Robert Horry begann seine Karriere 1992 in den Reihen der Houston Rockets. 16 lange Jahre später beendete er seine Karriere. Horry war niemals ein Superstar der Liga, nicht einmal ein Star. Sein Punkteschnitt von sieben Zählern pro Spiel ist sogar für einen Mitläufer nichts besonderes, seine Karriere-Bestleistung von gut zwölf Punkten pro Partie aus der Saison 1995/96 wird jedes Jahr von 70 bis 80 Spielern übertroffen.
Die "höchste" individuelle Auszeichnung, die Horry in seiner 16-jährigen Karriere bekam, war die Wahl ins All-Rookie-Second-Team 1993, womit er offiziell einer sechs bis zehn besten Spieler seines Neuling-Jahrganges war. Horry war ein klassischer Rollenspieler, der in der Regel von der Bank ins Spiel kam und nur selten in der Startformation seines Teams stand. Gleichzeitig war er allerdings auch wiederum kein "klassischer" Rollenspieler.
Horrys Karriere
Nach seiner Zeit am College in Alabama wechselte Robert Horry 1992 in die NBA zu den Houston Rockets. Seine vier Jahre in Taxes waren gleichzeitig die erfolgreichsten in der Rockets-Vereinsgeschichte. An der Seite von Star-Center Hakeem Olajuwon gewann Horry 1994 und 1995 die NBA-Meisterschaft, es sollten bis heute die einzigen beiden Titel für Houston bleiben. Nach einem kurzen Zwischenspiel bei den Phoenix Suns ging Horry 1997 zu den L.A. Lakers. Dort verlor er zwar seinen Starter-Posten, welchen er in Houston fast immer hatte, und kam meistens von der Bank, doch der Erfolg sollte ihn dafür entschädigen. Angeführt vom Superstar-Duo Shaquille O'Neal und Kobe Bryant wurden die Lakers zwischen 2000 und 2002 drei Mal in Serie Meister.
2003 dann verließ Horry die Stadt der Engel und ging zurück nach Taxes, diesmal zu den San Antonio Spurs. Obwohl er damit ein extrem erfolgreiches Team verließ, bewies Horry ein gutes Gespür, denn mit den Spurs sicherte er sich in den letzten Jahren seiner Karriere noch zwei weitere Titel (2005, 2007).
Der beste Role-Player der NBA Geschichte
Was Horry so wertvoll für alle seine Teams machte, war auf der einen Seite seine Zurückhaltung und auf der anderen Seite seine Fähigkeit, in wichtigen Augenblicken über sich hinauswachsen zu können. Horry hatte sozusagen kein Ego. Für ihn war es nicht wichtig, gute Statistiken abzuliefern oder viele und spektakuläre Körbe zu erzielen. Für die Chemie in einer Mannschaft sind Spieler wie er unverzichtbar, ganz besonders im Basketball und in der NBA, die voll ist von Selbstdarstellern und Egoisten, die zuerst auf sich schauen und dann erst auf ihr Team.
Gleichzeitig hatte Horry die Fähigkeit, in engen Situationen von der Rolle des Role-Players in die Rolle des Go-to-Guys zu wechseln, also Spiele zu enstcheiden. Vor allem in den Playoffs war diese Fähigkeit oft Gold wert. Viele Male versenkte er Spielentscheidenede Würfe, eine Tatsache, die ihm den Spitznamen "Big-Play-Rob" einbrachte - Horry, der Mann für die entscheideneden Situationen.
Der Rekordmann
Michael Jordan führte die NBA zehnmal bei den Punkten an. John Stockton verzeichnete in der NBA-Geschichte sowohol die meisten Korbvorlagen als auch die meisten Ballgewinne. Und Wilt Chamberlain erzielte einmal 100 Punkte in einem einzigen Spiel. NBA-Rekorde werden meist von Superstars wie diesen aufgestellt und gehalten.
Robert Horry ist wohl der einzige Rollenspieler der NBA-Geschichte, der ebenfalls so manchen Rekord sein Eigen nennen darf. So brachte er es in seiner langen Karriere auf 244 Playoff-Einsätze und damit auf mehr als jeder andere. Dieser Rekord ist zum einen Beleg für enorme Beständigkeit als auch dafür, dass Horry stets für starke Mannschaften spielte. Beweis dafür sind die sieben NBA-Meisterschaften, die Horry in seiner Karriere gewann. Kein NBA-Spieler, der nicht in den 1950er und 1960er Jahren für die Boston Celtics aktiv war, konnte öfter Meister werden. Die Celtics gewannen in dieser Zeit allerdings acht Titel in Serie (1959-66) sowie zwischen 1957 und 1969 elf von möglichen 13 Titel. Den Rekordhalter und elfmaligen NBA-Champ Bill Russell konnte Horry also nicht gefährden. Ein weiterer Rekord Horrys stammt aus dem Jahr 1995, als der Houston Rocket im Finale gegen Orlando sieben Ballgewinne in einem Spiele verbuchte - bis heute einen Final-Rekord.
Wenn von früheren Spielern die Rede ist, werden immer wieder dieselben Namen genannt, die der MVPs, der All-Stars oder der Scoring-Champs. Aber auch Robert Horry hat sich seinen Platz in der NBA-Geschichte gesichert. Dass als Role-Player zu schaffen verdient großen Respekt und ist überaus selten.
