
- Frosch im Nationalpark Carara, Costa Rica - Ließ
Unter den Nationalparks von Costa Rica gleicht kaum einer dem anderen. Etwas ganz besonderes aber ist der Park Carara im Süden von San José. Im Gefüge der Regenwälder Lateinamerikas nimmt er eine besondere Stellung ein und noch dazu ist er von der Hauptstadt aus sehr gut zu erreichen.
Tiere und Pflanzen im Nationalpark Carara in Costa Rica
Carara war einst ein riesiger Grundbesitz, bevor es der Behörde für Nationalparks in Costa Rica SPN (Servicio de Parques Nacionales) übergeben wurde. 1978 wurde das Gebiet zum Reservat erklärt, 1998 schließlich zum Nationalpark.
Carara befindet sich genau an der Grenze zwischen dem feuchten Regenwald, der sich bis zum Amazonas fortsetzt und dem Trockenwald der nördlichen Gebiete Costa Ricas. Es ist das letzte Waldgebiet dieser ungewöhnlichen Übergangsregion, das in Costa Rica erhalten geblieben ist. In der landwirtschaftlich stark genutzten Region sind die 5.242 Hektar Nationalpark damit ein echtes Refugium. Vor allem Vögel fühlen sich hier wohl, 360 verschiedene Arten verstecken sich zwischen dem Waldboden und den Baumkronen. Besonders bemerkenswert ist die Population der Roten Aras im Nationalpark Carara. Der Inbegriff des Papageis war vor einem halben Jahrhundert noch in weiten Teilen des Landes heimisch, kämpft aber inzwischen gegen das endgültige Aussterben. Carara ist einer der wenigen Orte in Costa Rica, wo man die auffälligen Gesellen noch beobachten kann.
Das Gestrüpp des Nationalparks ist lichter als anderswo. Die riesigen Bäume sind mit Farnen, Lianen und Epiphyten überwuchert, dennoch sind Tiere hier leichter zu entdecken als in anderen Waldregionen Costa Ricas. Scheue Katzen wie den Puma oder den Ozelot bekommt man zwar praktisch nie zu Gesicht, Agutis, Bergschweine, Waschbären und verschiedene Arten von Affen dagegen huschen einem öfter vor die Pupillen. Auch Pekaris, Opossums und natürlich viele Variationen von Reptilien, Amphibien und Insekten sind in Carara heimisch.
Lage und Infos zum Nationalpark Carara in Costa Rica
So gut zu erreichen wie Carara ist kaum ein Nationalpark in Costa Rica. Praktisch automatisch kommt man dort vorbei, wenn man auf der Panamericana (Carretera 27) in Richtung der Strände und Attraktionen im Süden fährt, der Zwischenstopp lohnt allemal. Etwa 20 Kilometer südlich der Ortschaft Orotina erreicht man Carara nach guten zweieinhalb Stunden Fahrtzeit von San José, nahe der Brücke über den Fluss Tárcoles mit seinen Krokodilen.
Wer keinen Mietwagen hat, kann sich von einem Bus in Richtung Jacó / Quepos / Manuel Antonio an der Rangerstation des Nationalparks absetzen lassen. Da aber Camping im Park nicht erlaubt ist, sollte man sich auch Gedanken über den Rückweg oder eine Übernachtungsmöglichkeit machen.
Der Eintritt in den Park kostet acht Dollar für Besucher aus dem Ausland, die Preise werden im ganzen Land hin und wieder um einen Dollar erhöht. Der Park kann auf vier vorgeschriebenen, gepflegten Wegen erkundet werden, die etwa zwischen einem und fünf Kilometern lang sind. Sie stellen an Wanderer keine besonderen Anforderungen. Lange Hosen, ein Fernglas und Insektenschutzmittel sind aber sehr empfehlenswert.
In den tieferen Waldgebieten von Carara sind auch Überreste präkolumbianischer Kulturen gefunden worden, die bis zu 2.000 Jahre zurückdatieren. Zugänglich sind sie für die Öffentlichkeit bisher allerdings nicht.
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Quellen
- Sistema nacional de areas de conversación en Costa Rica
- Stefan Loose Travel Handbuch Costa Rica und Südnicaragua, DuMont Reiseverlag 2008, Autorin: Julia Reichardt, ISBN 978-3770161584
