die Irrenanstalt Chareton-le-Pont verlegte. Durch die politischen und rechtlichen Veränderungen, die 1790 eintraten, wurde de Sade entlassen.
Nur kurz in Freiheit
Während er elf Jahre als Richter und Präsident der „Section des Piques“ in Paris tätig war, veröffentlichte er weiterhin diverse Werke und Theaterstücke. Nachdem er 1793/94 wegen Unzuverlässigkeit von seinem Richteramt entlassen wurde, stellte man ihn im Jahr 1801 wegen seiner Bücher „Justine“ und „Juliette“ vor Gericht. Die Bücher handeln von zwei verwaisten Schwestern, die zwei unterschiedliche Wege gehen: Juliette wird Prostituierte, begeht unterschiedliche Verbrechen und wird schließlich glücklich und reich. Justine hingegen wählt den tugendhaften Weg und erleidet fortwährend Verfolgung und Erniedrigung, bis sie schließlich durch einen Blitzschlag getötet wird.
Erneut wurde er in die Anstalt von Charenton eingewiesen, wo er zunächst noch die gewohnte Behandlung genoss und weiterhin seine Erzählungen verfasste, bis ihm auf Anordnung des Innenministers das Schreibverbot und Einzelhaft in Isolation erteilt wurde.
Am 2.Dezember 1814 verstarb der Marquis de Sade. Seine Nachfolger bestritten lange Zeit die Verwandtschaft, da de Sade aufgrund seiner anstößigen Texte als geisteskrank galt.
Der „Sadismus“
Aufgrund der für de Sade typischen Mischung aus pornografischen Inhalten und Gewaltfantasien entwickelte der deutsche Psychiater Richard von Krafft-Ebing den Begriff „Sadismus“, der eine psychische Störung beschreibt, bei der ein Mensch Lust oder Befriedigung dadurch erfährt, indem er andere Menschen demütigt oder ihnen Schmerz zufügt.
