Der schwarze Holunder - mit Rezepten

Holunderbeerbaum - Erika Hartmann/pixelio.de
Holunderbeerbaum - Erika Hartmann/pixelio.de
Im Spätsommer reifen die Beeren eines Strauches, der schon im Alterum den Menschen bekannt war, die Beeren des schwarzen Holunders.

Der schwarze Holunder (lat. Sambucus nigra) ist ein in Europa weit verbreiteter Strauch, der mehrere Meter hoch werden kann. Alte Exemplare erreichen sogar acht Meter Höhe und werden richtig dicke Bäume. Ihre gefiederten Blätter hängen an langen, bogenförmig nach unten geneigten Ästen. Im Frühjahr bildet sich eine Vielzahl von weißen Schirmrispen mit unzähligen kleinen, weißen Blüten, die einen angenehm süßlichen Duft verströmen.

Mittlerweile gibt es auch rotblättrige Exemplare für den Hobbygärtner, deren rosarote Blüten noch intensiver duften und außerdem einen echten Blickfang für den Gartenliebhaber bilden.

Im Herbst reifen aus den weißen und rosa Blüten die dunkelblauen Beeren, wobei die Beeren aus den rosa Blüten wesentlich süßer schmecken, als die aus den weißen Blüten. Man sollte jedoch nur wenige Beeren roh kosten, da sie ein leichtes Gift enthalten, welches Magen und Darm beeinträchtigen können. Erst nach dem Kochen verliert sich das Gift.

Der Holunder in der Geschichte

Der "Hollerstrauch", so ein volkstümlicher Name des Holunders, war bereits im Altertum bekannt. Sogar in Steinzeitgräbern fand man die Beeren als Grabbeigabe, die Griechen und Römer nutzten die heilenden Kräfte des Holunders.

Neben seinen bekannten Heilkräften spielte der Holunderstrauch im Aberglauben der Menschen eine große Rolle. Er war schon immer ein Glücksbringer und sollte die Menschen angeblich vor Feuer und Blitzschlag, aber auch vor Pest, Zauberei und Hexen schützen. Aus diesem Grund wuchs auf jedem Bauernhof ein kräftiger Holunderstrauch neben Haus und Scheune.

Der Holunder in der Medizin

Seit alters her nutzen die Menschen die heilenden Kräfte des Holunders. Zu Großmutters Zeiten wurde jeder Teil dieser Pflanze gegen ein anderes Leiden als Heilmittel verwendet. Man behandelte Husten, Halsschmerzen, Grippe, Rheuma, Magenverstimmung, Darmkrämpfe, Ischias und vieles mehr mit einer Arznei aus Holunder.

Heute weiß man, dank der vielen wissenschaftlichen Untersuchungen, dass die Bestandteile des Holunders tatsächlich eine lindernde und stärkende Wirkung bei verschiedenen Erkrankungen besitzen.

Die Holunderfrüchte enthalten viel Vitamin C und B, Fruchtsäuren und ätherische Öle. Studien haben gezeigt, dass Holunder-Extrakte bei der Behandlung von grippalen Infekten ein wirksames Hausmittel sind. Die ätherischen Öle des Holunders wirken leicht schweißtreibend und schleimlösend. Der in den Beeren enthaltene violette Farbstoff Sambucyanin soll das Risiko von Herz- und Kreislauferkrankungen senken.

Trotz der lindernden und heilenden Wirkung der Holundermedizin, ist bei Erkältungs- und anderen Krankheiten ein Besuch beim Hausarzt unumgänglich. Von einer Selbstmedikation ohne ärztlichen Rat ist in jedem Fall abzuraten.

Der Holunder in der Küche

Sowohl die Blütenstände als auch die reifen Beeren lassen sich in der Küche hervorragend verwenden. Die Früchte eignen sich zur Verarbeitung als Saft, Kompott und Marmelade, zum Ausbacken in Pfannkuchen und als Zutat in Roter Grütze. Da die Beeren des Holunders schwach giftig sind, sollten sie vor dem Verzehr immer gekocht werden.

Die Holunderblüten können, in Bierteig getaucht, in heißem Öl ausgebacken werden. Sie eignen sich auch für die Herstellung von Holunderlimonade und Holundersekt.

Rezept Holunderlimonade

Holunderblütendolden in einen Steinguttopf füllen, einige Scheiben einer unbehandelten Zitrone beifügen. Mit Wasser auffüllen, so dass alles bedeckt ist. Den Topf abdecken und einen Tag stehen lassen. Die Holunderblüten geben ihren Geschmack ins Wasser ab. Den Ansatz abseihen, mit Honig süßen und gekühlt servieren.

Rezept Holundersekt

Zutaten: 25 große Holunderblütendolden, 11/4 kg Zucker, 1/4 Liter Weinessig, 3 ungespritzte

Zitronen, 15 Liter Wasser

Die abgezupften Blüten in einen Glasballon geben. Die klein geschnittenen Zitronen mit Schale und den Essig zugeben. Zucker im Wasser auflösen und in den Ballon füllen. Nun stellt man den Glasballon an einen warmen oder sonnigen Ort. Nach etwa vier Tagen gären die Blüten, an der Oberfläche bilden sich kleine Bläschen und die Blüten färben sich braun. Jetzt kann man den Sekt abseihen und in Flaschen füllen. Die Flaschen werden im Keller aufrecht stehend mindestens sechs Wochen gelagert.

Achtung!

Die Flaschen stehen unter Druck, daher Gummiverschlüsse verwenden. Einmal täglich die Flaschen überprüfen, ein wenig "Dampf" ablassen, also den Verschluss etwas öffnen und wieder verschließen.

Rezept Holunderglühwein

Zutaten: 1 Liter Holundersaft, 1 Liter Rotwein, 3 EL Zucker, 4 Nelken, 1 Zimtstange, 1 TL

unbehandelte, geriebene Zitronenschale

Den Saft mit den Gewürzen und dem Zucker aufkochen, Topf vom Herd nehmen. Nun den Rotwein zugeben und alles noch einmal erhitzen, nicht mehr kochen! Glühwein heiß genießen.

Quellen:

www.heimatpfalz.de

www.botanikus.de

www.kraeuterfrau.ch

www.natur-lexikon.com

Anke Obst - Hallo zusamen! Mein Name ist Anke Obst und ich bin noch recht frisch bei suite101. Von Beruf bin ich Beamtin bei der Stadt Essen und in ...

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