Der Palazzo Farnese in Rom und seine Architekten

Am Palazzo Farnese wirkten Sangallo d.J., Michelangelo, Vignola und Giacomo della Porta. Papst Paul III. ließ sich einen imposanten Palast in Rom errichten.

Der Palazzo Farnese ist der größte Profanbau der Renaissance in Rom. Seine Hauptfront misst eine Höhe von 30 Meter und eine Länge von 60 Meter. Als Bauherr des Palazzo Farnese zeichnete sich Allessandro Farnese (1468 – 1549) aus, der 1534 unter dem Namen Paul III. zum Papst ernannte wurde. Allessandro Farnese ließ berühmte Architekten für sich bauen: Antonio da Sangallo d.J., Michelangelo Buonaroti, Giacomo Barozzi da Vignola und Giacomo della Porta wirkten am Palazzo Farnese.

Palazzo Farnese - Architekt Antonio da Sangallo d.J.

Allessandro Farnese erwarb 1495 den alten Kardinalspalast. Antonio da Sangallo d.J. wurde 1513/14 von ihm mit einem Entwurf beauftragt. Der endgültige Bauplan lag 1515 vor. Festgelegt war darin, dass der Kernbau erhalten bleiben und nur die Außenfronten erneuert werden sollten. Ab 1539/40 traten Probleme auf: Sangallo d.J. musste umdisponieren und den Palast vergrößern. Eine Bestandsaufnahme der Baustelle um 1540 zeigte, dass das oberste Geschoss noch nicht errichtet, aber die Versetzung der Fenster des Piano nobile bereits geschehen war. Am Palazzo arbeitete Sangallo d.J. bis zu seinem Tode 1546. Vollendet hatte er bis dahin die Außenmauern der Schaufassade, den Hof bis zum zweiten Geschoss und das Vestibül.

Palazzo Farnese - Architekten Michelangelo, Vignola und Giacomo della Porta

Dem Bauherr Allessandro Farnese gefiel das von Sangallo d.J. geplante Kranzgesims nicht mehr. Der anschließende Architektenwettbewerb wurde zugunsten Michelangelos entschieden. Er übernahm von 1546 bis 1549 die Bauleitung. Michelangelo änderte nicht nur den Abschluss des Palazzo, sondern setzte sein Konzept für den gesamten Palast um. Er errichtete das Kranzgesims, das zweite Obergeschoss des Hofes und die Ehrenloge im Piano nobile. Um 1550 war die Arbeit an der Fassade beendet. Ab 1549 übernahm Vignola die Bauleitung und behielt sie bis zu seinem Tode 1573. Er brachte die zum Tiber liegende Seite fast zum Abschluss. Giacomo della Porta vollendete nach dem Tod von Vignola bis 1589 die drei-arkadige zum Tiber geöffnete Loggia.

Antonio da Sangallo d.J. (1484 – 1546)

Antonio da Sangallo d.J. wurde in Mugello als Neffe von Giuliano und Antonio da Sangallo d.Ä. geboren. Seine letzten Stunden verbrachte er in Terni. Die Zusammenarbeit mit Bramante begann 1506. Sein erstes eigenständiges Werk ist wahrscheinlich der Eingang und Hof der Festung Capodimonte von 1513 bis 1515 gewesen. Ab 1516 wirkte er mit Raffael zusammen am Neubau der Peterskirche mit. Von 1520 bis zu seinem Tode wurde er zum leitenden Baumeister von St. Peter ernannt. 1522 konnte er den Palazzo Baldassini in Rom vollenden. Zwei Jahre später begann er mit dem Bau der Münze in Rom.

Michelangelo Buonaroti (1475 – 1564)

Michelangelo erblickte in Caprese (Toskana) das Licht der Welt und starb in Rom. 1487 trat er in die Werkstatt von Domenico Ghirlandaio in Florenz ein. 1490 zog es ihn an den Hof der Medici. Immer wieder hielt er sich in Rom auf. 1508 erhielt er dort den Auftrag von Julius II. die Fresken der Sixtinischen Kapelle auszumalen. Für die Medici entwarf er die Fassade der Medici-Kapelle San Lorenzo und die Neue Sakristei. 1534 siedelte Michelangelo endgültig nach Rom über. Vier Jahre später begann er mit den Arbeiten auf dem Kapitol. Die Bauleitung für St. Peter erhielt er 1546 und für die Capella Sforza in Santa Maria Maggiore 1560.

Giacomo Barozzi da Vignola (1507 – 1573)

Vignola wurde in Vignola bei Modena geboren und starb in Rom. 1536 studierte er römische Tempel, um später Illustrationen für Vitruvs Theorien anfertigen zu können. 1541 bis 1543 verweilte er in Frankreich, da ihn König Franz I. nach Fontainebleau gerufen hatte. Vignola wurde 1564 leitender Baumeister von St. Peter und führte nach den Plänen Michelangelos zwei Gewölbe aus. Bereits von 1534 bis 1536 hatte er mit Baldassare Peruzzi und Antonio da Sangallo d.J. an der Peterskirche gearbeitet. 1568 begann er mit den Bauarbeiten an Il Gesù. Vignola ist für seine Architekturtheorien berühmt geworden. Seine Regola delle cinque ordini d'architettura (Regeln der fünf Ordnungen der Architektur) veröffentlichte er 1562.

Giacomo della Porta (1532 – 1602)

Giacomo della Porta wurde in Porlezza (Lombardei) geboren und dort auch zu Grabe getragen. Als Schüler von Michelangelo trug er seine architektonischen Ansichten weiter. Er führte die Baupläne, die Michelangelo für die Umgestaltung des Kapitolplatzes entworfen hatte, weiter. Nach dem Tode von Vignola übernahm er die Bauleitung für die Kirche des Jesuitenordens Il Gesù. 1584 konnte er die Kirche vollenden. Außerdem wurde ihm 1573 die Bauleitung der Peterskirche in Rom übergeben. Zusammen mit Domenico Fontana stellte er 1588 bis 1590 die Kuppel fertig und erhöhte sie – was den Plänen Michelangelos nicht entsprochen hatte – um vier Meter.

Viola Fatima Ording - Freiberufliche Texterin & Grafikerin - www.textsolistin.de Mitgestalterin von Apps für iPhone, iPod touch und iPad - ...

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