Der Schauspieler Bernard Hill zählt nicht zu den ganz großen Namen Hollywoods. Dennoch erreichte der Engländer einzigartiges, wofür ihn viele seiner Kollegen und Kolleginen vermutlich beneiden. Drei Filme wurden in der über 80-jährigen Geschichte der Academy of Motion Pictures mit der Rekordzahl von elf Oscars ausgezeichnet, nämlich „Ben Hur“ (1959), „Titanic“ (1997) sowie der dritte Teil der „Der Herr der Ringe“-Trilogie, „Die Rückkehr des Königs“ (2003). Als einziger Schauspieler wirkte Bernard Hill in zwei dieser so erfolgreichen Filme mit. In James Camerons „Titanic“ spielte er den Kapitän E.J. Smith, im Finale der „Der Herr der Ringe“-Trilogie verkörperte er wie schon im zweiten, ebenfalls mehrfach Oscar-prämierten Teil „Die zwei Türme“ den König Theoden von Rohan.
Bernhard Hills Weg zur Schauspielerei
Bernard Hill wurde am 17. Dezember 1944 im englischen Manchester geboren. Nach seinem Schulabschluss besuchte er die Schauspielschule in seiner Heimatstadt und machte dort 25-jährig 1970 seinen Abschluss. Bis zu seinen ersten Engagements sollte es allerdings noch eine Weile dauern. 1973 erhielt er in dem Film „Hard Labour“ seine erste Fernsehrolle, im Jahr darauf feierte er in dem Beatles-Musical „John, Paul, George, Ringo ... & Bert“ in der Rolle des John Lennon sein Bühnendebüt. Das Jahr 1976 sollte schließlich Hills Durchbruch als Schauspieler markieren. Neben dem Film „Selbstjustiz“ war dafür vor allem die preisgekrönte Serie „Ich, Claudius, Kaiser und Gott“ verantwortlich.
Hill war zu diesem Zeitpunkt bereits ein einigermaßen erfolgreicher Schauspieler, doch begrenzte sich seine Bekanntheit mehr oder weniger auf seine Heimat Großbritannien. Hollywood, von dem Hill wie jeder junge Schauspieler träumte, war noch weit entfernt. Dies änderte sich 1982, als Hill ein Rolle in Richard Attenboroughs Filmbiographie „Gandhi“ bekam. „Gandhi“ wurde zum Riesenerfolg und mit insgesamt acht Oscars ausgezeichnet, darunter der wichtige Preis für den besten Film.
Der Charakterdarsteller
Obwohl seine Filme regelmäßig zu Kassenschlagern wurden, bewahrte sich Hill den Ruf als Charakterdarsteller. Mitverantwortlich dafür war mit Sicherheit auch, dass er, obwohl es an Angeboten aus Hollywood in den vergangenen gut 30 Jahren nie mangelte, er seine Wurzeln, das Theater, nie ganz verleugnete und so sehr vielseitige Rollen verkörpern konnte.
Dennoch finden sich in seiner Vita neben genannten Filmen wie „Titanic“ oder „Der Herr der Ringe“ eine Vielzahl an Hollywood-Produktionen. Zu nennen sind hier vor allem Filme wie „Die Bounty“, „Der Geist und die Dunkelheit“ an der Seite von Val Kilmer und Michael Douglas, „The Scorpion King“ oder der zu großen Teilen in Deutschland gedrehte Stauffenberg-Film „Operation Walküre“ mit Tom Cruise in der Hauptrolle.
Wenn man Hills Rollen in beinahe all diesen Filmen betrachtet, sticht eines sofort ins Auge: obwohl der Engländer ein überaus vielseitiger Darsteller ist, gefällt er doch besonders gut in der Rolle des gutmütigen, erfahrenen Mannes, der oft eine Art Vaterfigur verkörpert, sei es als tragischer Kapitän der Titanic, als heldenhafter König Theoden oder als ein Stauffenberg wohlgesinnter General.
Drei Filme - 30 Oscars: nicht nur aufgrund dieser einzigartigen Bilanz ist Bernard Hill ein außergewöhnlicher und großartiger Schauspieler. Es zeigt auch, dass qualitativ hochwertige Filme oft mit eher unscheinbaren, dafür umso fähigeren Schauspielern besetzt sind als mit den sogenannten Hollywood-Stars und -Sternchen.
