Rassehunde finden sich nur selten im Tierheim und wenn, handelt es sich meist um große Hunde oder so genannte Kampfhunderassen. Dem zu Folge sollte man sich eher darauf einstellen, einen Mischlingshund auszuwählen. Mischlinge sind als gesundheitlich sehr robust bekannt, weil sie oft genetisch die Stärken der verschiedenen Elterntiere vereinen. Das bedeutet natürlich nicht, dass diese Tiere nie krank werden können. Mischlinge gibt es in den unterschiedlichsten Größen, kurz- oder langhaarig und auch in verschiedenen Farbvarianten. Wer so zu sagen ein Original halten möchte, ist bei einem Mischlingshund genau richtig, denn selbst Welpen eines Wurfes können ganz unterschiedlich sein.

Auf was muss man sich bei einem Mischlingswelpen einstellen?

Gerade Mischlingswelpen finden sich oft in den Tierheimen. Entweder wurden die Mütter trächtig abgegeben oder ausgesetzt oder die Welpen selbst haben dieses Schicksal erfahren. Natürlich sind Welpen in ihrer Tapsigkeit einfach niedlich. Doch davon sollte man sich nicht vorschnell verführen lassen. Vor allem bei Welpen, die ohne ihre Mutter im Tierheim gelandet sind, können selbst erfahrene Mitarbeiter selten die ursprünglichen Rassen benennen und sind auf Vermutungen angewiesen. Die ausgewachsene Größe eines solchen Hundes lässt sich also nicht genau vorhersagen. Relativ sicher wird ein Welpe mit kräftigen Pfoten größer werden als einer mit zierlichen Pfoten. Auch der Brustkorb kann dazu Anhaltspunkte liefern. Doch ob er zum Beispiel nur kniehoch wird oder eher bis an die Hüfte reichen wird, bleibt ein Geheimnis. Auch das endgültige Aussehen eines Mischlingswelpen steht noch nicht fest. Aus einem kurzhaarigen Welpen kann durchaus ein Hund mit Wuschelfell werden.

Die unbekannte Vorgeschichte der Tierheimbewohner

Entscheidet man sich bewusst für ein erwachsenes Tier und nicht für einen Welpen, sollte man sich darüber im Klaren sein, dass dieses Tier eine oder gar mehrere Vorgeschichten hat. Diese sind oft dem Personal nicht bekannt. Das Personal kann Auskunft darüber geben wie das Tier sich im Heim verhält oder wie es mit Menschen und Artgenossen dort umgeht. Im neuen Zuhause kann das Verhalten ein ganz anderes sein. Auch ist selten bekannt, wie sich der Hund anderen Tieren gegenüber verhält, zum Beispiel bereits vorhandenen Katzen oder Kaninchen. Im Tierheim kann so etwas in den seltensten Fällen ausprobiert werden. Hunde, die sich Erwachsenen gegenüber freundlich benehmen, können in ihrer Vergangenheit schlechte Erfahrungen mit Kindern gemacht haben und dem entsprechend unfreundlich und sogar gefährlich reagieren.

Was ist zu tun, wenn der neue Mitbewohner nicht zur Familie passt?

In der Regel bemerkt man bereits in den ersten Tagen, ob ein Hund Verhaltensweisen hat, die man nicht akzeptieren kann. Oft entscheiden sich Familien dafür, ihn dennoch zu behalten. Das kann eine gute Entscheidung sein, wenn man bereit ist, diese Verhaltensweisen mit Hilfe einer Hundeschule oder eines Hundetrainers zu bearbeiten. Oftmals liegen Fehlverhalten nur daran, dass ein Hund in der Vergangenheit keine Erziehung genossen hat. Liegt es nur an der mangelhaften Erziehung, hat die Arbeit mit dem Hund gute Aussichten auf Erfolg. Stellt es sich jedoch heraus, dass der Hund bissig ist, sollte man sich, vor allem wenn Kinder im Haushalt leben, von ihm trennen. In diesem Fall bringt man den Hund am Besten in das abgebende Tierheim zurück. Dem Tierheimpersonal ist dabei kein Vorwurf zu machen, denn es ist durchaus möglich, dass ein solches Verhalten im Heim nicht aufgetreten ist.

Der niedliche Welpe entwickelt sich zum ungewollten Riesen – was sollte man tun?

Wenn der niedliche kleine Welpe, den man sich ausgesucht hat, gar nicht aufhören will zu wachsen, muss überlegt werden, ob auch ein großer Hund zur Familie passt. Hat man beispielsweise ein Baby, wird es lange dauern, bis dieses Baby groß genug ist, auch den freundlichsten Knuffen eines Riesenhundes Stand zu halten. Sind Kinder schon größer, kann man mit ihnen gemeinsam den Umgang mit einem großen Hund üben. Selbstverständlich gehört zur Hundeerziehung auch dazu, dass dieser Menschen prinzipiell nicht anspringen darf. Aber auch die Wohnsituation spielt eine Rolle. In einer Etagenwohnung sollte solch ein großer Hund nicht gehalten werden. Ein weiterer Aspekt ist die Kraft, die ein großer Hund entwickeln kann. Selbst wenn er gut erzogen wird, lässt sich nie ganz ausschließen, dass er beim Spaziergang durch ein unvorhersehbares Ereignis kräftig an der Leine zerrt. Dem kann nur ein Halter entgegenwirken, der selbst kräftig genug ist.

Quelle: „Ein Hund aus zweiter Hand“ von Petra Krivy und Ann-Sophie Griebel, Mueller Rueschlikon Verlag, 2011