Editor's Choice

Der Ratgeber

Warum diese Buchgattung so populär ist

Ratgeber sind beliebt, sowohl beim Leser als auch bei den Verlagen. Woran das liegt, erfahren Sie in diesem Artikel.

Wie schaffe ich es, selbstbewusst aufzutreten, wie schreibe ich eine Bewerbung, wie bringe ich mein Kind zum Einschlafen oder wie kann ich im stressigen Alltag entspannen? Fragen über Fragen, auf die es mit Sicherheit Antworten gibt – in einem passenden Ratgeber. Ratgeber sind eine populäre Buchgattung. Ein Beleg dafür ist die Tatsache, dass es seit einiger Zeit eine eigene Bestsellerliste für Ratgeber gibt, während sie früher einfach zu den Sachbüchern gezählt wurden.

Ratgeber richtet sich an Betroffene

Um die Frage, warum Ratgeber heute so beliebt sind, beantworten zu können, muss erst einmal geklärt werden, was diese Buchgattung charakterisiert. Ein Ratgeber richtet sich an Leser, die in einem bestimmten Lebensbereich ein Problem haben. Als Beispiel nehmen wir für einen fiktiven Ratgeber das Thema Gesundheit. Die Zielgruppe eines Ratgebers ist klar definiert. In unserem Fall sollen Menschen angesprochen werden, die an Allergien leiden. Der Autor ist Experte (hier: ein Heilpraktiker) und zeigt in seinem Buch, wie man eindeutig definierte Ziele Schritt für Schritt erreicht, in diesem Beispiel, wie man die negativen Auswirkungen der Allergien mit heilpraktischen Methoden bekämpft.

Ratgeber hat pädagogischen Charakter

Die Intention eines Ratgeberautors ist immer, dem Leser zu helfen. Im vorliegenden Fall erhält der Leser Tipps, wie er sein Problem mit der Allergie in den Griff bekommen beziehungsweise die negativen Auswirkungen der Allergie mindern kann. Allgemein gesagt, soll der Leser nach der Lektüre eines Ratgebers in der Lage sein, eine bestimmte Situation zu bewältigen. Er soll sich neue Fähigkeiten aneignen oder in Zukunft bestimmte Fehler vermeiden. Ratgeber haben also einen pädagogischen Charakter.

Titel muss Nutzen des Ratgebers zum Ausdruck bringen

Der Titel eines Ratgebers muss die Betroffenen klar ansprechen und deutlich machen, welchen Nutzen sie von diesem Buch haben. Beispiele für Titel, die es auf die Bestsellerliste geschafft haben, sind: „Liebe dich selbst“, „Schlank im Schlaf“, „Das Mami Buch“ oder „Weight Watchers. Der Vier-Wochen-Power-Plan.“ Im vorliegenden Beispiel wäre ein möglicher Titel: „Das Anti-Allergie-Buch. Hilfe durch heilpraktische Methoden“.

Häufig gibt es Ratgeberreihen

Ratgeber haben in der Regel niedrigere Preise (zwischen 8 und 20 Euro) und werden in höheren Auflagen (3.000 bis 10.000 Exemplare) gedruckt. Verlage konzipieren oft Reihen zu einem übergeordneten Thema wie Gesundheit, Erziehung oder Beruf. Alle Bücher, die in einer dieser Reihen erscheinen, haben das gleiche Format, die gleiche Ausstattung (Papier, Bindung, Farbigkeit, eventuell Abbildungen) sowie ein einheitliches Layout beim Umschlag.

Dies hat zwei positive Effekte: Zum einen werden die Kosten für die Herstellung reduziert, zum anderen wird der Wiedererkennungseffekt gefördert. Der Käufer in der Buchhandlung sieht den Ratgeber, erinnert sich im besten Fall, dass er aus dieser Reihe schon einmal ein gutes Buch gekauft hat und nimmt den Ratgeber mit.

Für Leser und Verlag ein gutes Geschäft

Die Popularität der Buchgattung hat wohl damit zu tun, dass beide Seiten profitieren: Dem Leser bietet der Ratgeber einen praktischen Nutzen, er erhält Tipps, wie er eine Situation bewältigen kann. Zudem ist der Umfang eines Ratgebers meist überschaubar und das Buch lässt sich schnell lesen. Für den Verlag ist die Herstellung eines Ratgebers (besonders wenn er in einer Reihe erscheint) verhältnismäßig günstig und die Abnehmerzahlen sind beim richtigen Thema hoch.

Ute König, Inge Lehmann

Ute König - Mein Interesse am Schreiben und Lesen zeigte sich schon während der Schulzeit. Deshalb war das Studium der Germanistik, ...

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