
- Vor dem AKW in Harrisburg - Subindie
Am 28. März 1979 fiel im Kernkraftwerk Three Mile Island (TMI) in der Nähe von Harrisburg, Pennsylvania in den USA die Kühlung des Reaktors aus. Grund hierfür war die Fehlfunktion eines Ventils, wodurch die Pumpen des sekundären Kühlkreislaufs abgeschaltet wurden, was wiederum die Dampferzeuger beeinflusste. Im Reaktorblock 2 kam es daraufhin zu einer teilweisen Kernschmelze. Etwa ein Drittel der Brennstäbe im Reaktorkern sind geschmolzen oder wurden anderweitig beschädigt. Die Internationalen Atomenergieorganisation (IAEO) stufte den Störfall damals als Ernsten Unfall (INES-Stufe 5) ein.
Schnellabschaltung des Reaktors
Durch den Ausfall der Pumpen wurde die Reaktorschnellabschaltung eingeleitet und fuhr die Leitung auf rund sechs Prozent der Normalleistung herunter. Ab diesem Zeitpunkt – hätte alles normal funktioniert – wäre der Vorfall im TMI nicht weiter eskaliert und die Öffentlichkeit hätte unter Umständen nie oder erst sehr spät davon erfahren. Durch das Versagen eines Ventils und die mutmaßliche Fehleinschätzung des Personals sank allerdings der Kühlmittelstand dramatisch ab und führte dann erst zu der Kernschmelze. Der kritische Zustand wurde erst über drei Stunden später bemerkt, als ein Schichtwechsel im Kontrollraum stattfand.
Maßnahmen von Exelon
Nach dem Störfall wurde von der Betreiberfirma Exelon, die ihren Sitz in Chicago hat und Anteile an neunzehn Kernkraftreaktoren besitzt, mitgeteilt, dass die Ursache des Unfalls in menschlichem Versagen begründet lag sowie an der schlechten Ausstattung des Kontrollraums. Was bei jedem modernen Kfz vorhanden ist, fehlte im Kernkraftwerk TMI: eine Füllstandsanzeige des Kühlmittels für den Reaktorblock 2.
Eine Studie des Department of Epidemiology der University of North Carolina belegte sechs Jahre nach dem Störfall, dass auf der windabgewandten Seite des Reaktors die Krebsrate um 150 Prozent erhöht ist. Dennoch belegte eine von Industrie und der Atomkontrollbehörde in Auftrag gegebene Langzeitstudie über die Dauer von achtzehn Jahren, dass es bei rund 30.000 untersuchten Personen keine gesundheitlichen Folgeschäden gebe. Daraufhin wurden zahlreiche Klagen der Betroffenen abgewiesen.
Rückbau des Reaktorblocks 2 und Weiterverwendung
Nur knapp drei Monate nachdem Reaktorblock 2 in Betrieb genommen worden war, wurde er durch die teilweise Kernschmelze nahezu komplett zerstört. Die Aufräumarbeiten und der teilweise Rückbau dauerten bis zum Dezember 1990 und kosteten den amerikanischen Steuerzahler annähernd eine Milliarde US-Dollar. Anfang 2010 wurde bekannt gegeben, dass der Reaktorblock 2 – der nie wieder in Betrieb genommen worden ist – in zwei Teile zerlegt werden soll und für das Kernkraftwerk Shearon Harris in North Carolina benutzt werden soll. Dort sollen zwei neue Reaktorblöcke gebaut werden, wovon der Erste ab 2018 in Betrieb gehen soll. Der immer noch funktionsfähige Reaktorblock 1 in TMI hat eine Betriebserlaubnis bis in das Jahr 2034.
