Der neue Frisurentrend: Toupierte Haare werden wieder modern

Liz Taylor und Marilyn Monroe - Lukesch/Repro
Liz Taylor und Marilyn Monroe - Lukesch/Repro
Voluminös, hoch toupiert und wild schauen die Frisuren für die kommende Saison aus. Die Fernsehserie „Mad Men" macht den Look der sechziger Jahre zum Trend.

Die mit Preisen überhäufte US-Fernsehserie „Mad Men“ spielt in den sechziger Jahren vor einer polierten, perfekten Kulisse einer Werbeagentur in der Madison Avenue in New York. Die Hausfrauen tragen weite Röcke und spitz zulaufende BHs. Der Mund ist rot geschminkt, die Formen kurvig und die üppige Marilyn Monroe oder die sinnliche Liz Taylor die Sexsymbole schlechthin. Die Haare legte man sich in Wasserwellen und toupierte sie zu voluminöser Fülle hoch. Genau dieser Look der sechziger Jahre dominiert den Frisurentrend der kommenden Saison.

Die Haare von Brigitte Bardot und Jane Fonda

In den sechziger Jahren standen Brigitte Bardot und Jane Fonda für Verführung, Rebellion und Aufstand gegen die Konventionen der starren fünfziger Jahre. Mit ihren hoch toupierten Haaren oder ihrer langen, wilden Mähne waren sie Symbol für Sex und Leidenschaft. Andere Stars wie Doris Day zeigten, ebenfalls mit hoch toupierter und weißblond gefärbter Haarpracht, wie Eleganz und Mode auszusehen hat. Die Frisuren der kommenden Saison setzen auf das Revival der sechziger Jahre. Die Stylisten könne ihre Kreativität voll austoben, denn die Frisuren bekommen wieder mehr Volumen.

Wild aufgetürmte Haare und Kontraste

Dieser alte, respektive neue Style wird in der kommenden Saison "Big Hair" genannt. Kurze Haar-Schnitte in super blond werden zu maximalem Volumen hoch toupiert. Dies macht einen sehr weiblichen, aber auch raffinierten Eindruck. Halblanges Haar wird in der kommenden Saison voluminös geföhnt und am Hinterkopf sogar toupiert. Man kann das Haar auch mit einzelnen Locken tragen. Die Frau, die lange Haare hat, liegt voll im Trend. Sie kann sie im Stil von Brigitte Bardot oder von Jane Fonda, als sie im Film "Barbaren" (1968) die Hauptrolle spielte, tragen. Josef Wieser vom Landesinnungsverband des bayerischen Friseurhandwerks in München weiß, dass im kommenden Frühjahr und Sommer Kontraste eine große Rolle spielen werden, Denn jeder Look verbinde unterschiedliche Haar-Strukturen. Lange Haare können zum Beispiel so getragen werden, dass sie am Oberkopf glatt sind und in den Längen lockig. Noch in der letzten Saison trug man die langen Haare ganz glatt oder gestuft oder auch in Wellen gelegt. Durch den neuen Trend mit den unterschiedlichen Strukturen kommen jedoch wieder Bewegungen und Fantasie ins Haar.

Ponys unerwünscht

Der Pony, der in der vergangenen Saison bei bestimmten Frisuren noch ein Muss waren, hat keine lange Lebensdauer mehr - man sollte ihn am besten gleich heraus wachsen lassen. Die neuen Schnitte, erklärt Wieser, sind so konzipiert, dass sie viele Möglichkeiten bieten, um der Kreativität freien Raum zu lassen. Wichtig dafür ist jedoch, dass das Deckhaar so lang ist, dass man es ohne Probleme aus dem Gesicht frisieren kann. Wer den in der letzten Saison so modernen, ultrakurzen Pixie-Cut trägt, sollte die Haare zumindest in der oberen Partie so lang wachsen lassen, dass man ihn noch mit Haargel oder Spray stylen kann. So wird aus dem Pixie-Cut der so genannte Undercut: Das Deckhaar ist länger, die Nacken- und Seitenpartien sind sehr kurz.

Der Langhaar-Look ist ein Klassiker, Rot ist im Kommen

Auch wenn sich der Trend in der kommenden Saison an den sechziger Jahren orientiert, ist der natürlich wirkende Langhaar-Look weiterhin ein Klassiker. Man kann die Haare locker, keinesfalls streng aufstecken oder sie mit einzelnen gekreppten Strähnen betonen. Zum Weggehen gibt es die Möglichkeit, die Haare ganz straff zu einem Pferdeschwanz zu binden, diesen jedoch in Locken zu legen. Nicht nur die Vorbilder aus den alten Zeiten dominieren heuer den Frisuren-Trend. Popstar Rihanna macht Mode mit ihrem feuerroten Haaren.

Josef Wieser vom Landesinnungsverband des bayerischen Friseurhandwerks weiß, dass in der kommenden Saison Rottöne, wie leuchtendes Kupfer und Tizianrot besonders angesagt sind. Das Rot kommt vor allem in kurzen Haaren durch den Kontrast von extrem kurzen Konturen und langem Deckhaar besonders zur Geltung. Man kann es auch noch mit einer in den Längen heller werdenden Nuancierung betonen. Wer blond ist oder werden will, sollte sich dagegen von allzu knalligen Farben verabschieden. Im Trend liegen puderig matte, warme, oft auch mit Kupfer hinterlegte Blondtöne. Die Farbpalette zwischen Honig und Braun liegt voll im Trend. Vor allem im hoch toupierten und voluminösen Haar kommen Strähnchen besonders gut zur Geltung. Die angesagten Hair-Stylisten verwenden in der kommenden Saison statt den Block-Strähnen im vorderen Teil der Haare nur leichte, feine Strähnchen. Im hinteren Teil des Haares werden hingegen Folien-Strähnen eingearbeitet.

Welche Frisur für modebwusste Männer?

Der Undercut liegt heuer auch bei den Männern voll im Trend. Wer besonders mutig ist, kann das Deckhaar auch schon mal im Stile der sechziger Jahre zu einer auffälligen Tolle föhnen oder auch gelen. Josef Wieser bezeichnet diese Abwandlung des Undercuts als „neuen Dandylook“. Modebewusste Männer können ihr Haar auch lockig tragen. Mit einem guten Haarschnitt ist dies sogar sehr pflegeleicht. Die Männer, die sich wenig Mühe mit ihren Haaren machen wollen, können sich in der kommenden Saison den extrem kurzen "Military Look" zulegen. Da spart man(n) sich jedes aufwändige Styling.