
- Politisches Dokument - Angela Parszyk/pixelio.de
Nach der Trennung der Gebietskörperschaft Stadt Wien vom Bundesland Niederösterreich als eigene Doppelgebietskörperschaft mit gleichzeitigem Landesstatus wurden die jeweiligen politischen Vertretungskörperschaften neu gewählt. Diese neuerliche Wahl wurde 1921 durchgeführt. Als wahlwerbende Gruppierungen traten insgesamt sechs wahlwerbende Parteien an. Neben der Christlich-Soziale Partei (CSP), der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei(SDAP) und der Großdeutschen Volkspartei(GDVP) noch die Kommunistische Partei(KP), die Nationalsozialistische Arbeiterpartei(NSDAP) sowie die Demokratische Wirtschaftspartei(DWP).
Landtagswahl 1921 als erste Wahl im getrennten Niederösterreich
Diese zweite Landtagswahl in Niederösterreich fand am 24. April 1921 statt. Als Wahlsieger ging die Christlich-Soziale Partei (CSP) mit 32 Sitzen im Landtag hervor, gefolgt von der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei(SDAP) mit 22 Sitzen und der Großdeutschen Volkspartei(GDVP) mit 6 Sitzen. Mit 0,9% für die Kommunisten, 0,3% für die Nationalsozialisten und 0,1% für die Demokratische Wirtschaftspartei blieben diese weit von einem möglichen Einzug in den Landtag entfernt. Damit hatte die Christlich-Soziale Partei (CSP) die absolute Mehrheit an Mandaten im niederösterreichischen Landtag errungen. Mit diesen konservativen Mehrheitsverhältnissen stand sie zum von den Sozialdemokraten stark dominierten Wiener Landtag und Gemeinderat in einem ausgeprägten Gegensatz.
Zusammensetzung des Landtags 1921 nach der Trennung
Während der Landtagsperiode ab1921 kam es in den einzelnen Fraktion des Niederösterreichischen Landtags wiederum zu zahlreichen Mandatswechseln bei den einzelnen Fraktionen. So setzte sich die Fraktion der Christlich-Sozialen(CSP) aus insgesamt 40 Mandataren zusammen, wobei es zu einem Wechsel von 15 Abgeordneten gekommen war. Die Fraktion der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei(SDAP) setzte sich aus insgesamt 27 Mandataren zusammen, wobei es zum Mandatswechsel von 10 Abgeordneten gekommen war. Und die Fraktion der Großdeutsche Volkspartei(GDVP) schlussendlich setzte sich aus insgesamt acht Mandataren zusammen, wobei es zu einem Wechsel von vier Landtagsabgeordneten gekommen war. Innerhalb der Legislaturperiode bis 1927 wechselten zwei Abgeordnete darüber hinaus zum dann eigenständig agierenden Landbund, als einer zweiten national-liberalen Parteigruppierung in der Ersten Republik.
Ständische Zusammensetzung des Landtages ab 1921
Eine starke ständische Zusammensetzung des niederösterreichischen Landtages, der mit der politischen Herkunft der Mandatare in Verbindung stand, bestand bereits seit 1919. So kamen aus dem Stande der Land- und Forstwirtschaft insgesamt 17 Landtagsabgeordnete, davon aus der Christlich-Sozialen Partei(CSP) 15 und der Großdeutsche Volkspartei(GDVP) zwei Mandatar. Aus dem Stande des Gewerbes, des Handels und der Industrie kamen insgesamt 14 Landtagsabgeordnete, davon aus der Christlich-Sozialen Partei (CSP) 12 und aus der Großdeutsche Volkspartei(GDVP) zwei Mandatare. Aus dem Stande der Arbeiter und Angestellten kamen insgesamt 18 Landtagsabgeordnete, aus der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei(SDAP) 16 und der Christlich-Sozialen Partei (CSP) zwei stammten. Aus dem Stande der Staats-, Landes- und Gemeindeverwaltung kamen insgesamt 24 Mandatare, davon aus der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei(SDAP) 15, aus der Christlich-Sozialen Partei (CSP): sieben und der Großdeutsche Volkspartei(GDVP) zwei. Aus dem Stande der Freien Berufe kam schlussendlich ein Mandatar aus der Christlich-Sozialen Partei (CSP).
