Der Ochsenfrosch – groß, laut, gefräßig und gefährlich

Der nordamerikanische Ochsenfrosch ist groß, schwer und laut. Er breitet sich in Deutschland aus und wird zunehmend zur Gefahr für einheimische Kleintiere.

Der Ochsenfrosch ist recht beeindruckend, was seine Maße und seine Lautstärke betrifft. Mittlerweile ist er auch in vielen Teilen Deutschlands heimisch und stellt eine Gefahr für die einheimischen Kleintiere dar, da er ihnen das Futter streitig macht oder andere Kleintiere selbst frisst.

Der Ochsenfrosch – Artenbestimmung und Namensherkunft

Der nordamerikanische Ochsenfrosch (Rana Catesbeiana) gehört zu der Gattung der echten Frösche und gliedert sich in die Klasse der Lurche ein. Er ist einer der größten Froscharten der Welt. Nur eine Art ist größer, der westafrikanische Goliathfrosch mit einer Körpergröße von 30 Zentimeter, mit Beinen sogar etwas über 40 Zentimeter Gesamtlänge.

Seinen Namen trägt der Ochsenfrosch weil das Männchen wie ein Ochse brüllt, um ein paarungsbereites Weibchen anzulocken. Gleichzeitig steckt er sein Revier ab und signalisiert, dass er der Größte ist. Seine dumpfen Lockrufe kann man sogar noch 2 Kilometer weit entfernt hören. Er ist ein typischer Einzelgänger und findet sich nur zur Paarungszeit mit mehreren Weibchen zusammen.

Größe und Aussehen des Ochsenfrosches – bis zu 1 Kilo Gewicht

Das etwa 600 Gramm bis 1 Kilogramm schwere und mit knappen 20 Zentimetern große Froschweibchen sucht seinesgleichen. Noch dazu kommt eine ungefähre Beinlänge von 25 Zentimetern hinzu. Das Männchen ist mit seinen bis zu 17 Zentimetern Körperlänge (ohne Beine) etwas kleiner geraten. Allein die ältere Kaulquappe (Larve) misst schon circa 12 Zentimeter.

Die Farbe eines Ochsenfrosches ist seiner Umgebung gut angepasst. Olivgrün bis hin zu erdfarben. Der Kopf des Frosches ist hell, oftmals hellgrün, die Kehle cremefarben, beim Männchen gelblich. Der Bauch ist mit dunklen Punkten gesprenkelt. Wie bei vielen Krötenarten hat auch der Ochsenfrosch kleine Warzen auf dem Rücken.

Das Männchen verfügt über deutlich ausgeprägte Trommelfelle, die wie zwei Augenpaare aussehen, aber weitaus größer sind. Es gibt ein weiteres Merkmal des Männchens, nämlich die Hautfalte, die sich vom hinteren Rand des Auges, um das Trommelfell herum bis hin zu den Vorderbeinen erstreckt. Anders als bei den europäischen Wasserfröschen, besitzt der Ochsenfrosch keine Rückendrüsenleisten, keinen Rückenstreifen mittig der Rückenlänge und er hat nur eine Schallblase an der Kehle, statt jeweils eine seitliche wie die anderen Froscharten.

Lebensraum und Herkunft des nordamerikanischen Ochsenfrosches

Wie der Name schon vermuten lässt, stammt der Ochsenfrosch ursprünglich aus Amerika, genauer gesagt aus dem östlichen und mittleren Nordamerika. Für den Verzehr wurde er im westlichen Teil der vereinigten Staaten vom Menschen geplant gezüchtet (Neozoon). Von dort aus wurde er nach Europa gebracht, wo er in speziellen Farmen für Restaurants gezüchtet wurde wie zum Beispiel auch in der Lüneburger Heide. Seine Schenkel gelten als Delikatesse.

Aber auch Amphibienfreunde konnten die Kaulquappen für den heimischen Gartenteich käuflich erwerben. Einige Besitzer setzten die ausgewachsenen Tiere jedoch in fremden Tümpeln aus, weil sie die Lärmbelästigung unterschätzt oder das Interesse verloren haben. Einige ausgewachsene Exemplare jedoch suchten sich eigenständig einen neuen Lebensraum.

In einigen Gewässern von Karlsruhe wurden im Sommer 2001 zum ersten Mal mehrere Tausend Kaulquappen und Jungtiere gefunden. Außerdem sind örtlich die dortigen Kaulquappen fast gänzlich verschwunden, was den nimmersatten Fröschen zugeschrieben wird. Die Ausbreitung in Baden Württemberg sorgt für die begründete Sorge einer starken Reduzierung der einheimischen Amphibienbestände. Der Ochsenfrosch ist in allen Gewässern zuhause, wie Seen, Teiche, Tümpel, aber auch eher trockenen Gebieten wie Reisfelder.

Der Ochsenfrosch könnte sich durch den zu erwartenden Klimawandel noch weiter ausbreiten, da er über Winter eine bessere Überlebenschance hat.

Fortpflanzung – der Ochsenfrosch vermehrt sich rasant

Mit 2 bis 4 Jahren ist der Ochsenfrosch geschlechtsreif und somit fortpflanzungsfähig. Das Weibchen legt bis zu 25.000 Eier, die in großen Laichballen unter der Wasseroberfläche in Ufernähe treiben. Anders wie bei unseren heimischen Arten geht die Laichperiode bis in den Spätsommer hinein, die hierzulande meist schon Ende Frühling, Anfang Sommer beendet ist. Die Kaulquappen schlüpfen schon nach wenigen Tagen, weniger als einer Woche. Je nach Wassertemperatur dauert die Entwicklung der Kaulquappen bis zu 3 Jahre, in wärmeren Gefilden allerdings nur wenige Monate, bis die Jungfrösche an Land hüpfen. Die Fortpflanzung findet bei einer Außentemperatur von etwa 28 Grad und einer Wassertemperatur von 17 bis 21 Grad statt.

Nicht alle sehr großen Kaulquappen stammen vom Ochsenfrosch, es kann sich auch um Quappen einer Kröte handeln wie der Knoblauchkröte oder der Geburtshelferkröte.

Speiseplan – sie fressen alles, was sie überwältigen können und stellen somit eine Gefahr für die hiesigen Kleintiere dar

Der Ochsenfrosch ist nicht immer und überall gern gesehen. Nicht nur der Lärm, den ein ausgewachsenes Männchen macht, auch die Gefräßigkeit stellt den Ochsenfrosch als eine Gefahr für andere Tiere dar.

Auf seinem Speiseplan stehen unter anderem: Schnecken, Jungschlangen, Insekten, Küken einiger Wasservögel, Eidechsen, kleine Schildkröten, Regenwürmer, kleinere Fische und sogar Frösche. Die Kaulquappen ernähren sich vegetarisch.

Durch ihren großen Appetit und ihrer Größe sind sie eine große Konkurrenz für andere Kleintiere und stellen eine ernstzunehmende Gefahr dar. Sie selbst haben kaum Fressfeinde, da sie einen ekligen Geschmack haben. Die typischen Jäger des Ochsenfrosches sind Marder, sowie auch Bussarde und Wasserschlangen, die bei uns nicht vorkommen.

Die Gefahr besteht darin, dass sie den einheimischen Tierarten die Nahrung wegfressen oder die Tiere selbst vertilgen. Sie sind vorwiegend nachts unterwegs, um auf Nahrungssuche zu gehen.

Quellenangabe: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland