Die Idee, einen Ehrentag für alle Mütter einzuführen, ist schon sehr alt. Bereits im 13. Jahrhundert führte König Heinrich III den sogenannten "Mothering Day" ein. Damit wollte er die Stellung der Mütter in der Gesellschaft etwas hervorheben. Das war in der damaligen Zeit schon eine Sensation, weil die Frauen damals nicht besonders viele Rechte hatten. Dieser Gedenktag verlief aber mit der Zeit im Sande. Deshalb gilt er auch offiziell nicht als Grundstein für den heutigen Muttertag.
Die Gründung des Muttertages
Erst ein paar Jahrhunderte nach König Heinrichs "Mothering Day" wurde der Gedanke eines Muttertages wieder aufgegriffen. Im 19. Jahrhundert begannen in den USA und in England einige Frauenbewegungen damit, mehr Rechte für die Frauen durchzusetzen. Im Jahre 1865 begründete die Amerikanerin Ann Marie Reeves Jarvis eine neue Mütterbewegung mit der Bezeichnung Mothers Friendships Day. Die Dame ist dann im Jahre 1905 verstorben. An ihrem zweiten Todestag, das war der zweite Sonntag im Mai, verteilte ihre Tochter Anna Jarvis 500 Nelken vor einer Kirche. Das gilt heute noch als offizielle Gründung des Muttertages. Im Jahre 1914 wurde daraufhin der zweite Sonntag im Mai zum Muttertag per Gesetz zum Feiertag in den USA erklärt. Schon kurze Zeit später, genauer gesagt im Jahre 1922, wurde dann auch in Deutschland der Muttertag gefeiert.
Der Muttertag im Dritten Reich
Bei den Nationalsozialisten hatte der Muttertag eine ganz besondere Stellung unter den Feiertagen. Die Mütter hatten zu der Zeit ohnehin ein sehr hohes Ansehen, weil sie ja ständig für Nachwuchs sorgten. Der politischen Führung war ja schon damals bewusst, dass man in einem bevorstehenden Krieg sehr viel „Menschenmaterial“ gebrauchen wird.
Die Stellung des Muttertages in der Bundesrepublik Deutschland
Nachdem dann die Schreckensherrschaft des Dritten Reiches und der Zweite Weltkrieg beendet waren, wurde im Jahre 1949 die Bundesrepublik Deutschland gegründet. In dem Jahr wurde der Muttertag dann zum offiziellen Feiertag erklärt. Der zweite Sonntag im Mai blieb damals unverändert. Im Laufe der Jahre wurde der Muttertag immer mehr kommerzialisiert. Besonders die Blumenhändler machen vor dem Muttertag immer sehr viel Wirbel um diesen Tag. Die Blumen sind nämlich immer noch das traditionelle Geschenk. Das liegt daran, dass Anna Jarvis im Jahre 1907 500 Nelken verteilte. Dadurch ist diese Tradition beigeblieben.
Worüber freuen sich die Mütter am meisten?
Für die meisten Mütter spielt es keine Rolle, wie groß oder wie teuer das Geschenk ist, das sie zum Muttertag bekommen. Sie legen einen viel größeren Wert darauf, dass man an sie denkt und ihre Arbeit und ihr Engagement würdigt. Deshalb sind von den Kindern selbst gebastelte Geschenke besonders beliebt bei ihnen.
