Das war eine perfekte Handballsaison für den THW Kiel, die in den Annalen des Handballsports eine Sonderstellung einnimmt. Nach den Champions League Siegen in den Jahren 2007 und 2010 errang der THW 2012 zum dritten Mal die Krone des europäischen Handballs. Die beste Mannschaft Europas hatte zuvor den deutschen Handball-Pokal gewonnen und war vorzeitig neuer Deutscher Meister in der laufenden Saison mit dem neuen, historischen Punkterekord von jetzt 64:0 Punkten geworden.

Meisterschaft zu Null?

Zwar steht noch zwei abschließende Bundesliga-Begegnungen aus, aber ist davon auszugehen, dass der THW diese Punkterunde mit dem historischen Rekord von 68:0 Punkten beenden wird: Am 31. Mai muss der THW um 20.15 Uhr beim Schlusslicht der Tabelle und Absteiger Eintracht Hildesheim antreten, bevor am 2. Juni um 16.30 Uhr der VfL Gummersbach in der heimischen Sparkassen-Arena in Kiel zu Gast ist. Danach geht es für die gesamte Mannschaft und ihren erfolgreichen Trainer Alfred Gislason in den wahrlich wohlverdienten Urlaub.

Die unheimliche Serie des THW Kiel

Diese unglaublich beeindruckenden Zahlen sprechen für die beste Mannschaft Europas: Bundesliga-Rekord mit derzeit 64:0 Punkten in der Meisterschaftsserie. Seit dem 9. Oktober 2011 in 44 Pflichtspielen ungeschlagen. 10 Spiele im deutschen Pokal in Folge gewonnen und damit seit dem 7. Februar 2010 ungeschlagen. Ungeschlagen in den Spielen der Handball-Bundesliga seit dem 4. Mai 2011. Dritter Champions League Sieg in 2012 nach 2007 und 2010. Zweites Triple in der Vereinsgeschichte nach dem Triple im Jahr 2007. Und ganz nebenbei: Amtierender Vereinsweltmeister

Der Champions League Sieg des THW Kiel gegen Athletico Madrid 26:21 (13:10)

Nach anfänglichen Schwierigkeiten im Spiel der beiden Favoriten im VELUX Final4 2012 hatte die Kieler ihren Gegner bald während der gesamten Spielzeit im Griff. In einem sehr intensiv geführten, kampfstarken Spiel gingen die Madrilenen mit 1:3 in Führung und behaupteten diese mit 2:4 und 3:5, ehe Kiel in der 19. Minute erstmals mit 7:6 in Führung ging. Madrid aber konterte und kam durch seine schnellen und durchsetzungsstarken Spieler Abalo, Lazarov und Källman zu einer 7:9 Führung, die Kiel aber wiederum mit einem energischen Zwischenspurt kontern und zu einem beruhigenden 13:9 ausbauen konnte. Mit 13:10 für Kiel ging es in die Halbzeit.

In den ersten 7 Minuten der zweiten Halbzeit kamen beide Mannschaften nur zu jeweils einem Treffer, weil beide Abwehrreihen extrem sicher standen und die Torleute auch extrem gute Würfe selbst bei doppelter Unterzahl (Omeyer) unschädlich machen konnten. Kiel gab das Spiel zu keinem Zeitpunkt mehr aus der Hand und wusste stets die bessere Antwort auf die Bemühungen der Madrilenen. Über 18:13 in der 48. Minute und 21:15 in der 53. Minute stand der THW Kiel schon frühzeitig als sicherer Sieger fest. Bezeichnend für die Überlegenheit, den Spielwitz und die Spiellaune der Kieler war das letzte Tor zum 26:21 mit einem Kempa-Trick durch Dominik Klein nach Anspiel von Kim Andersson. Die gesamte Kieler Mannschaft spielte herausragend, aber dennoch sind Thierry Omeyer mit 20 Paraden, Kim Andersson mit sieben Toren und Filip Jicha mit 6 Toren bei 2 Siebenmetern besonders zu nennen.

Aus der Hand ihres früheren Kapitäns Stefan Lövgren erhielten die Kieler den begehrten Champions League Siegerpokal.

Quellen: THW Kiel, European Handball Federation (EHF), eurosport live