Der Panzer im 1. Weltkrieg

Britischer Mark V (männliche Version) - Alexandr Chupryna
Britischer Mark V (männliche Version) - Alexandr Chupryna
Der 1. Weltkrieg war im Westen schon sehr bald im Stellungskrieg erstarrt. Erst eine neue Waffe brachte neue Bewegung: der Panzer, auch Tank genannt.

Nach dem Ausbruch des 1. Weltkriegs 1914 versucht das Deutsche Reich den Schlieffen-Plan umzusetzen: Frankreich möglichst schnell besiegen, um sich Russland zuwenden zu können. Doch der anfangs sehr erfolgreiche deutsche Vormarsch stoppte bald und der Krieg an der Westfront erstarrte zu einen blutigen Stellungskrieg. Die Entwicklung von gepanzerten Fahrzeugen sollte wieder Bewegung in den Grabenkrieg bringen.

Großbritannien: Mark I-V und Mark A

In Großbritannien machte man sich schon bald nach Kriegsausbruch Gedanken zu einem gepanzerten Fahrzeug. Doch stieß die Idee in hohen Militärkreisen nicht überall auf Akzeptanz. Erst durch die Förderung von Winston Churchill, damals Marineminister, wurde die Entwicklung des Panzers, auch Tank genannt, vorangetrieben. So tauchte schließlich 1916 mit dem Mark I der erste britische Tank an der Front auf. Die Panzer waren in "männliche" mit Kanonen bewaffnete und "weibliche" nur mit Maschinengewehren bestückte Panzer unterteilt. Der Mark I und seine Nachfolger, besonders Mark IV und V, sind die wohl bekanntesten und auch erfolgreichsten Panzer des 1 Weltkriegs.

Während diese Panzer allerdings schwer und langsam waren, wurden auch leichte Panzer gebaut. Der Mark A "Whippet" sollte als Kavalleriepanzer schnelle Vorstöße ins feindliche Hinterland erlauben. Eine Aufgabe, die das Gefährt zu erfüllen durchaus in der Lage war.

Frankreich: St. Chamond, Schneider CA und FT-17

Auch in Frankreich machte man sich Gedanken zur Panzerentwicklung und konnte dabei auf die Erfahrungen der Briten zurückgreifen. Bei den schweren Panzern war man allerdings weit weniger erfolgreich als diese. Es wurden die Panzer St. Chamond und Schneider CA in Konkurrenz zueinander entwickelt. Mangelnde Geländegängigkeit bzw. Zuverlässigkeit verhinderten allerdings einen effektiven Einsatz.

Weit erfolgreicher war dagegen der leichte FT-17 Panzer. Er war billig und einfach zu produzieren. Der FT-17 war schnell und wendig, besaß aber naturgemäß nur eine sehr leichte Panzerung, die gerade ausreichte, um vor Gewehrkugeln zu schützen. Neben Frankreich wurde er auch unter anderem von der US Army benutzt und nach dem Weltkrieg in zahlreiche Länder exportiert.

Deutschland: A7V

In Deutschland hatte man die Entwicklung geradezu verschlafen. Die Panzerentwicklung begann erst, nachdem die ersten britischen Panzer auf dem Schlachtfeld erschienen waren. Der einzige deutsche Panzer, der A7V, wurde daher erst kurz vor Kriegsende in Dienst gestellt. Nur wenige Panzer wurden noch festgestellt und hatte oft noch den Charakter von Prototypen. Obwohl die schweren A7V mit Problemen bei Zuverlässigkeit und Geländegängigkeit zu kämpfen hatten, bewährten sie sich doch im Kampfgeschehen.

Bedeutung des Panzers

Panzer wurden im 1. Weltkrieg vor allem als Infanterieunterstützungswaffe genutzt. Er sollte die befestigten Stellungen durchbrechen und die Infanterie nachrücken. Mit Kavalleriepanzern wurden aber auch schon Panzer gebaut, die, wie der Name schon sagt, mit oder statt der Kavallerie tiefer ins feindliche Hinterland vorstoßen sollten. Egal wie, der Panzer war in der Kriegsführung nun nicht mehr wegzudenken. Während man aber in Frankreich dem Konzept der Infanterieunterstützung treu blieb, beschritt man im nationalsozialistischen Deutschland der 30er Jahre neue, innovative Wege: Deutsche Panzer wurden bei der Wehrmacht nun geschlossen als eigene Waffengattung eingesetzt.

Michael Lutter, Michael Lutter

Michael Lutter - Geboren 1980 Studium der Geschichte und Informationswissenschaft in Regensburg (M.A.)

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