Der Südwesten Ibizas

Rund um Sant Josep zeigt die Insel viele Gesichter

Einmalig: Es Vedrà  - Christine Lendt
Einmalig: Es Vedrà - Christine Lendt
Unweit des Flughafens liegt ein Teil Ibizas, der gleich mehrfach sehenwert ist. Er bietet viel Natur, Geschichte und ein attraktives Touristenleben

Sant Josep ist der größte Regierungsbezirk Ibizas, vielfältig sind seine Eindrücke, oft atemberaubend die Natur. Mythen und Legenden ranken sich um Es Vedrà, jenen gigantischen Felsen, der im Südwesten aus dem Meer ragt, bis zu 385 Meter hoch. Ausflugsboote fahren bis an die steilen Wände, durch die das Geschrei von Seevögeln hallt. Auch von der Cala d’Hort aus betrachtet wirkt Es Vedrà gewaltig, noch spektakulärer von oberhalb der Bucht. Dort steht der „Piratenturm“ Es Savinar, erbaut im 16. Jahrhundert zur Meldung nahender Seeräuber.

Wo Atlantis liegt

Von historischer Bedeutung ist auch Ses Païses de Cala d’Hort, die Ausgrabungsstätte einer punisch-römischen Siedlung. Ihre ersten Steine legte man im 5. Jahrhundert vor Christus. Am Cap des Jueu führen Pfade hinab nach „Atlantis“ – bizarre Küstenformationen erwecken den Eindruck versunkener Mauern. Doch hier wurden dicke Blöcke aus dem Fels geschnitten, vermutlich für den Festungsbau in Eivissa. Am besten ist der Platz mit Booten erreichbar, die von Las Salinas und Sant Antoni starten. Folgt man der Felsküste nach Norden, öffnen sich reizvolle Buchten, touristisch erschlossen, aber mit Charme. Die Cala Vadella mit ihren bunten Fischerhäusern, die Cala Tarida mit ihrem schönen Strand, lang und zerklüftet, vor glasklarem Wasser. Kurz vor Sant Antoni sind Cala Compte und Cala Bassa beliebte Badeziele, mit Sicht auf die Insel La Conejera.

Auf dem höchsten Gipfel

Oder soll es eine Bergtour sein? Der Ort Sant Josep de Sa Talaia lehnt sich an Ibizas höchste Erhebung, das Gipfelplateau des Sa Talaiassa erreicht 475 Meter. Eine Wanderung mit überwältigender Aussicht. Die Markierung beginnt in Sant Josep, das auch ein sehenswertes Örtchen ist, vor allem der Dorfplatz mit seiner hübschen Wehrkirche. Das ursprüngliche Ibiza erwacht in Sant Agusti des Vedrà: Verwitterte Mauern, prächtige Fincas, Gaststätten und Galerien gruppieren sich um eine Hügelkuppe. Das älteste Dorf der Insel, so sagt man zumindest.

Welterbe der UNESCO

Lohneswert ist auch ein Ausflug nach Es Cubells: Im weiten Panoramablick zeigen sich Meer und Felsküste, versteckte Lokale bieten puren Genuss. Weiter östlich liegt die Cala Jondal, in der manche Yacht ankert, auch wegen der exklusiven Strandrestaurants. Ruhesuchende lieben die roten Felsen der Bucht von Sa Caleta. Hier war auch die Heimat der ersten phönizischen Siedler. Das Poblat fenici, zum Welterbe der UNESCO erklärt, zeigt noch die Mauerreste.

Salzfelder und Flamingos

Am südlichsten Zipfel Ibizas glitzern Salzfelder, und rosa Flamingos neigen ihre Hälse: Ses Salines ist Naturreservat und Ertragsquelle zugleich. Salz steht für Reichtum, immer noch. Das zeigt sich am Salinas-Strand, den gerne Prominenz besucht. Man sitzt in Strandbars zwischen den Dünen und lässt die Szene auf sich wirken. Nebenan und vergleichbar schön: Es Cavallet mit seinem FKK-Bereich. Trubel und Partyvergnügen bietet die nahe Playa d’en Bossa, das neueste und größte Touristenzentrum Ibizas.

Christine Lendt - Lebensmittel und Tauchsport haben viel gemeinsam. Zumindest, wenn man für einen Fachverlag textet und nebenbei anderen zeigt, wie das ...

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