Der Slowakische Nationalaufstand (1944)

Der Slowakische Nationalaufstand war eine Auflehnung gegen die Deutschen und den faschistischen slowakischen Staat unter Jozef Tiso.

Der Slowakische Nationalrat unter ihrem Vorsitzenden Gustav Husak beschloss, dass das Volk und die Armee einen bewaffneten Aufstand einleiten sollten.So wie es im selben Jahr in Warschau stattfand. Gustav Husak wurde 1913 geboren. Er studierte Jura und trat 1933 der KP bei. Er war zwischen 1946-1950 Vorsitzender des slowakischen Nationalrats und bis 1951 Mitglied. Im 1969 wurde Nachfolger von Dubcek als Vorsitzender der KPtsch.

Der Slowakische Nationalaufstand gegen Hitler-Deutschland

Am 28./29. August 1944 begann der slowakische Nationalaufstand (Slovenske narodne povstanie, SNP) gegen Hitler-Deutschland. Der Aufstand ging vom Militär (ca. 60 000 Mann), und den Partisanen (ca. 7 000 Mann) aus. Der slowakische Nationalrat errichtete sein Hauptquartier unter der Leitung des Stabschefs der Landstreitkräfte in Banska Bystrica (Neusohl). Das Erste Slowakische Armeekorps sollte die Gebirgspässe für die Rote Armee öffnen, wurde aber von der Wehrmacht besiegt. Die Hälfte der Soldaten konnte entkommen und sich den Partisanen anschließen. Kampflos ergaben sich die Garnisonen Bratislava und Nitra. Das Gebiet um Banska Bystrica wurde bis Oktober 1944 gehalten, ehe die Deutschen auch hier siegten. So stieß die Rote Armee beim Duklapass auf die Wehrmacht. Als die Sowjets die Deutschen von Ungarn her langsam aufrollten, konnten die Partisanen ihren Kleinkrieg weiterführen. Alexander und Julius kämpften in der Partisanengruppe unter Jan Zizka. Diese Gruppe hatte die Aufgabe, die deutschen Versorgungslinien zu sabotieren. Am 20. November kam es zum offenen Gefecht zwischen den Deutschen und der Partisanengruppe. Die Partisanen hatten schwere Verluste zu beklagen, darunter Dubceks Bruder Julius. Dubcek trug eine Verletzung am Oberschenkel davon. Laut Aussagen von Freunden war Julius auf dem Rückweg von einem Trinkgelage seines Onkels zum Lager gewesen, als die Deutschen ihn erschossen.

Alexander Dubcek

Er wurde 1921 in Urohvec, Slowakei geboren. Er wanderte Mitte der 1920er Jahren in die Sowjetunion aus. 1938 kehrte die Familie zurück in die Slowakei. Alexander trat der Kommunistischen Partei bei. Nach dem Weltkrieg übernahm er diverse politische Ämter und erreichte 1968 die höchste Position in Form des Ersten Sekretär der KPTsch und wurde zum berühmtesten Politiker seiner Zeit. Er forderte „einen Kommunismus mit menschlichen Antlitz“.

Die Folgen des Aufstandes

Der Slowakische Nationalaufstand hatte eine politische Veränderung zwischen den Kräften der tschechischen und slowakischen Kommunistischen Partei herbeigeführt und mündete im Kaschauer Programm, welches am 5. April 1945 veröffentlicht wurde. In diesem Programm erhielten die Slowaken mehr Rechte, die Slowakei durfte eigene Militäreinheiten aufstellen, ihr Gebiet selbst verwalten und das Bildungs- und Erziehungswesen wurde in einer Gesamtpolitik, in Übereinstimmung mit slowakischen nationalen Interessen, geregelt. Das bedeutet, dass der Slowakische Nationalrat und die Kommunistische Partei der Slowakei (KPS) über die slowakischen Territorien unabhängig von Prag regierten. Die KPS trat somit als eigenständige Partei bei den Wahlen im Jahr 1946 an. Wo sie mit hinter der Demokratischen Partei den zweiten Platz belegte.

Ergebnis der Wahl von 1946 (erste und letzte Wahl zwischen dem II. Weltkrieg und kommunistischer Machtübernahme):

Landesweit: KPtsch 31,05% (96 Mandate), Volkssozialisten 18,29% (55 Mandate), Volkspartei 15,64% (46 Mandate), Demokratische Partei 14,07% (43 Mandate), Sozialdemokraten 12,05% (37 Mandate), KPS 6,89% (21 Mandate)

Böhmen/Mähren: KPtsch 43,26% (34,46%), Volkssozialisten 25,21% (20,79%), Volkspartei 16, 27% (27,57%), Sozialdemokraten 14,95% (16,74%)

Slowakei: Demokratische Partei 62,00%, KPS 30,27%, Partei der Arbeit 3,11%, Partei der Freiheit 3,73%

Nach der Machtübernahme der Kommunisten

Die KPtsch hielt sich bis 1948 an das Programm, um die KPS nicht aus ihrem Lager zu verlieren, doch danach übernahm sie in Prag die Alleinherrschaft. So wurden Slowaken aus den Ämtern verdrängt und auch in den Jahren der Säuberungen hingerichtet oder eingekerkert. Gegen Ende der 1950iger versuchte Generalsekretär und Staatspräsident Antonin Novotnýy den Staat neu zu formieren und die gesamte staatliche Kreiseinteilung zu überholen. Dabei sollte auch der Staatsname von CSR (Tschechoslowakischer Republik) in CSSR (Tschechoslowakische Sozialistische Republik) umbenannt werden. Bei dieser neuen Regelung würde nicht nur der Gesamtstaat umgebaut, sondern auch die letzten Rechte der Slowakei verloren gehen.

Diese Änderung im Staat verursacht einen Zwist zwischen Bratislava und Prag, bzw. zwischen Alexander Dubcek (Vorsitzender der KPS) und Antonin Novotny (Vorsitzender der KPtsch und zugleich Staatspräsident). Dieser Streit im Staate ist einer der Gründe des späteren Prager Frühlings.

Antonin Novotny

Er wurde 1904 geboren. 1921 trat der der KPtsch bei und ab 1930 war er Parteifunktionär in Prag und 1941 wurde verhaftet und in Mauthausen interniert. Nach dem Weltkrieg wurde Mitglied des Zentralkomitees (ZK) der Partei und 1951 im Politbüro. 1953 wurde er Vorsitzender der Partei und 1957 übernahm er das Amt des Präsidenten und blieb Vorsitzender der Partei bis 1968. In diesem Jahr übergab er das Amt an Alexander Dubcek.

Mag. Rene Schreiber, Mag. Rene Schreiber

Rene Schreiber - Zu meiner Person: Ich bin Absolvent der Universität und habe Geschichte mit dem Modul Osteuropäische Geschichte studiert. ...

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