Der Naturpark Hoher Fläming umfasst rund 827 Quadratkilometer im Südwesten des Kreises Potsdam-Mittelmark in Brandenburg. Etwa 27.000 Menschen leben in dem Gebiet des Naturparks, von dem über 90 Prozent als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen sind. Knapp 6 Prozent der Fläche des Naturparks sind Naturschutzgebiete. Der stete Wechsel von Wald und Äckern und Wiesen ist typisch für den Hohen Fläming.

Der Niedere und der Hohe Fläming

Der Fläming erstreckt sich über 130 Kilometer bei einer mittleren Breite von 40 km zwischen Elbe, Dahme und Baruther Urstromtal. Er wird unterteilt in den sanft gewellten Niederen Fläming, der östlich von Niemegk und Treuenbrietzen beginnt, sowie in den Hohen Fläming mit bis zu 200 Meter hoch aufragenden Kuppen im westlichen Teil der Erhebung. Gern wird der Fläming als kleinstes Mittelgebirge Deutschlands bezeichnet. Um diesen Titel muss er sich mit dem Kyffhäuser streiten, der doch deutlichere Gebirgsstrukturen aufweist als der sandige Fläming.

Der Fläming ist ein Nachlass der Gletscher aus den letzten Eiszeiten. Sand, Lehm, Kies und Gestein türmten sie in der Saaleiszeit vor rund 140.000 Jahren vor dem Gletscherrand auf und ließen diese als Altmoränen bei ihrem Rückzug aus Mitteleuropa hier zurück. So entstand die deutliche Hangkante von rund 40 Metern Höhe zwischen dem Hohen Fläming und den Belziger Landschaftswiesen, die wiederum ein Ergebnis der Weichseleiszeit sind.

Die höchste Erhebung des Hohen Flämings mit rund 201 Metern über dem Meeresspiegel ist der Hagelberg bei Bad Belzig. Das ist der zweithöchste Punkt des norddeutschen Tieflandes und des Landes Brandenburg. Denn der Kutschenberg bei Ortrand ist 80 Zentimeter höher.

Fauna und Flora im Hohen Fläming

Typisch für den Hohen Fläming sind die Rummeln. Diese engen und vielfach verzweigten Talsysteme entstanden durch Wasser. Denn während der Weichseleiszeit war der Fläming zwar eisfrei, doch der Boden war ständig gefroren. Die Schmelzwässer der tauenden Schneedecken konnten nicht im Boden versickern, sondern flossen oberflächlich ab und schürften die tiefen Rinnen aus. Meist sind die Rummeln trocken. Bei starken Regenfällen oder während der Schneeschmelze können sie Wasser führen. Und so sind sie für einige Tier- und Pflanzenarten von großer Bedeutung als Lebensraum. Und sie sind besonders interessante Wege für den naturverbundenen Wanderer.

Trocken ist es im Hohen Fläming. Nur an seinen Rändern sprudeln Quellen und speisen jungfräuliche Bäche, in denen die Bachforelle und das seltene Bachneunauge sich heimisch fühlen und seltene Edelkrebse eine Nische zum Überleben finden.

An diesen fließenden Gewässern brüten u.a. Gebirgsstelzen. Steilufer bieten dem Eisvogel Nistgelegenheiten. Und die scheuen Schwarzstörche finden hier Futterplätze, auf denen sie nur wenig gestört werden. Im Naturschutzgebiet bei Medewitz stehen Buchenwälder mit der nur hier wachsenden Flämingbuche.

Eine etwas andere Welt bieten die Belziger Landschaftswiesen im Baruther Urstromtal nordöstlich von Bad Belzig. Dieses Gebiet ist bei den Wiesenbrütern besonders begehrt und bietet auch der Großtrappe Lebensraum. Und im Frühjahr und Herbst sind diese Wiesen Rastplatz für die nordischen Gänse und Enten.

Freizeitangebote

Ein Netz von Wanderwegen durchzieht den Hohen Fläming. Dazu gehört auch der Europäische Fernwanderweg E 11. Beliebt ist das Gebiet auch bei Radlern und Mountainbikern. Die Europäische Radroute R 1 und die Tour Brandenburg führen durch den Naturpark. Der Tourismusverband Fläming organisiert auf Wunsch gern Radeln und Wandern ohne Gepäck.

Dazu sind Pferdefreunde hier im Hohen Fläming herzlich willkommen. Eine Reiterroute führt auf huffreundlichen Wegen durch den Naturpark. Und etliche Reiterhöfe bieten ihre Dienste für Ross und Reiter. Für Gruppen sind Fahrten mit dem Planwagen ein besonderes Vergnügen.

Badespaß und Wellness bietet vor allem die Steintherme in Bad Belzig. In Görzke und in anderen Orten des Hohen Flämings wird das Töpferhandwerk gepflegt. Da kann dem Handwerker auf die Finger an der Töpferscheibe geschaut werden.

Von Bad Belzig bis Wiesenburg führt der 16 Kilometer lange Kunstwanderweg durch denn Hohen Fläming. An dem präsentieren sich 10 Kunstwerke dem Wanderer. Ein an mehreren Stützpunkten ausleihbarer Audioguide bietet eine unterhaltsame und informative Führung über den Kunstwanderweg.

Sehenswertes im Hohen Fläming

Bad Belzig hat sich einen ansehnlichen historischen Stadtkern bewahren können, der von Teilen der Stadtbefestigung eingeschlossen ist. In den Städten und Dörfern stehen viele sehenswerte überwiegend spätromanische Feldsteinkirchen.

Zwei Burgen stehen auf den Höhen des Flämings und gehören zum Pflichtprogramm beim Streifen durch den Naturpark. Beim Naturparkzentrum erhebt sich die Burg Rabenstein. In Bad Belzig lockt die Burg Eisenhardt mit ihren Festungsmauern und dem Butterturm, der eine gute Sicht über den hohen Fläming bietet.

In Wiesenburg, wenige Kilometer westlich von Bad Belzig, steht das Schloss Wiesenburg. Besonders attraktiv ist hier der Schlosspark. Am Rande des Naturparks liegt die Stadt Ziesar mit der Burg der Bischöfe von Brandenburg. In der Burg ist neben dem Museum die Bischofskapelle mit ihren vergleichsweise gut erhaltenen Fresken einen Besuch wert.

Auf dem Hagelberg stehen Denkmäler, die an die so genannte Kolbenschlacht bei Hagelberg erinnern. Hier wurde im Verlauf der Befreiungskriege und im Vorfeld der Völkerschlacht bei Leipzig 1813 der Marsch von rund 10.000 französische Soldaten blutig gestoppt.

Speisen und Nächtigen im Hohen Fläming

Die Natur herrscht hier vor. Große Hotelanlagen sind hier nicht zu finden. Kleine Hotels, Landgasthöfe, Pensionen und Zimmer auf dem Bauernhof gibt es stattdessen hier. Eine schöne Lage bietet das Hotel Springbachmühle am Rand von Bad Belzig. In dessen Restaurant lässt es sich auch gut speisen. Die Forelle aus dem Fläming kommt hier ganz frisch und in vielen Variationen auf den Tisch und viele Wildgerichte sind auf der Karte zu finden.

In den Dörfern des Hohen Flämings haben noch etliche Gasthöfe ihre Pforten offen und bieten teilweise auch eine etwas anspruchsvollere Küche. Dazu gehören neben vielen anderen das Hotel Alter Brauhof und Kurhotel Belizi in Belzig, der Gutshof Glien in Klein Glien am Hagelberg, das Landhotel in Dahnsdorf, das Walthotel „Alte Hölle“ in Reetzerhütten und das Familienhotel Brandtsheide in Wiesenburg.

Kaffee und Töpferei lassen sich in Schmerwitz in den Räumen von Königsblau-Keramik & Töpfer-Café unter einen Hut bringen.

Das Naturparkzentrum

In dem Dorf Raben sind die Naturparkverwaltung und das Naturparkzentrum in der Alten Brennerei zu finden. Dort wird eine interessante interaktive Ausstellung zum hohen Fläming geboten.

Anschrift: Naturparkzentrum „Alte Brennerei“, Brennereiweg 45, D-14823 Raben, Fon +49 (0) 33848 60004