Der Thymian – Gewürz und Heilpflanze

Thymian - Sabine Hoffelner
Thymian - Sabine Hoffelner
Thymian ist ein beliebtes Gewürz. Er kann Völlegefühl und Verdauungsprobleme beheben und auch bei Atemwegserkrankungen helfen.

Der Thymus vulgaris kommt besonders im Mittelmeerraum und in Nordafrika vor. In Frankreich, Italien und auf dem Balkan wird er sogar auf großen Feldern angebaut; Er mag guten etwas kalkhaltigen Boden in warmen sonnigen Lagen. Man kann ihm auf trockenen Felshainen und in immergrünen Buschwäldern begegnen. Er wächst dort als stark duftender Halbstrauch, der bis zu 30 cm hoch werden kann. Aus einer kräftigen Pfahlwurzel heraus wachsen mehrere verästelte holzige Stengel, die sich fein verzweigen. Aus diesen Zweigen sprießen kleine kurzstielige Blätter, deren Rand sich einrollt. Die büscheligen Blüten des Thymian sind von lila bis rosa Farbe.

Geschichte der Heilpflanze

Sumerische Keilschriftaufzeichnungen zeigen, dass der Thymian im heutigen Irak bereits vor mehr als 4000 Jahren als Gewürz- und Arzneipflanze bekannt war. Im alten Ägypten wurde er benutzt, um die Harze, die bei der Einbalsamierung der Toten verwendet wurden, zu parfümieren. In der griechischen Antike war er Aphrodite geweiht, der Liebesgöttin. Es wird in griechischen Sagen erzählt, dass Bienen oft thymianbewachsene Hänge aufsuchten, daher wird er auch Immenkraut genannt. Im religiösen Bereich nutzten ihn die Griechen zum Räuchern. Forscher leiten seinen Namen deshalb von thyein, dem griechischen Wort für „räuchern“ ab. Im Mittelalter gelangte die Pflanze mit Benediktinermönchen über die Alpen nach Deutschland. Dort wurde der Thymian schnell als Gewürzpflanze beliebt, mit der man fettige Speisen besser verdaulich machen konnte. In der Heilkunde fand er als eine Art Allheilmittel für Beschwerden der Atemwege und des Verdauungstrakts Anwendung. Es ist überliefert, dass die Pflanze im Mittelalter auch ein Symbol für Mut darstellte. Damen bestickten die Schärpen ihrer Ritter mit Thymianzweigen und Bienen, um ihren Mut und ihre Tapferkeit in der Schlacht zu stärken.

Inhaltsstoffe des Thymiankrauts

Sammelzeit, verwendete Teile

In der Naturheilkunde verwendet man das frische oder das getrocknete Kraut. Gesammelt sollte es kurz vor der Blüte werden, von Juni bis August.

Anwendungsformen des Thymian

Als Heilpflanze findet er in Form von Tee Verwendung, der entweder getrunken oder äußerlich als Umschlag oder Kompresse aufgelegt werden kann. Häufig ist er auch Bestandteil von Salben. In der Küche wird er gern als Gewürz bei Gemüsegerichten oder Braten verwendet. Ebenso kann er frisch in den Salat gegeben werden.

Der Thymian als Heilpflanze

Seine krampf- und schleimlösenden Eigenschaften macht sich die Heilkunde bei Atemwegserkrankungen wie akuter und chronischer Bronchitis, Asthma bronchiale oder Keuchhusten zunutze. Als ätherisches Öl kann er in der Duftlampe vernebelt werden und bei Erkältungen Linderung bringen. Als Tee getrunken fördert Thymian die Verdauung, entbläht und hilft gegen Völlegefühl nach einem üppigen Mahl. Er kann auch bei krampfartigen Magen-Darmbeschwerden eingesetzt werden. Als Gurgelmittel entfaltet er seine keimtötende und geruchshemmende Wirkung bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum. Äußerlich kann er bei Rheuma und Hautproblemen wie Ekzemen helfen und Juckreiz mildern.

Gegenanzeigen, Nebenwirkungen

Wer gegen Lippenblütengewächse, Birkenpollen oder Sellerie allergisch ist, sollte den Thymian nicht verwenden.

Hinweis

Dieser Artikel soll Ihnen eine Information sein, kann aber bei Beschwerden keinesfalls einen Besuch bei einem Arzt oder Heilpraktiker ersetzen! Wenn Sie Heilkräuter selbst sammeln möchten, informieren Sie sich vorher bitte genau darüber, wie Sie die Pflanze eindeutig erkennen können und verwenden Sie nur Pflanzen, von denen Sie sicher sind, sie zu kennen. Oft ist es besser, fertige Tees oder andere Heilpflanzenprodukte aus kontrolliert biologischem Anbau im Reformhaus oder in der Apotheke zu kaufen.

Sabine Hoffelner - Als Gesundheits- und Krankenpflegerin, Heilpraktikerin und Entspannungspädagogin kenne ich mich im gesundheitlichen Bereich gut aus. ...

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