Der Sternenhimmel im November 2011

Venus und Mond - Grethe Bjerring / pixelio.de
Venus und Mond - Grethe Bjerring / pixelio.de
Lange Herbstabende lassen Hobbyastronomen eine Menge Zeit für intensive Blicke zum Nachthimmel. Unbestrittener Star am Firmament ist der Gasplanet Jupiter.

Durch die Uhrumstellung vom 30. Oktober 2011 wird es abends nun noch früher dunkel. Anfang November geht die Sonne um 16:57 Uhr unter. Gegen 18 Uhr ist es dann bereits stockfinster. Sechs Wochen später versinkt die Sonne schon um 16:18 Uhr am Horizont. Mit Ende der Dämmerung breitet sich dann ab 17:38 Uhr sehr schnell Dunkelheit aus. Daher bieten die langen Nächte im Spätherbst beste Voraussetzungen für intensive Himmelsbeobachtungen auch für kleine Sternenfreunde. Als besonders Datum sollte man sich die Nacht zum 12. November merken. Zwischen 17 Uhr am Vorabend und 7 Uhr morgens durchwandert der Mond das sogenannte „Goldene Tor der Ekliptik“. Beschrieben wurde diese reizvolle Konstellation ausführlich im Artikel zum Sternenhimmel im Oktober 2011.

Planetenkonstellationen im November 2011

Vollmond ist am 10. November um 21:16 Uhr. Auch Abend des 9. November bietet der Erdtrabant einen hübschen Anblick, wenn er zwischen 18 und 20 Uhr tief im Osten an Jupiter vorbeiwandert. Man könnte meinen, die beiden würden sich einen Wettstreit liefern, was die Strahlungsintensität anbelangt. Jupiter kann im November fast die ganze Nacht hindurch beobachtet werden. Nur vom Morgenhimmel zieht sich der Riesenplanet allmählich zurück. So geht Jupiter am 1. November um 6:53 Uhr erst kurz vor Sonnenaufgang unter. Ende des Monats verschwindet er dann bereits um 4:40 Uhr vom Firmament. Wer einen sehr guten Feldstecher hat oder ein Teleskop, sollte die Zeit nutzen, um den Verlauf der Jupitermonde Io, Europa, Ganymed und Kallisto zu verfolgen. Jeder der vier Satelliten wechselt täglich die Position auf seiner Bahn um den Gasriesen. Im Gegensatz zu Jupiter beherrscht Saturn im November zunehmend den Morgenhimmel. Am Ersten des Monats lässt er sich nur unter optimalen Sichtbedingungen kurz vor Einbruch der Morgendämmerung erkennen. Mitte November geht der Herr der Ringe bereits um 4:48 Uhr auf, zum Monatsende schon um 3:48 Uhr. Jeweils 30 Minuten später kann man Saturn dann tief am Osthorizont beobachten.

Merkur bleibt den ganzen November hindurch unsichtbar. Dafür taucht Venus nun endlich wieder am Abendhimmel auf. Doch die Zeit für mögliche Beobachtungen in der Abenddämmerung ist kurz. Am 1. November geht sie um 17:45 Uhr tief im Südwesten unter. Am 9. November zieht unsere Nachbarin nördlich von Antares im Sternbild Stier vorbei. Leider kann diese Konstellation in unseren Breiten ebenso wenig beobachtet werden, wie das Treffen von Mond und Venus am 27. November um 5 Uhr morgens. Zum Monatsende verschwindet der Abendstern bereits um 17:57 Uhr am Horizont. Venus durchläuft Phasen, die mit denen unseres Mondes vergleichbar sind. Wer jetzt durch Fernglas oder Teleskop schaut, erkennt ein fast voll beleuchtetes Planetenscheibchen. Mehr Zeit haben Hobbyastronomen für den Blick auf Mars. Am Monatsersten erscheint der rote Planet kurz nach Mitternacht gegen 0:13 Uhr, vier Wochen später bereits um 23:36 Uhr. Auch seine Helligkeit nimmt im Laufe des Monats zu.

Der Sternenhimmel im November 2011

Immer noch hat Pegasus mit dem Herbstviereck seinen großen Auftritt. Doch bereits im Spätherbst erscheinen im Osten die Wintersternbilder auf der Bildfläche, allen voran Orion. In klaren Nächten lohnt sich ein Blick durchs Fernglas oder Teleskop auf den sogenannten Gürtel. Diese Region im Orionnebel gilt als Geburtsort für neue Sterne. Auch die beiden offenen Sternenhaufen Plejaden und Hyaden sind lohnende Objekte für Beobachtungen mit Feldstecher oder Fernrohr. Dasselbe gilt für Andromeda. Unsere Nachbargalaxie steht jetzt in ihrer höchstmöglichen Position nahezu im Zenit. Am besten lässt sich der Andromedanebel durchs Teleskop erkennen.

Die Zeit für die Jagd auf Sternschnuppen ist eigentlich schon vorbei. Wer sich dennoch auf die Suche nach den glücksbringenden Kometen machen möchte, sollte Mitte November zum Morgenhimmel blicken. Dann ist der Strom der Leoniden aktiv. Sein Maximum wird für 2011 am 19. November gegen 3:00 Uhr morgens erwartet. Mit etwas Glück und guten Wetterverhältnissen lassen sich rund 50 Meteore pro Stunde beobachten. Weit weniger ergiebig fallen die Tauriden aus mit stündlich nur fünf bis zehn Sternschnuppen. Ihr Höhepunkt liegt in diesem Jahr in der Nacht vom 11. auf den 12. November zwischen 20 Uhr und 4:00 Uhr.

  • Bildnachweis: © Grethe Bjerring / pixelio.de
  • Quelle: "Kosmos Himmelsjahr 2011“ von Hans-Ulrich Keller, Stuttgarter Kosmos-Verlag
Ursula Wyputta, Ursula Wyputta

Ursula Wyputta - Über zwanzig Jahre lang arbeitete ich als technische Assistentin, Gesundheits- und Umweltberaterin. Nach einem Fernstudium ...

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