Der Slackline World Cup 2011

Balanceakt - Neda Savkovic
Balanceakt - Neda Savkovic
Am 3. Juli trafen sich in München die besten Slackliner der Welt zum World Cup 2011 - Momo Wieser holte auch in diesem Jahr wieder den Titel.

Nach dem großen Erfolg im Jahr 2010 fanden sich auch heuer im Rahmen des Münchner Sportfestivals auf dem Königsplatz die besten Slackliner der Welt ein, um ihr Können unter Beweis zu stellen. Veranstaltet von der WSFED (World Slackline Federation) und Ausstatter Gibbon traten nach den Qualifikationsrunden 16 Teilnehmer zum Finale an, darunter namhafte Slacker wie Gappai aus Japan, Nick ten Hoopen aus den Niederlanden, Carlos Zuniga aus Chile, Andy Lewis und Mike Phelton aus den USA und natürlich Titelverteidiger Maurice „Momo“ Wieser aus Deutschland.

Die Regeln

Auf einer Slackline treten zwei Teilnehmer abwechselnd gegeneinander an, die Paarungen werden im Losverfahren festgelegt. Jeder Teilnehmer hat zwei Minuten Zeit für seine Moves und Tricks. Die Zeitmessung beginnt mit dem Betreten der Slackline und wird unterbrochen, wenn die Line vor Beendigung der Zeit verlassen wird. In diesem Fall ist dann der Gegner an der Reihe. Abwechselnd zeigen die Teilnehmer ihr Können, bis die zwei Minuten für jeden abgelaufen sind. Eine Jury bestimmt direkt nach jedem Paar-Durchlauf den Sieger, der im K.O.-System dann eine Runde weiter kommt.

Die Bewertung

Dieser Worldcup drehte sich vor allem ums „Tricklinen“ auf einer Jumpline, sprich einer Line, die auf Hüfthöhe gespannt wird und für Sprünge die entsprechende Spannhärte aufweist. Die Teilnehmer mussten zeigen, was sie an Akrobatik aufzubieten hatten. Von einfachen Sprüngen im Stehen, „Buttbounces“ (aus dem Stand mit dem Hintern auf die Leine springen und wieder zurück in den Stand), 180°- 360°- oder 540°-Buttbounces (Sprünge mit Drehung), Sprünge in den Handstand, Saltos nach vorne und hinten (Flips) und vieles mehr. Wesentlich ruhiger aber dennoch anspruchsvoll waren die Balance-Moves auf der Line, die stellenweise an Yoga-Positionen erinnerten. Im Schneidersitz, einbeinig kniend, auf den Schuhspitzen stehend oder im Spagat. Alles aus dem Stehen und natürlich wieder zurück in den Stand. Die dreiköpfige Jury bewertete die Darbietung dann nach Mut, Kreativität, Sprunghöhe und Style.

Das Finale

Nach 14 Durchgängen standen sich am Ende Andy Lewis aus den USA und Titelverteidiger Momo Wieser gegenüber. Nach einigen spektakulären Moves konnte Momo Wieser mit einem sauberen Salto die Jury überzeugen und damit erneut den Titel holen. Der Pokal und 1.000 Euro Preisgeld gingen an ihn, 500 Euro gab es für Andy Lewis und nach dem Durchgang um Platz 3 konnte Mike Phelton 250 Euro Preisgeld mit nach Hause nehmen.

Die Stimmung unter den Teilnehmern war die ganzen Wettkämpfe über sehr freundschaftlich und respektvoll, da wurde schon mal das Publikum für den Rundengegner angeheizt und kräftig mitgeklatscht, wenn dieser einen gelungenen Move hingelegt hatte. Jeder hatte Spaß an dem Event und man konnte den Teilnehmern ansehen, dass es auch um den Spaß an der Sache ging und nicht nur um den Sieg. Beileibe kein alltäglicher Anblick, wenn es um sportliche Wettbewerbe geht. Alles in Allem ein sehr gelungenes Event, bei dem es auch für Nicht-Slackliner sehr viel zu sehen gab. Bleibt zu hoffen, dass es im nächsten Jahr wieder einen Slackline World Cup dieser Art geben wird, dann hoffentlich mit etwas Sonnenschein und wärmeren Temperaturen.