Nationalpark Rincón de la Vieja

Vulkane und eine reiche Natur prägen Costa Ricas Westen

Fumarole in Rincón de la Vieja - Ließ
Fumarole in Rincón de la Vieja - Ließ
Der Nationalpark Rincón de la Vieja in Costa Rica mit seinem Vulkan ist als Ziel für Wanderer noch immer ein Geheimtipp. Der Artikel liefert Infos, Daten und Fakten.

Der Nationalpark Rincón de la Vieja liegt in der Provinz Guanacaste, einer Region ebener Prärielandschaft und beständiger Cowboy-Tradition. Einige Kilometer von Costa Ricas Provinzhauptstadt Liberia entfernt zweigt eine staubige Schotterstraße von der Interamericana ab zum Nationalpark mit dem klangvollen Namen, der „Ecke der Alten“ bedeutet.

Daten und Fakten zum Nationalpark Rincón de la Vieja

Der Nationalpark Rincón de la Vieja ist 14.161 Hektar groß. Die beiden Provinzen Guanacaste und Alajuela teilen sich den Park, der um den gleichnamigen Vulkan Rincón de la Vieja liegt. Der Park wird in zwei Sektoren aufgeteilt, den Sektor Las Pailas und den Sektor Santa María. Bekannter und mehr besucht ist ersterer. Durch die blubbernden Fumarolen und Schlammtöpfe kann man dort Vulkanismus hautnah erleben. Der Sektor Santa María war vor dem Ende des 19. Jahrhunderts bis zur Gründung des Parks im Jahr 1973 eine der größten Haciendas der Region, wo Vieh für die Fleisch- und Milchwirtschaft gezüchtet und außerdem Kaffee und Zuckerrohr angebaut wurden. Das Gebirgsmassiv von Rincón de la Vieja liegt an der Wasserscheide zwischen Atlantik und Pazifik. Ganze 32 Flüsse entspringen hier. Im Park herrscht das ganze Jahr über eine durchschnittliche Temperatur von 26° Celsius.

Flora und Fauna im Rincón de la Vieja

Rincón de la Vieja unterscheidet sich von vielen anderen Nationalparks in Costa Rica. Das trockenere Klima in Guanacaste und die starke vulkanische Aktivität der Region haben eine Landschaft aus dichtem Wald und weiten Grasflächen geschaffen. Aufgrund der unterschiedlichen Höhenlagen kann das Gebiet in verschiedene Ökosysteme gegliedert werden. Verschiedene Baumarten erreichen in den Wäldern des Flachlands beeindruckende Größen, darunter der Lorbeerbaum, die Zeder und der Guanacaste mit seiner unverkennbar dichten Krone. In großer Zahl kommt auch Costa Ricas Nationalblume, die Guaria Morada, im Park vor.

Zur reichen Tierwelt im Park gehören das Aguti, der Ozelot, verschiedene Affenarten, Blattschneideameisen und gut 300 Arten von Vögeln. Auch der wunderschöne leuchtend blaue Morpho-Schmetterling zeigt sich Wanderern häufig.

Anreise und Unterkunft für einen Besuch im Rincón

Rincón de la Vieja hat zwei offizielle Eingänge, jeweils einen in den beiden Sektoren. Der Eingang zum Sektor Las Pailas in der Nähe von Liberia wird häufiger genutzt. Die 25 Kilometer Schotterstraße sind fast nur mit einem Jeep zu bewältigen. Busse fahren hier nicht. Den Eingang im Sektor Santa María erreicht man von Liberia aus, wo eine Straße vom Stadtteil La Victoria über die Siedlung Colonia Blanca zum Park führt. Auch diese Strecke ist etwa 25 Kilometer lang und in ähnlich schlechtem Zustand.

Für Ausländer kostet der Eintritt sechs US-Dollar, die auch in Colones gezahlt werden können. Der Park ist täglich geöffnet. Frühaufsteher können ab 6 Uhr morgens ihre Wanderung beginnen, um 15 Uhr schließt der Rincón wieder.

In der Nähe des Parkes bietet die Rincón de la Vieja Mountain Lodge Übernachtungen in einfachen Zimmern und Bungalows an. In beiden Sektoren gibt es außerdem einen Campingplatz mit sanitären Anlagen, Tischen und Grill.

Wanderungen zu Vulkanen und Wasserfällen im Rincón de la Vieja

Im Sektor Santa María gibt es ein Besucherzentrum mit einer kleinen Ausstellung. An beiden Eingängen erhalten Wanderer Informationen in schriftlicher oder mündlicher Form zum Park und den Wandermöglichkeiten. Die Angestellten sprechen in der Regel gutes Englisch.

Verschiedene Wanderwege zwischen einem und acht Kilometer Länge sind gut gepflegt und ausreichend beschildert. Feste Schuhe sind dennoch empfehlenswert. In der Regenzeit ist außerdem zu bedenken, dass die kräftigen nachmittäglichen Regenfälle die Wege in kürzester Zeit in schlammige Bäche verwandeln.

Die Wanderung zum Kratersee des Vulkans Rincón de la Vieja ist anspruchsvoll und benötigt sieben bis acht Stunden. Sie wird seltener unternommen als die kürzeren Wanderungen durch den Feuchtwald, wo neben der bunten Natur ein Wasserfall, ein Aussichtspunkt mit Blick auf den Vulkan Miravalles und mehrere Fumarolen zu den Highlights gehören.

Constanze Liess, Constanze Liess

Constanze Ließ - Constanze Ließ studierte Journalismus an der Freien Journalistenschule Berlin. Sie bringt ihre Erfahrungen aus anderen Ländern ...

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