Der Osterkaktus - Hatiora x graeseri

Tipps zu Haltung und Pflege einer schönen Hybridzüchtung

Osterkaktus - Hatiora - in der Blüte - Heidi Fülle
Osterkaktus - Hatiora - in der Blüte - Heidi Fülle
Der Osterkaktus ist eine pflegeleichte Zimmerpflanze. Beachtet man einige Tipps zu Haltung und Pflege dieses schönen Blatt- und Gliederkaktus' hat man viel Freude an ihm.

Der Osterkaktus zählt zu den epiphytischen Kakteen. Hierunter versteht man Sukkulenten, die vornehmlich in Bäumen wachsen, da sie dort mehr Luft und Licht, aber auch Feuchtigkeit bekommen. Zu den Blatt- und Gliederkakteen gehörig unterteilt sich seine Gattung in sechs Arten. Der Osterkaktus stammt aus den Bergwäldern des ostbrasilianischen Küstengebirges, sein Verbreitungsgebiet ist eher klein.

Der Osterkaktus wurde früher der Gattung Rhipsalidopsis zugeordnet, die nur aus zwei Arten und einer Arthybride bestand. Heute zählt man den Osterkaktus zur Gattung Hatiora. Die Hatiora x graeseri ist eine Hybridzüchtung aus hatiora gaertneri und hatiora rosea.

Standort

Genau wie der Weihnachtskaktus - der oft mit dem Osterkaktus verwechselt wird - ist die Hatiora als Zimmerpflanze sehr beliebt, da sie pflegeleicht und sehr robust ist. Ihr Standort sollte hell bis halbschattig sein, direkte Sonneneinstrahlung oder einen Standort am Südfenster verträgt sie nicht. Es ist zu beachten, dass sie ihren Standort im Zimmer möglichst immer an der gleichen Stelle hat. Das ist besonders wichtig für die Blütezeit; wechselt sie hier den Standort, wirft sie Knospen und Blüten ab. Ab Mai kann der Osterkaktus über die Sommermonate hinweg auch ins Freie, hier muss er einen schattigen Standort haben.

Temperatur und Pflege der Hatiora

Hatiora sollten in einer nährstoffreichen, lockeren Erde gehalten werden. Normale Blumenerde mit einem Drittel Torf, etwas grobkörnigem Sand und Dünger gemixt bildet den idealen Nährboden, weil so gewährleistet ist, dass das Wasser länger gespeichert werden kann. Die Pflanze darf nicht völlig austrocknen, aber auch nicht übergossen werden, damit sich keine Staunässe bildet, denn dadurch könnten die Wurzeln faulen. Als Dünger eignet sich Kakteen- und Volldünger, der von März bis Oktober etwa alle 14 Tage gegeben werden sollte.

Für die Blütenbildung ist es wichtig, dass der Osterkaktus im Winter sechs bis acht Wochen bei etwa zehn Grad kühl steht. In dieser Zeit bilden sich die neuen Knospen, es wird wenig gegossen. Liegen die Temperaturen im Winter über 15 Grad, bildet der Osterkaktus keine neuen Blüten. Anschließend wird er langsam an die ideale Temperatur von 20 Grad heran geführt. Nach Beginn der Blütenknospenbildung wieder etwas mehr gießen. Während über die Sommermonate hinweg normal gegossen wird, reduziert man ab September die Wassergabe, damit sich die neuen Blattglieder entwickeln und Knospen angesetzt werden können. Umgetopft wird etwa alle drei bis vier Jahre. Der Weihnachtskaktus kann - wie andere Kakteen auch - unter dem Befall von Woll- und Schildläusen leiden.

Vermehrung des Osterkaktus'

Die beste Zeit für die Vermehrung durch Stecklinge ist im Sommer, im Winter dauert die Bewurzelung sonst doppelt so lange. Hierbei trennt man mehrere ausgewachsene Triebe mit einem scharfen Messer von der Mutterpflanze ab. Dabei ist darauf zu achten, dass diese Triebe nicht verholzt sind. Man kann die Stecklinge eine Woche abtrocknen lassen oder auch gleich in feuchtes Pflanzensubstrat oder Kakteenerde zum Bewurzeln geben. Damit innerhalb kurzer Zeit blühfähige Pflanzen entstehen, stellt man eine Art Gewächshausklima her, indem man die Erde feucht hält und über den Topf eine lichtdurchlässige Plastiktüte gibt. Die ideale Temperatur beträgt hier 22 bis 28 Grad. Die Erde immer gleichmäßig feucht halten, aber nicht überwässern. Innerhalb von vier Wochen bilden sich in der Regel feine Wurzeln aus. Danach kann die Plastiktüte täglich ein Stück höher gezogen werden, bis man sie ganz entfernt. Im Anschluss bringt man die Pflanze an den Standort, an dem sie künftig verbleiben wird, und pflegt sie normal weiter. Neue Pflanzen blühen in den meisten Fällen bereits nach einem Jahr.

Die Arten der Gattung Hatiora

Die Gattung Hatiora wird in sechs Arten unterteilt:

  • h. epiphylloides
  • h. gaertneri
  • h. herminiae
  • h. rosea
  • h. salicornioides
  • h. x graeseri

Bei der Art h. x graeseri handelt es sich um eine Hybridzüchtung aus h. gaertneri und h. rosea.

Der Unterschied zum Weihnachtskaktus – Schlumbergera

Nicht selten werden Weihnachts- und Osterkaktus miteinander verwechselt. Obwohl beide zur Gattung der Kakteen gehören, sind sie doch völlig eigenständige Arten. Der Weihnachtskaktus (Schlumbergera) unterscheidet sich vom Osterkaktus (Hatiora) insofern, als dass er über am Rand spitz gezackte Blattglieder verfügt während der Osterkaktus an den Rändern nur leichte Einkerbungen hat. Ein weiterer Unterschied ist neben der Blütenform auch, dass die Blüten des Osterkaktus’ nur tagsüber geöffnet sind. Allerdings gibt es Kreuzungen (Hybriden) aus beiden Gattungen. Der Osterkaktus blüht in den Monaten März bis Mai, während die Hauptblütezeit des "Weihnachtskaktus" in Monaten Oktober/November liegt. Die meiste Zeit des Jahres blühen die Pflanzen jedoch nicht.

Heidi Fülle, Heidi Fülle

Heidi Fülle - Hallo, ich freue mich, dass Sie hier sind und bedanke mich herzlich für Ihr Interesse. Seit etlichen Jahren arbeite ich in Berlin ...

rss