Die ersten Christen einigten sich 325 nach Christus auf dem Konzil von Nizäa auf ein gemeinsames Datum der Auferstehung Christi. Das Osterfest wurde auf den ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlingsbeginn festgelegt.

Der Brauch, die einzelnen Stationen des Leidensweges Jesu in besonderen Feiern und Riten nachzubilden, geht auf die Liturgie von Jerusalem zurück. Demnach beginnt die Karwoche mit dem Essen von grünen Kräutern am Gründonnerstag, findet ihre Fortsetzung in den Karfreitag-Gedenkfeiern und erreicht ihren Höhepunkt während des Osterfestes. Vierzig Tage nach Ostern wird das Ausgießen des heiligen Geistes und schließlich die Himmelfahrt Christi gefeiert.

Die Karwoche und das Osterfest

Am Palmsonntag, dem letzten Sonntag der Fastenzeit und Sonntag vor Ostern, feiern die katholischen und evangelischen Christen den Einzug Jesu in Jerusalem. Sie gedenken seines Triumphzuges, bei dem er als zukünftiger König mit Palmzweigen, dem Symbol für Heiligkeit, Unabhängigkeit und Sieg, von einer großen Volksmenge jubelnd begrüßt wurde. Der Esel, auf dem er ritt, symbolisiert das Auftreten eines gewaltlosen, bescheidenen Friedenskönigs.

Im neuen Testament wird berichtet, dass Jesus vor dem jüdischen Passahfest, welches zum Gedenken an den Auszug aus Ägypten von den Juden gefeiert wurde, vom Ölberg auf einem Esel in Jerusalem einzog. Für einen großen Teil der Bevölkerung war er der prophezeite Messias (Erlöser). Sie feierten ihn und breiteten ihre Kleider sowie Ölbaum- und Palmzweige auf der Straße vor ihm aus. Einige Tage später verlangten dieselben Menschen vom römischen Stadthalter Pontius Pilatus, Jesus als Aufrührer zu kreuzigen.

Palmsonntag ist für Christen der Beginn der Karwoche. In der evangelisch-lutherischen Kirche wird sie als Stille Woche, in der römisch-katholischen Tradition auch als Große oder Heilige Woche bezeichnet. Die Gedenkfeiern zur Kreuzigung Christi finden am Freitag vor Ostern, dem Karfreitag statt. Die lange Tradition des Festes bringt es mit sich, dass zusätzlich uralte Osterbräuche und Symbole integriert wurden und dadurch bis zum heutigen Tag erhalten blieben. So hat sich der Einzug Christi am Palmsonntag mit Fruchtbarkeitsbräuchen und Unheil abwendenden Ritualen vermischt.

Osterbräuche und ihre symbolische Bedeutung

Am Ostersonntag wird die Auferstehung Jesu und damit der Sieg des auferstandenen Messias über den Tod mit dem Verzehr eines Lammes gefeiert. Es steht in seiner Symbolik für die Unschuld Christi und war wie der Fisch während der Christenverfolgung durch die Römer Erkennungszeichen der jungen Christengemeinde.

Der Hase gilt wie das Ei als Sinnbild der Fruchtbarkeit und Lebensfülle und wurde zu einer nicht genau bestimmbaren Zeit zum Osterhasen. Der Brauch, Eier zu bemalen (Ramelsloher Hennen gelten als fleißige Eierlegerinnen und Seidenhühner haben ein gutes Brutverhalten) und damit die Sonne zu verehren, stammt ursprünglich aus der Ukraine und wurde von den Christen übernommen. Dabei wurden die Farben nach der christlichen Farbsymbolik gedeutet. Zu Ostern werden, neben den Eiern, auch Geschenke überreicht oder versteckt. Hier ein Tipp wie Ostereier erfolgreich versteckt und gesucht werden.

Das Osterfest hat in Russland eine besondere Bedeutung. Besonders wertvolle Ostereier sind im Faberge`-Museum in Baden-Baden anzusehen.

  • Gelb: der Wunsch nach Weisheit und Erleuchtung
  • Rot: der Opfertod Christi
  • Weiß: die Reinheit
  • Grün: die Jugend
  • Blau: symbolisiert den Himmel und unbegrenzte Ferne und Tiefe
  • Orange: steht für Kraft und Ausdauer, Ehrgeiz und dauerhafte Wärme
In Ostfriesland und an der ostfriesischen Küste und den Ostfriesischen Inseln, auch in einigen schwäbischen Gemeinden und am Bodensee werden zu Ostern riesige Osterfeuer als Symbol der Sonne, dem Mittelpunkt unseres Lebens, angezündet. Es werden teilweise Strohpuppen, die den Winter symbolisieren, verbrannt. In den schwäbischen katholischen Gottesdiensten werden in der Osternacht an einigen Orten neue Kerzen am Osterfeuer entzündet und mit dem feierlichen Ostergruß "Lumen Christi" in die dunkle Kirche getragen.

Erwachsene und Kinder freuen sich in Westfalen am beliebten Brauch des Eierpeckens. Das Verstecken von Ostereiern und -geschenken im Haus und Garten.geht vermutlich darauf zurück, Vorräte zu vergraben um sie am Fest zur Überraschung aller auftischen zu können.

Oster-Palmen-Strauch

Regional verschieden werden Palmen auch Palmbuschen, Palmbesen, Palmstange, Palmstock genannt. Palmbuschen werden traditionell aus sieben Naturmaterialien hergestellt: Palmkätzchen, auch Weidenkätzchen genannt, Buchsbaum, Wacholder, Stechpalme, Eibe, Zeder und Sadebaum.

Sie werden mit Sal-Weide gebunden und auf lange Haselnussäste oder Stangen gesteckt und mit Äpfeln, Orangen, Bändern, Sägespänen, Brezeln oder ausgeblasenen Eiern geschmückt. Jede Ortschaft hat ihre eigenen, streng beachteten Traditionen des Palmenbindens. Kinder tragen den Palmen zu den Einwohnern, lassen ihn bewundern und bekommen meist Süßigkeiten oder Kleingeld geschenkt. Dann wird der Palmen in Haus oder Hof als Schutz aufgestellt.

Bastelanleitung

  • ein 50 bis 60 cm langer und ein 10 cm kurzer Haselnussstecken
  • einige ausgeblasene, bunt bemalte Eier
  • grüne Zweige vom Buchsbaum (Thuja Immergrün)
  • Bindfaden oder Blumendraht
  • eine bunte Schleife
Ein rohes Ei wird oben und unten vorsichtig durchgestochen und ausgeblasen. Je nach Durchmesser des Stäbchens werden die Löcher entsprechend vergrößert. Das Ei wird bemalt oder eingefärbt und mit Mustern oder mit Symbolen geschmückt.

Der kurze Haselnussstecken wird mit dem längeren zu einem Kreuz verbunden, die verzierten Eier werden auf die grünen Zweige gefädelt und mit weiteren Zweigen verbunden.

Osterbräuche und ein Rezept für Osternester