
- Riesenrad mit "Anton" - Jonny Michel
Spätestens wenn die Kinder auf den Rücksitzen rufen: "Ein Riesenrad", tun gescheite Eltern bei der Annäherung an die A4-Abfahrt Chemnitz-Ost gut daran, rechts zu blinken und die Fahrt in Richtung Mittweida fortzusetzen. Wenige hundert Meter nach dieser Abfahrt ist das spontan gewählte Ziel, der Lichtenauer Sonnenlandpark, erreicht - zu erkennen an den zahlreichen, mit Solarmodulen bestückten Carports.
Ein Park - nicht laut und barrierefrei
Am Eingang bedarf es zuweilen einiger Geduld; denn bei schönem Wetter strömen die Besucher geradezu auf das an einem herrlichen Südhang liegende Gelände. Der Lichtenauer Familien- und Freizeitpark unterscheidet sich stark von anderen Einrichtungen wie der in Rust oder dem Hansapark. Nicht vollgestopft mit Fahrgeschäften und lauten Attraktionen, herrscht hier der Kinderlärm vor. Ein Novum ist die Barrierefreiheit. Dafür sorgen rollstuhlgerechte Spielmöglichkeiten wie das Rollstuhlkarussell und eine Rollstuhlwippe. Auch das Riesenrad und die Parkbahn "Anton" bieten Plätze für Rollstuhlfahrer.
Spaß am laufenden Band
Um den Park als Erstbesucher richtig kennenzulernen, ist anfangs eine Rundfahrt mit der Parkbahn "Anton" zu empfehlen. "Anton" fährt durch das gesamte Gelände und die Familien verschaffen sich somit einen Überblick, schließlich wollen die Kinder ja keine Spielmöglichkeit verpassen. Und derer gibt es viele. Dicht belagert sind die zahlreichen Klettermöglichkeiten. Im "Fuchsbau" lehren die Kinder einander das Gruseln und auf dem "Wirbelnden Komet", einer Panoramaschaukel, genießen sie das Kribbeln im Bauch. Überdimensionale Hüpfkissen laden zum Toben ein, und wer Kapitän spielen will, der setzt sich in ein Mini-Ruderboot und schippert über den kleinen Teich. Auf dem Herzstück des Parks, dem künstlich angelegten See, probieren sich ganz Mutige beim Flößen aus. Zwar ist dieser kein Badesee, aber mit den Füßen darf schon mal geplantscht werden. Die vielen Sandburgen am Strand zeugen von der Kreativität der ganzen Familie.
Wasserrutschen, Nautic-Jet, Riesenrad und große Bagger
Großen Spaß bereiten natürlich die Wasserrutschen. Die dafür benötigten Luftringe gehen in Windeseile von Hand zu Hand. Der Nautic-Jet ist nichts für Angsthasen. Ein kleines Boot rutscht mit bis zu 40 Kilometern in der Stunde acht Meter in die Tiefe, um dann nach einem sechs Meter weiten Flug das Wasser aufpeitschend zu landen. Ein Vergnügen für Jung und Alt. Bei den Baggern werden selbst die Väter wieder zu Kindern und erfüllen sich sicher einen Kindheitstraum: Bagger fahren. Die originalen Baugeräte verhelfen zur Illusion, auf einer großen Baustelle tätig zu sein. Und das alles ohne Führerschein. Auch auf der Kinder-Quad-Bahn geht's um Geschicklichkeit. Hier geben die Mädchen und Jungen auf der vorgegebenen Strecke so richtig Gas.
Eine Fahrt mit dem von der Autobahn aus weithin sichtbaren Riesenrad ist ein Muss für jeden. Mit seinen zwölf Gondeln befördert es die Familien in die Höhe, und es eröffnet sich ein herrlicher Blick ins Erzgebirgsland. Die Augustusburg bei Flöha scheint zum Greifen nah.
Wo sich Rehe, Mufflons und Hirsche gute Nacht sagen
Beschaulich geht es im sorgfältig bewirtschafteten Wald zu. Hier staunen Alt und Jung über das Zutrauen der Hirsche und Rehe, dass sicher dem an der Kasse erhältlichen Wildfutter geschuldet ist. Die Rehe verlangen natürlich ihre Streicheleinheiten und die Kinder und Erwachsenen machen davon rege Gebrauch. Im Gehölz verstecken sich zudem die Mufflons. Zwar sind sie recht scheu, aber mit etwas Glück, und wenn "Anton" nicht gerade vorbei fährt, zeigen sie sich den Besuchern. Die Betreiber des Areals, die Erlebnis- und Freizeitpark Lichtenau GmbH & Co. KG, legen überhaupt ganz besonderen Wert auf eine natürliche Gestaltung. So zieren mehr als 10.000 Pflanzen das Gelände. Der Rosenhügel inmitten des Parks lädt zum Verweilen ein.
Wenn der Magen knurrt
Wer einen ganzen Tag im Sonnenlandpark samt Familie verbringen möchte, dem seien die zahlreichen Grillplätze empfohlen. Mitgebrachtes wird hier zubereitet; denn ein Picknick im Freien ist schließlich immer etwas Besonderes. Wer keine Grillkohle bei der Hand hat, der kann diese an der Kasse käuflich erwerben. Aber auch denen, die nicht viel vom Grillen halten, muss der Magen nicht knurren. Ein umfangreiches Imbiss-Angebot steht zur Verfügung. Der Durstige wird sicher zum Lichtenauer Mineralwasser greifen, das ganz in der Nähe des Parks aus reinstem Quellwasser erzeugt wird.
Gruppenangebote werden rege genutzt
Für Gruppen, Vereine oder Firmen ist der Sonnenlandpark Lichtenau ein wahres Mekka. Viele Schulen der Umgebung planen diese Erholungsstätte fürs Jahr mit ein. Gruppen aus Kindergärten zählen beispielsweise zu den Stammgästen. Günstig ist es, sich als Gruppe vorher anzumelden; gilt es doch die pädagogischen Angebote wie das "Grüne Klassenzimmer", "Die Kraft der Sonne" ,"Bewegung macht Spaß" oder einen Märchenfilm-Nachmittag in einer der originalen mongolischen Jurten zu nutzen. Spezielle Formulare werden hierzu im Internet bereit gestellt.
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