In Büchern mit populärwissenschaftlichen Themen wie Partnerschaftsproblemen, Partnersuche, Bewerbungen oder praktischer Kindererziehung erscheint es relativ einfach, anschauliche Fälle und Beispiele aus dem Alltag zu finden. Schwieriger kann es unter Umständen bei wissenschaftlich orientierten Fachbüchern werden, da sie einen umfangreichen theoretischen, bereits in Versuchen und Studien geprüften Hintergrund haben. Um das Fachbuch dennoch lesefreundlich zu gestalten, sind Beispiele, die aus dem (Berufs-)Alltag stammen, unerlässlich.
Beispiel: Das ICD-10
Im ICD-10 (International Classification of Diseases) sind im Hauptbuch sämtliche körperlichen oder psychiatrischen Krankheitsbilder theoretisch erläutert und mit einer entsprechenden Buchstaben-Zahlen-Kombination klassifiziert. Um die faktenorientierte Theorie, die sich hauptsächlich auf die Symptomatik und Erscheinungsform der Erkrankung bezieht, untermauern und um scheinbar sich überlappende Krankheitsbilder voneinander abgrenzen zu können, gibt es zum ICD-10 zusätzlich ein Fallbuch, in dem ausgewählte Krankheitsbilder anhand von Beispielen aus der klinischen Praxis besprochen und klassifiziert werden. Damit wird der eher trockene Lernstoff wesentlch greifbarer.
Die Verzahnung von Theorie und Praxis in einem Fachbuch
Bei den meisten Sachbüchern werden theoretische und praktische Aspekte des wissenschaftlichen Gegenstands häufig miteinander in einem Buch verzahnt. Manche Autoren vermischen Theorie und Praxis miteinander in einem Absatz oder Kapitel, andere bevorzugen eine strikte Trennung, indem zunächst die theoretischen Grundlagen in einem Kapitel erläutert werden und entsprechende Fallbeispiele im nächsten.
Weitere Möglichkeiten, um die Anschaulichkeit des Textes zu gewährleisten
Hierzu zählen Grafiken aller Art, also Tabellen, die bestimmte Aspekte in Kurzform zusammenfassen, Landkarten, Cartoons, Fotos, Diagramme und so weiter. Oft kann ein Bild das zuvor Geschriebene komprimiert und in anschaulicher Form darstellen und dient somit der besseren Einprägsamkeit. Der Leser wird sich eher an einen kurzen Cartoon oder ein graphisch ansprechendes Balkendiagramm erinnern als an alle Aspekte, die ausschließlich in theoretischer Form über Seiten abgehandelt wurden. Auch Fallbeispiele aus der Praxis sind oft wesentlich anschaulicher und leichter verständlich als zum Teil hochkomplizierte, sehr theorielastige Abhandlungen, die zum Teil aus mehrzeiligen Schachtelsätzen bestehen.
Sprachliche Gestaltung eines Sachbuchs
Der Text soll widerspiegeln, dass der Autor oder die Autoren über profundes Wissen in ihrem Gebiet verfügen. Dies bedeutet jedoch nicht, in eine übertrieben komplizierte Sprache zu verfallen. Mehrzeilige Schachtelsätze sind zu vermeiden. Ähnliches gilt für die Aneinanderreihung von Fachbegriffen, die aber nicht erläutert werden oder wenn, erst einige Absätze oder sogar Kapitel später. In manchen Fällen kann es in einem wissenschaftlichen Text vor Fachtermini nur so wimmeln, sodass oft ein Fremdwörterbuch oder Fachlexikon notwendig werden, um die ganzen Begriffe überhaupt zu verstehen. Da der Leser durch ständiges Nachschlagen aus dem Lesefluss gerissen wird, ist diese Art der Textgestaltung nicht sinnvoll.
Die Vorteile der Verzahnung von Theorie und Praxis in einem Sachbuch
Die Vermischung von Theorie und Praxis macht einen Text leichter verständlich, vor allem für Leser, die mit einer Materie noch nicht vertraut sind. Die Theorie wird durch Praxisbeispiele verständlicher, gleichzeitig beweist der Autor, dass er seinen Wissens- oder Forschungsgegenstand nicht nur in der Theorie kennt, sondern diese auch in der Praxis sicher anzuwenden weiß. Auch Grafiken aller Art (siehe oben) erleichtern die Verständlichkeit. Last but not least: Ein interessant geschriebenes, verständliches Sachbuch wird nicht nur gern gekauft, sondern ist einfach lesenswert. Und darüber freut sich nicht nur der Leser, sondern auch der Autor.
