Manuel Antonio in Costa Rica

Infos zu einer von Costa Ricas wichtigsten Sehenswürdigkeiten

Totenkopfäffchen in Manuel Antonio - Constanze Ließ
Totenkopfäffchen in Manuel Antonio - Constanze Ließ
Am Besuch des Nationalparks Manuel Antonio kommt kaum ein Tourist in Costa Rica vorbei. Nirgendwo ist es leichter exotische Tiere in freier Wildbahn zu sehen.

Manuel Antonio ist der Nationalpark Costa Ricas, an dem nur sehr wenige Besucher des Landes vorbeikommen. Kaum eine Reise nach Costa Rica ohne Besuch in diesem Refugium an der Pazifikküste. Auf gut ausgebauten Wegen ist die Chance Tiere zu sehen höher als in jedem anderen Nationalpark des mittelamerikanischen Landes.

Infos zum Nationalpark Manuel Antonio in Costa Rica – Daten und Fakten

Der Park wurde 1972 im Kanton Aguirre der costaricanischen Provinz Puntarenas eröffnet. Mit 1.983 Hektar Landfläche gehört er nicht zu Costa Ricas größten Nationalparks, allerdings gehören auch 55.000 Hektar der pazifischen Küste dazu. Das Gelände ist sehr hügelig, die höchste Erhebung liegt 160 Meter über dem Meeresspiegel

Im September 1993 wurden große Teile des Parkes vom Hurrikan Gert verwüstet und jahrelanger Abbau von Nutzhölzern setzte dem Lebensraum zu. Inzwischen ist eine Regeneration des Waldes erkennbar.

Klimatisch ist der Park in einer Übergangszone zwischen feuchtem und sehr feuchtem tropischen Regenwald einzuordnen. Die Regenzeit dauert länger als üblich in Costa Rica, sie dauert von April bis Dezember. Die relative Luftfeuchtigkeit liegt bei 86%.

Flora und Fauna im Nationalpark Manuel Antonio

Manuel Antonio liegt inmitten eines Gebietes, das stark landwirtschaftlich genutzt wird und von einem intensiven Tourismus immer mehr vereinnahmt wird. Die kleine biologische Insel als die der Park gerne gesehen wird, hat gleichwohl mit den Folgen des großen Besucherandranges zu kämpfen. Dennoch bietet der tropische Regenwald einen Lebensraum für eine große Zahl von Pflanzen und Tieren, von denen einige vom Aussterben bedroht sind.

Laut SINAC (Sistema Nacional de Areas Protegidas) erfüllen 352 Vogelarten die Luft mit einer beständigen Geräuschkulisse. Tukane und Pelikane erfreuen regelmäßig die Besucher. 109 Arten von Faltern und 364 Pflanzenarten sind weitere beeindruckende Zahlen zum Artenreichtum Manuel Antonios.

Nicht selten sind auch Begegnungen mit Leguanen, Faultieren, Waschbären und verschiedenen Affenarten, die gerne um Futter betteln und sogar aufdringlich werden können, wenn man ihrem Wunsch nicht nachkommt. Allerdings ist das Füttern der Tiere nicht erlaubt, woran sich jeder Besucher unbedingt halten sollte.

Das marine Leben wartet mit der gesamten Vielfalt des Pazifiks auf, von Langusten, Schnapperschwärmen und Stachelrochen bis hin zu Weißspitzenriffhaien.

Anreise und Unterkunft in Quepos und Manuel Antonio

Die nächstgrößere Stadt zum Nationalpark ist Quepos. Der Ort ist nach der Indiopopulation der Quepoa benannt, die das Gebiet einst bewohnten.

Busse aus Costa Ricas Hauptstadt San José fahren mehrmals täglich vom Busbahnhof Coca Cola aus nach Quepos, meistens zum Großteil mit Touristen beladen. Die Fahrt dauert drei bis vier Stunden und führt durch die landschaftlich sehr reizvollen Kaffeeplantagen Costa Ricas. Mit der starken Zunahme des Tourismus in Manuel Antonio hat sich auch Quepos zu einem Sammelsurium aus Souvenirshops und Touranbietern entwickelt. Einen längeren Aufenthalt braucht man hier nicht einplanen.

Der Eingang zum Park liegt etwa sieben Kilometer südöstlich von Quepos. Die Straße ist gepflastert mit Hotels, Lodges und Restaurants. Unterkünfte gibt es für jeden Geldbeutel, die angenehmeren und günstigeren liegen oft etwas versteckt in Seitenstraßen und sind gut per Mietwagen erreichbar. Englisch wird überall gesprochen und als Selbstverständlichkeit angesehen. Damit, dass ein Tourist vielleicht lieber am costaricanischen Spanisch versuchen möchte, wird in der touristisch stark frequentierten Region um Manuel Antonio meist gar nicht gerechnet.

Strände und Aktivitäten in und um den Nationalpark Manuel Antonio in Costa Rica

Der Park ist täglich von sieben Uhr morgens bis vier Uhr nachmittags geöffnet. Am Montag bleibt er geschlossen. Ausländer zahlen sieben US-Dollar Eintritt.

Verschiedene Wanderwege laden zur Erkundung des Parkes ein, als Teil einer Führung oder auf eigene Faust. Die mehrsprachigen Führer verfügen über ein umfangreiches Wissen zur Tier- und Pflanzenwelt im Park und außerdem über ein Fernglas mit Mordsobjektiv, um auch das versteckteste Faultier noch zu enttarnen. Trotzdem ist es manchmal schöner, allein die schmaleren Pfade zu gehen, denn die vielköpfigen Touristengruppen lassen die Hauptwege wie Pfadfinderautobahnen wirken. An einigen Stellen gibt es fantastische Ausblicke auf den tiefblauen Pazifik.

Mehrere Sandstrände laden zum Sonnen und Planschen ein. Allerdings muss man sie hier nicht nur mit dicken Leguanen teilen, sondern auch mit für costarikanische Verhältnisse ziemlich vielen Menschen. Auch Einheimische nutzen die Strände sehr gerne. Der meist besuchte ist Playa Manuel Antonio, der auch als Playa Tres (Strand 3) oder als Playa Blanca („Weißer Strand“) bekannt ist und etwa 390 Meter Länge misst. Die Strände Playa Espadilla Sur (800 Meter) und Puerto Escondido (880 Meter) sind nicht ganz so schön, aber dafür weitläufiger und ruhiger.

Von Quepos aus kann der marine Teil des Parkes betaucht werden. Mehr als 15 Tauchplätze werden per Boot angefahren. Die Tour mit zwei Tauchgängen ist mit durchschnittlich 90 US-Dollar teurer als sonst das Tauchen in Costa Rica, was aber bei Tauchfahrten in Nationalparks aufgrund der zusätzlichen Gebühren durchaus üblich ist. Auch Schnorcheltouren werden angeboten.

Veranstalter in Quepos bieten für zahlende Besucher die gesamte Bandbreite der in Costa Rica üblichen Freizeitaktivitäten an: Surfen, Sportfischen, Canyoning und Jet Ski Fahrten sind nur Beispiele. Für Ausgelaugte gibt es das luxuriöse Raindrop Spa mit einem vielfältigen Angebot an Massagen und Schönheitsbehandlungen.

Zahlreiche Infos für Touristen in Manuel Antonio liefert die Seite Manuel Antonio Costa Rica.

Informieren Sie sich hier außerdem zu den weiteren Nationalparks in Costa Rica.

Constanze Liess, Constanze Liess

Constanze Ließ - Constanze Ließ studierte Journalismus an der Freien Journalistenschule Berlin. Sie bringt ihre Erfahrungen aus anderen Ländern ...

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