
- Der Ruf des Geckos, Buchtitel von Horst Geerken - Horst Geerken
Als der Autor dieses Buch erstmalig herausbrachte, hatte er das 75. Lebensjahr überschritten. Der Ingenieur mit Fachrichtung Telekommunikation ist 1933 geboren. Reisefreudige und weltoffene Eltern prägten seinen kosmopolitischen Charakter. In seinem Buch „Der Ruf des Geckos“ über sein Leben in Indonesien beweist er zudem Humor und Menschenliebe.
Geerken erzählt Erlebnisse aus Indonesien
Der ordentlich gebundene Band ist keine Autobiografie, keine Lebensgeschichte, sondern fasst informative und amüsante Geschichten aus achtzehn Jahren Arbeiten und Leben in Indonesien zusammen. Im Inhaltsverzeichnis erkennt der Leser eine chronologische Reihenfolge.
Der Autor Geerken ging 1963 als Dreißigjähriger als ansässiger Vertreter einer Elektro- und Elektronikfirma nach Indonesien. Die Firma, für die er als Resident in Indonesien nicht nur in Jakarta auf Java arbeitete – die AEG-Telefunken – gibt es in dieser Form nicht mehr. Auch Indonesien hat sich seit dieser Zeit verändert. Trotzdem oder gerade deswegen ist das Buch so lesenswert.
Indonesische Zeitgeschichte und koloniale Vergangenheit in individuellen Erlebnissen
Der Autor schildert ein Stück Zeitgeschichte aus persönlicher Sicht. Gleichwohl sind informative Kapitel zur indonesisch-deutschen und Geschichte eingestreut. Holländer und Niederländer kommen bei der offenen Darstellung der Kolonialgeschichte nicht gut weg. Eine Erfahrung, die heute noch jeder Tourist in Indonesien machen kann. Die niederländische Zeitschrift Vrij Nederland empfiehlt am 1. August 2009 ihren Lesern die „Passagen über das koloniale Terrorregime und die blutige Antwort auf die indonesischen Unabhängigkeitsbestrebungen.“
Der inhaltliche Bogen an Informationen spannt sich von der Funktechnik über politische Diplomatie bis zur Landschaftsgeschichte und Volkskunde. Man erfährt Personelles von dem Musiker und Maler Walter Spies, der heute als Auswanderer oder Aussteiger bezeichnet würde. Als Resident einer deutschen Firma hatte der Autor Zugang zu Staatsoberhäuptern und Diplomaten. Über Sukarno ist aus dem Buch einiges zu erfahren ebenso wie über die Menschen des Inselreiches Indonesien. Horst Geerken erzählt von indonesischen Gebräuchen zwischen Pulau Weh und Bali, Sumatra und Kalimantan. Er bindet Literatur von und über Indonesien ein.
Lesestoff über Indonesien in deutscher und englischer Sprache
Mancher Leser wird sich Bilder wünschen, die den Text ergänzen. Vermutlich ist das Fehlen den Druckkosten geschuldet. Auf der Webseite des Autors sind einige Illustrationen zu finden. Das Buch ist 2010 unter dem Titel 2010 auch in englischer Sprache erschienen. Das Buch ist 2011 in abgeänderter Form unter dem Titel "A Magic Gecko" in Bahasa Indonesia erschienen. Das Kapitel über CIA und Soekarno wurde erweitert, und das Kapitel über deutsch Diplomaten wurde z. B. weggelassen. Die Bücher sind bei Kompas/Gramedia erschienen und sind auch in allen 150 Gramedia-Buchhandlungen in Indonesien erhältlich.
In jeder Zeile spürt der Leser, dass Horst Geerken Indonesien liebt. Da der Autor die Landessprache Bahasa Indonesia beherrscht, ist sein Erfahrungsschatz tief gehend. Deshalb wird das Buch jedermann, der – aus welchem Grunde auch immer – nach Indonesien reist, als flott geschriebene Lektüre empfohlen. Vorsicht: Sie könnten bei dem kurzweiligen Lesestoff indonesische „jam karet“ (wörtlich „Gummizeit“) erleben und Zeit und Raum um sich herum vergessen. Wer sich nach diesem Buch nicht danach sehnt, einmal die asiatische Seele selbst zu erreisen, dem ist nicht mehr zu helfen.
Horst H. Geerken: Der Ruf des Geckos. 18 erlebnisreiche Jahre in Indonesien. BukitCinta Book. Books on Demand Norderstedt 2009. Gebunden mit Lesebändchen. Eine Karte. 435 Seiten. 39,90 Euro.
