
- Offizielles Filmplakat zu "Im Auftrag des Teufels" - Warner Bros
Der Teufel hat viele Gesichter. Ob diese Aussage im realen Leben zutrifft, möge jeder Leser selbst entscheiden, in Filmen und Fernsehen passt dieser Spruch jedoch wie die bekannte Faust aufs Auge. Die Figur des Teufels wird im Christentum in der Bibel erwähnt und stellt einen gefallenen Engel namens Luzifer dar. Der lehnte sich gegen die Herrschaft Gottes im Himmel auf und wurde deswegen aus dem Domizil des Allmächtigen verbannt. In der Bibel, Offenbarung 12,7, als "Der große Drache, die uralte Schlange, die Widerwirker und Satan" benannt, wird der Teufel im christlichen Glauben als die Ursache des Bösen in der Welt gesehen. Nicht nur mittelalterliche Künstler stellten das Wesen mit Dreizack, Hufen und Hörnern gerne dar, auch in der Neuzeit wählten viele Regisseure eine diabolische Figur als Hauptdarsteller.
Der Teufel als beliebte Figur in Filmen - Ein Auszug
Während spätestens seit Johann Wolfgang von Goethes "Faust" die Teufelsfigur alias Mephistopheles einen beispiellosen Eroberungsfeldzug in Theatern rund um den Globus feierte, zeigt sich vor allem in den 90ern bis heute eine verstärkte Thematisierung des Fürsten der Finsternis in Filmen und Fernsehserien. Premiere in einem Spielfilm hat der Teufel jedoch in "Ein himmlischer Sünder" von Ernst Lubitsch aus dem Jahr 1943. Dort muss der Hauptdarsteller Henry van Cleave, von Don Ameche gespielt, in die Hölle und bekommt durch Satan seine Sünden aufgezeigt. Der von Laird Cregar gespielte Teufel muss schließlich erkennen, dass die Sünden des van Cleave nicht zur Aufnahme in die Hölle reichen und entlässt die Seele in den Himmel. Eher als Nebendarsteller eingesetzt, fungiert der Teufel hier als Objektiv für die täglichen Oberflächlichkeiten und die Eitelkeit der Menschen.
Ein ewiger Kampf zwischen Gut und Böse: Verfilmt in "God's Army - Die letzte Schlacht"
Eine bemerkenswerte Rolle spielt Luzifer, der erste gefallene Engel, im 1995 erschienenen Spielfilm "God's Army - Die letzte Schlacht". Während der längst die Hölle regiert und im Gleichgewicht zwischen Gut und Böse das Zünglein an der Waage ist, versucht der enttäuschte Erzengel Gabriel eine neue Rebellion im Himmel zu entfachen. Nachdem Gabriel alias Christopher Walken seinen Feldzug gegen Gott mit großem Erfolg auch auf der Erde führt und der Untergang der Menschheit droht, mischt sich der Teufel selbst ein. Gespielt von Viggo Mortensen erklärt der, dass er keinerlei Interesse an einer zweiten Hölle im Himmel habe. Gemeinsam mit einem gläubigen Ermittler gelingt somit dem Teufel die Rettung der Menschheit. Dies ist einer der wenigen Momente in der Filmgeschichte, wo der Teufel tatsächlich durch sein Eingreifen etwas Gutes vollbringt.
Teuflisch gut: Al Pacino in "Im Auftrag des Teufels"
Ein gruseliger und tiefsinniger Mystery-Thriller mit diabolischer Beteiligung gelang Regisseur Taylor Hackford 1997 mit "Im Auftrag des Teufels". Keanu Reeves spielt hier einen jungen und erfolgreichen Staatsanwalt, der buchstäblich als des Teufels Advokat angeheuert wird. Al Pacino, welcher den Leibhaftigen selbst darstellt, nimmt den talentierten Anwalt unter seine Fittiche und lockt mit Geld, Frauen und Macht. Immer wieder wird die Verführung des Hauptdarstellers zu verschiedensten Sünden, vor allem der der Eitelkeit, thematisiert. Pacino tritt als eloquenter Satan im Anzug auf, der erfolgreich und geheimnisvoll den jungen Reeves lockt. Erst nachdem dessen Frau Opfer der teuflischen Machenschaften wird, erkennt der Anwalt, wem er auf den Leim gegangen ist. Dass mit seiner Entscheidung, dem Teufel zu widerstehen, der Kampf zwischen Gut und Böse noch nicht beendet ist, zeigt der Abspann: Der Fürst der Finsternis versucht nun als Reporter den geläuterten Staatsanwalt zu verführen.
Verschiedene Interpretationsmöglichkeiten des filmischen Teufels
Betrachtet man die drei ausgewählten Filme im Kontext, zeigt sich, dass Regisseure die Figur des Teufels oft unterschiedlich deuten. Einmal ist er derjenige, der erkennen muss, dass die Seele nicht in die Hölle passt. Als nächstes erscheint der Gehörnte als Retter der Menschheit und des Himmels aufgrund von Eigeninteresse. Und im letzten Fall ist der Beelzebub ein ewiger Verführer, welchem der Mensch standhalten muss, falls er nicht fürchterliche Opfer bringen will. Fast immer erscheint der Teufel jedoch als charismatisch und anziehend, besonders für Frauen: "Diabolis virtus in lumbis est" - Des Teufels Tugend liegt in seinen Lenden.
