Der Schlaf von Babys

Schlafphasen, Träume, Probleme beim Ein- und Durchschlafen

Gerade im ersten Lebensjahr ist der Schlaf von Kindern ein wichtiges Thema und leider oft mit Schwierigkeiten verbunden. Infos können über die Hilflosigkeit hinweghelfen.

Die meisten Eltern warten 9 Monate voll Sehnsucht auf den Neuankömmling. Sie freuen sich auf Stunden voll Liebe und Zärtlichkeit. Wenn, dann aber der Nachwuchs nicht schläft, Nächte lang schreit und man keine Minute mehr zum Durchatmen hat, schlägt die Freude schnell ins Gegenteil um. Schlafmangel und blanke Nerven, bringen viele Eltern an ihre Grenzen.

Was heißt eigentlich "Durchschlafen"?

Immer wieder hört man Mütter sagen, dass ihre Babys durchschlafen. Dies stimmt aber eigentlich nicht. Denn niemand schläft eine Nacht durch. Jeder Mensch hat kurze Wachzeiten zwischen den verschiedenen Schlafphasen. Da man in den meisten Fällen aber sofort weiter schläft, hat man daran keine Erinnerung. Auch Babys wachen nach einer Schlafphase kurz auf. Und jetzt teilen sich die Kinder in zwei Gruppen. Die einen, die sofort ohne Weinen oder auf sich aufmerksam machen, wieder einschlafen und die anderen, die nicht wieder alleine einschalfen können. Bei der ersten Gruppe entsteht, dann bei Eltern das Gefühl, dass ihre Kinder in der Nacht durchschlafen.

Was sind Schlafphasen?

Der Schlaf eines Menschen unterteilt sich in drei Zustände:

In den Leichtschlaf, den Tiefschlaf und den Traumschlaf. Der Traumschlaf wird auch aufgrund der schnellen Augenbewegungen REM-Phase (Rapid Eye Movement) genannt. Ein Schlafzyklus dauert beim Erwachsenen ungefähr 90 Minuten, bei einem Kind 60 bis 70 Minuten und bei einem Baby ungefähr 45 Minuten. Nach jedem Zyklus ist der Schlaf vorübergehend sehr flach und man kann auch aufwachen. Das sind die Momente, in denen die Babys manchmal nicht mehr alleine in den Schlaf finden.

Warum fällt es manchen Babys oft so schwer, nach einer Schlafphase wieder einzuschlafen?

Für das Baby muss beim Aufwachen nach einer Schlafphase, alles in Orndung sein. Das heißt, es muss alles so sein wie es beim Einschlafen war. Wenn das Baby also zum Beispiel auf dem Arm der Mutter eingeschlafen ist und dann in der Nacht alleine in seinem Bett aufwacht, ist für das Baby nicht alles in Ordnung. Schläft es hingegen in seinem Bettchen ein und findet nachts beim Aufwachen die selbe Situation vor, kann es beruhigt wieder weiterschlafen. Daher ist es wichtig, dass Babys lernen selbstständig einzuschlafen. Mit Hilfe verschiedener Schlafprogramme ist das leichter möglich. Es gibt aber auch krankhafte Schlafprobleme wie den Pavor Nocturnus.

Was versteht man unter dem sogenannten Schlaf-Fenster?

Um die Mittagszeit und abends zwischen 17 und 19 Uhr haben fast alle Menschen einen sogenannten "toten Punkt". Besonders Babys und Kleinkinder. Wissenschaftler bezeichnen dies als Schlaf-Fenster. Ein Kind, das in diesen Zeiten niedergelegt wird, hat meistens weniger Schwierigkeiten einzuschlafen.

Wie macht sich Müdigkeit bei einem Baby bemerkbar?

Bei kleinen Babys werden zuerst die Augen müde. Es wendet den Blick ab, reibt sich mit den Fäustchen die Augen und das Gesicht. Seine Bewegungen werden langsamer und tollpatschiger. Spielsachen werden uninteressant, es dreht den Kopf zur Seite oder schiebt Dinge weg von sich. Manche Eltern verwechseln diese Reaktionen mit Langeweile und fordern das Kind immer wieder zu neuen Spielen auf. Hier heißt es als Eltern sensibel auf die Anzeichen, die vom Kind kommen, zu reagieren.

Träumen Babys wirklich?

Ja. Wissenschaftler haben beobachtet, dass sogar schon ungeborene Babys im Mutterleib träumen. Der Fötus verbindet in seinen Traumphasen Eindrücke, die er während seiner aktiven Phasen sammelt. Erste Bewegungserfahrungen und Geräusche, beispielsweise die Stimme der Mutter, werden hierbei verarbeitet. Babys träumen schon fast wie Erwachsene. Sie verarbeiten die Erlebnisse, Erfahrungen und Gefühle des Tages. Ab dem sechsten Lebensmonat nehmen die Träume zumeist an Intensität zu, da sich langsam die Perspektive der Kinder ändert. Sie fangen an sich aufzusetzen, zu krabbeln, zu gehen. In dieser Zeit schlafen viele Babys unruhiger.

Tanja Guserl, Tanja Guserl

Tanja Guserl - Nach meinem Psychologiestudium an der Hauptuniversität Wien, absolvierte ich Zusatzausbildungen zur Klinischen Psychologin und ...

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