
- Walter Giller 1955 - Kurt Liese Harald-Reportagen
Die Jüngeren unter uns können mit dem Namen Walter Giller vielleicht nicht sofort etwas anfangen. Aber sobald der Filmtitel "Die drei von der Tankstelle" genannt wird, bekommt man ein Bild des Schauspielers vor Augen. Auch mit dem Erfolg "Rosen für den Staatsanwalt" (1959) machte sich Walter Giller einen Namen. Nun ist der gebürtige Hamburger am Donnerstag im Alter von 84 Jahren an den Folgen eines Krebsleidens verstorben.
Walter Giller litt an Lungenkrebs
Mit seiner Frau Nadja Tiller lebte der Schauspieler Walter Giller seit 3 Jahren in einer Hamburger Seniorenresidenz. Davor verbrachte er lange Zeit mit seiner Ehefrau in Castagnola bei Lugano. Eine Sprecherin der Münchner Agentur Jovanovic bestätigte einen Bericht von bild.de, nach welchem der 84-Jährige am Donnerstag an den Folgen von Lungenkrebs in einer Hamburger Klinik verstarb. Seit mehreren Jahren litt der Charakterdarsteller an der Krebserkrankung.
Geboren wurde der beliebte Schauspieler am 23. August 1927 in Hamburg. Als Sohn eines Kinderarztes besuchte er das Gymnasium Sankt Georg und wurde 1943 als Flakhelfer eingezogen. Nach seiner Kriegsgefangenschaft studierte Walter Giller zunächst Medizin. Er entschied sich jedoch schnell dazu, Schauspieler zu werden. Er absolvierte ein Volontariat an den Hamburger Kammerspielen und bekam 1947 seine erste Rolle am Theater: Er spielte in Thornton Wilders Stück "Wir sind noch einmal davongekommen". Danach nahm er Schauspielunterricht bei Eduard Marks in Hamburg.
Walter Giller wirkte in über 80 Filmen mit
Ab dem Jahr 1948 bekam Walter Giller mehrere kleine Filmrollen. Seine erste große Hauptrolle spielte er in dem Film "Primanerinnen", der 1951 zu sehen war. In vielen weiteren Rollen spielte er überwiegend den netten jungen Mann von nebenan. Nur selten konnte er anfangs sein Talent als Charakterkomiker unter Beweis stellen. Dies gelang ihm allerdings im Film "Der Hauptmann von Köpenick" an der Seite von Heinz Rühmann im Jahr 1956, bei dem er sein schauspielerisches Können mit Bravour darbot.
Für seine Rolle als ehemaliger Wehrmachtsgefreiter im Film "Rosen für den Staatsanwalt" erhielt Walter Giller 1960 den Bundesfilmpreis für die beste Hauptrolle. Weitere Auszeichnungen folgten: 1962 bekam er den Preis der Deutschen Filmkritik und Filmband in Gold für die beste Nebenrolle in "Zwei unter Millionen", 1975 den "Hersfeld-Preis", 2000 das Bundesverdienstkreuz, 2005 den "Diva-Award", 2006 den Bambi für sein Lebenswerk und 2009 den "Askania Award" für sein cineastisches Lebenswerk.
Nicht nur in den Klassikern "Peter Voss, der Millionendieb" (1958), "Drei Mann in einem Boot" (1961) oder "Die Feuerzangenbowle" (1970) glänzte Walter Giller als hervorragender Künstler - auch in zahlreichen Hörspielen und durch seine zwei Kinderbücher bleibt der Hamburger der Nachwelt in lebhafter und bleibender Erinnerung.
Quellen:
Fotonachweis: Kurt Liese Harald-Reportagen
