Der Pfad der Winde von Brandon Sanderson – eine Rezension

Brandon Sanderson: Der Pfad der Winde - Heyne
Brandon Sanderson: Der Pfad der Winde - Heyne
Brandon Sanderson setzt seine Sturmlicht-Chroniken mit „Der Pfad der Winde" fort und enthüllt in dem Fantasy-Buch mehr über die Welt Roschar.

Auf der Zerbrochenen Ebene geht der Krieg um die Edelsteinherzen weiter. Der Rachewunsch der Alethi tritt darüber immer mehr in den Hintergrund, auch wenn ihr ermordeter König nicht vergessen ist, so die Ausgangslage in „Der Pfad der Winde“ von Brandon Sanderson. Zwei Männer wollen sich mit dieser Situation nicht begnügen. Der eine ist Kaladin, der zwar einen Großsturm im Freien überleben konnte, jedoch nicht in der Lage ist, seine Brückenmänner vor dem Tod zu bewahren. Doch er entdeckt, dass er das Sturmlicht nutzen kann, um sich und seine Männer zu schützen. Und er sinnt noch einem Weg, den Männern die Freiheit zu bringen.

Auch Dalinar, Bruder des ermordeten Königs von Alethkar und Onkel des Nachfolgers, will den Krieg beenden. Nachdem sein Versuch, die Großfürsten zu einen, gescheitert ist, will er einen Pakt mit seinem Rivalen Sadeas eingehen. Schließlich sagen ihm seine Visionen, dass er dem alten Weggefährten trauen kann.

Rezension von „Der Pfad der Winde“ von Brandon Sanderson

Die Hauptfiguren von „Der Pfad der Winde“ sind identisch mit denen aus „Der Weg der Könige“. Kein Wunder – handelt es sich doch im Original um einen Band. In der Übersetzung wurde er auf zwei Bände aufgeteilt, wäre ein Buch doch sehr dick geworden (rund 1500 Seiten), finanzielle Überlegungen dürften beim Heyne-Verlag aber ebenfalls eine Rolle gespielt haben. So werden die Sturmlicht-Chroniken in Deutschland ähnlich voluminös wie „Das Spiel der Götter“ von Steven Erikson oder „Das Lied von Eis und Feuer“ von George R.R. Martin.

Die beiden etwas selbstgerechten Ehrenmänner Dalinar und Kaladin stehen im Mittelpunkt von „Der Pfad der Winde“, Schallan spielt dieses Mal nur eine Nebenrollen, ebenso Szeth, der Meisterkämpfer und Mörder. Sanderson bleibt daher in erster Linie auf der Zerbrochenen Ebene und beim Konflikt mit den Parschendi, schildert gut den Alltag der einfachen Brückenmänner und die Intrigen der Großfürsten. Geschickt variiert er zwischen Action und ruhigeren Abschnitten.

Brandon Sanderson übertreibt es mit magischen Superkräften

Einer der wenigen Minuspunkte von „Der Pfad der Winde“ sind dagegen die Rückblenden. Sie gehen bei Kaladin so weit, dass sogar noch einmal der Einstieg von „Der Weg der Könige“ und dem Gefecht, bei dem Kaladin ein Hellauge tötet, aus seiner Sicht geschildert wird. Die Handlung bringen die Rückblenden nicht voran, und der Charakter der Figur Kaladin ist bis dahin auch längst deutlich geworden.

Ein weiterer Minuspunkt sind die magischen Superkräfte, die Splitterwaffen-Träger und magisch Begabte, die das Sturmlicht nutzen, bekommen. Dass sie hunderte Gegner niedermetzeln können, ohne kaum mehr als einen Kratzer davon zu tragen, ist doch reichlich übertrieben. Zumal es den Kriegern dann auch psychisch mehr zusetzen sollte, dass sie allein ganze Massaker anrichten. Diesen Gedanken verfolgt Sanderson lediglich bei Kaladin und Dalinar in Ansätzen.

Fortsetzung von „Der Pfad der Winde“ nicht vor Herbst 2012

Am Ende von „Der Pfad der Winde“ lüftet Sanderson erste Geheimnisse über die Gegenspieler, die um die Herrschaft über Roschar kämpfen. Ob sie wirklich unterschiedliche Ziele verfolgen oder am Ende doch zusammenarbeiten werden, wird aber noch nicht klar. Die weiteren Bände der Sturmlicht-Chroniken werden darüber Aufschluss geben. Wann der zweite Originalband – und damit Band 3 und 4 in der deutschen Fassung – erscheinen werden, ist derzeit noch nicht abzusehen. Sanderson schreibt noch an der Fortsetzung der Robert-Jordan-Serie „Das Rad der Zeit“.

Brandon Sanderson: Der Pfad der Winde. Die Sturmlicht-Chroniken 2. Heyne 2011. Gebundene Ausgabe, 784 Seiten. Euro 21,99 (Österreich 22,70).

Jörn Käsebier - Bei Suite101.de betreute Jörn Käsebier zweieinhalb Jahre die Ressorts Wirtschaft & Geld sowie Sport als Redakteur, solange es ...

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