
- Singschwanporträt - © Karin Jähne / Pixelio.de
Der Singschwan hält sich ab Ende Oktober an größeren Gewässern sowie auf Äckern und Wiesen auf. Hier überwintert er oder tankt Energie für den Weiterzug zum Atlantik. Die günstigste Beobachtungszeit liegt in den Monaten Januar bis April und Oktober bis Dezember. Er ist ein seltener und scheuer Wintergast.
Die Persönlichkeit des Singschwans
Der Singschwan, Cygnus cygnus, gehört zur Ordnung der Entenvögel. Seine Körperlänge beträgt bis zu 150 Zentimeter. Er besitzt ein makellos weißes Gefieder welches mit den schwarzen Beinen kontrastiert sowie einen kurzen Schwanz. Die Flügelspannweite beträgt 200 Zentimeter. Sein Flug ist kraftvoll und ruhig. Männchen und Weibchen sind kaum zu unterscheiden. Das Gefieder der Jungvögel ist graubraun. Das Gewicht des Singschwan beträgt etwa zwölf Kilogramm. Der Singschwan sieht dem Zwergschwan sehr ähnlich. Der auffälligste Unterschied ist der schwarzgelbe Schnabel, der ohne Höcker und ohne Verbindung zum Auge, eine gerade Linie mit dem Kopf bildet. Außerdem zeigt der Singschwan einen deutlich aufrechten Hals. Der gesellige Singschwan bleibt seinem Partner ein Leben lang treu. Die tiefen, posaunenartigen und mitunter nasal sowie weich klingenden Rufe im Flug und bei der Landung, kann man über hundert Meter weit hören. Singschwäne gelten als sehr ruf freudig und zeigen ein umfangreiches Stimmenrepertoire. Dadurch kamen sie auch zu ihren Namen.
Das Verbreitungsgebiet des Singschwan
Der Singschwan lebt im Sommer vorwiegend in den Feuchtgebieten des subarktischen Eurasiens. Im Winter, wenn er weiter in südlich in mildere Regionen zieht, kann man ihn auch in Deutschland beobachten. Wenn es kälter wird, ziehen die Singschwäne weiter nach Süden. Die in Island beheimateten Vögel fliegen nach Irland und Großbritannien oder Nordfrankreich. Die in Skandinavien lebenden Singschwäne suchen hauptsächlich Dänemark und die norddeutsche Tiefebene auf. Die sibirischen Schwäne halten sich im Winter am Schwarzen und Kaspischen Meer auf.
Fortpflanzung und Brutpflege des Singschwan
Balz und Paarbildung erfolgen bereits in den winterlichen Gruppen. Beim Hochzeitstanz umkreisen sich die Schwäne hoch aufgerichtet und mit weit geöffneten Flügeln. In der Paarungszeit sucht das Paar einen geeigneten Platz für ihr Nest am Ufer eines Teichs oder in der Nähe eines See. Das Nest ist gut in der Ufervegetation versteckt. Männchen und Weibchen teilen sich die anfallenden Arbeiten. Im April oder Mai legt das Weibchen vier bis sechs gelblich weiße Eier. Das Nest ist mit Blättern, feinem Reisig und Daunenfedern gepolstert. Das Weibchen brütet die Eier rund 40 Tage lang allein aus. Das Männchen hält am Brutplatz Wache. Die Küken sind Nestflüchter, werden aber von ihren Eltern sehr gut betreut und im Notfall hart verteidigt. Häufig trägt die Mutter die Kleinen auf ihrem Rücken herum. Etwa 90 Tage nach dem schlüpfen sind die Jungvögel flügge.
Die Nahrung des Singschwan
Der Singschwan ernährt sich hauptsächlich von Pflanzen. Kleine wirbellose Tiere machen nur einen sehr geringen Teil seine täglichen Nahrung. Am liebsten mag er Algen, Wurzeln, Blätter und Samen von Wasserpflanzen und im Wasser stehende Gräser. An Land frisst er Gras wie alle anderen Schwäne. Im Winter auch gern Winterraps und Getreide. Solange sich die Jungvögel im Wachstum befinden besteht ihre Nahrung aus Wasserpflanzen und verschiedenen Kleintieren. Diese Nahrung ist wesentlich abwechslungsreicher als das Futter der Eltern.
Quellen:
- Axel Gutsjahr - Vögel zu Gast im Garten – NGV
- Einhard Bezirze – Vögel - blv
- Faltblätter Atlas Verlag
Nachweis der Bilder: Bild 1 © Karin Jähne / Pixelio.de * Bild 2 © Karin Jähne / Pixelio.de * Bild 3 © Hans Snoek / Pixelio.de * Bild 4 © Karin Jung / Pixelio.de * Bild 5 © Peter Becker / Pixelio.de
