Der Traum vom Leben als Modedesigner

große bunte Modezeichnungen gehören in die Mappe - Sarah Wagner
große bunte Modezeichnungen gehören in die Mappe - Sarah Wagner
Der lange Weg vom tapferen Schneiderlein zur gefeierten Fashion-Ikone.

Es muss wunderbar sein, wenn die Modewelt der Schönen und Reichen einem zu Füßen liegt, wenn man seine doch so kreativen Ideen von Bekleidung, Schmuck und Accessoires zu Papier bringt und sich die Menschen um die neuesten Kollektionen reißen. Man reist von einem eleganten Ort zum nächsten, Paris, Mailand, New York, sieht die Modeschauen von der ersten Reihe aus und liest seinen Namen gedruckt auf Plakaten neben hübsch posierenden Models.

Was auf den ersten Blick so glorreich klingt, ist das Ziel eines steinigen und beschwerlichen Weges vom unbekannten kleinen Mann zum hochrangigen, populären Modeschöpfer. Und dieser Weg ist in der Tat in fast allen Fällen gepflastert mit Unannehmlichkeiten: ein hoher Leistungsdruck, Konkurrenzkämpfe unter den Kollegen und zu guter Letzt wird auch das eigene Durchhaltevermögen immer wieder auf die Probe gestellt. Doch wer stets am Ball bleibt, hart an sich arbeitet mit dem Ziel vor Augen und sich mit Leib und Seele der Verwirklichung seiner Modeträume verschrieben hat, der wird am Ende reich belohnt werden. Nicht immer finanziell, aber mit Selbstbewusstsein, Glück und Erfüllung.

Kleine kreative Talente wollen gefördert werden

Schon früh zeigt sich, dass man ein begeisterte Anhänger der Mode ist, sich immer wieder mit den neuesten Trends auseinandersetzt und selbst auch viele Ideen für ein individuelles äußeres Erscheinungsbild pflegt. Man zeichnet und näht zum Spaß, vielleicht zu Anfang noch etwas unbeholfen, aber die nötige Erfahrung kommt mit der Zeit – und vielleicht auch der ein oder andere Zeichen- oder Nähkurs – und man verbessert sich mit sichtbaren Ergebnissen.

Die richtige Richtung einschlagen

Es gibt wie so oft auch im Bereich Modedesign unterschiedliche Wege ans Ziel und vielfältige Möglichkeiten, sich beruflich einzubringen. So fangen manche nach dem Realschulanschluss eine Lehre als Schneider an, um später über das Fachabitur an einer Modeschule angenommen zu werden, andere können den Weg zum Studium direkt nach dem Abitur einschlagen, in dem sie sich an einer dafür eingerichteten Fachhochschule mit dem Fachbereich Gestaltung bewerben. Wichtig ist dabei immer die bereits vorhandene praktische Erfahrung, dazu zählen abgeschlossene Berufsausbildungen im Bereich Textil, besuchte Nähkurse oder mehrwöchige Praktika in Meisterbetrieben oder Industriellen Betrieben im Bereich Textil und Schneiderei.

Die Bewerbung an einer fachspezifischen Hochschule

Da aus der Vielzahl der Interessenten für Modefachschulen und Fachhochschulen immer nur ein kleiner Teil angenommen werden kann, bedarf es einer umfangreichen, möglichst aussagekräftigen Bewerbungsmappe im Mindestformat DIN A3, besser DIN A2, und wenigstens fünfzehn bis zwanzig Seiten mit Darstellungen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf großformatigen, kolorierten Entwürfen und anatomisch korrekten Zeichnungen, auch Akte sind beliebt. Fotos mit Stoffproben von selbstgenähten Kleidungsstücken sind auch von Vorteil. Weniger sinnvoll sind Collagen aus Zeitungsausschnitten oder einfache Bleistift-Skizzen. Ist man sich über die Qualität des Mappeninhalts noch unsicher, kann man sich zu einer sogenannten Mappenberatung anmelden, die an bestimmten Terminen stattfinden und zu denen eine begrenzte Teilnehmerzahl zugelassen wird.

Ist die Mappe fertig, sollte auf keinen Fall die Abgabefrist versäumt werden. Was nicht rechtzeitig ankommt, wird direkt aussortiert. Und da machen die Hochschulen keine und nur sehr ungern Ausnahmen. Dann heißt es warten. Bis zur Auswertung der Mappe können einige Wochen vergehen, denn die Begutachtung von kreativen Gegenständen und Inhalten sind generell etwas schwieriger und meistens leider auch zu subjektiv. Dauert es aber zu lange und der Termin für die praktische Eignungsprüfung rückt näher, sollte man nachhaken. Wurde die eingereichte Mappe mindestens mit 4,0 benotet – was durchaus keine Seltenheit ist – wird man automatisch zur Eignungsprüfung eingeladen.

Die Eignungsprüfung ist ein weiterer wichtiger Bestandteil des Aufnahmevorgangs. Hier werden teilweise auch zweitägig noch einmal die eigenen Fähigkeiten beim Nähen, Zeichnen und der Bewältigung spontaner, kreativer Aufgaben ausgelotet.

Dem Traum einen großen Schritt näher gekommen

Das Bachelorstudium für Modedesign beläuft sich auf sechs Semester, der Master auf weitere vier. Währenddessen sollte man von Anfang an immer wieder nach Praktika Ausschau halten, besonders auch im Ausland. Praktika, praktische Semester und Auslandssemester werden im Lebenslauf generell als besonders positiv angesehen und sind fast schon Pflicht. Im Vordergrund stehen dabei natürlich die eigenen Erfahrungswerte, Spaß und das Erlebnis neuer, unbekannter Eindrücke und das knüpfen wichtiger Kontakten.

Eine ganze Breite an Berufen rund um das Thema High Fashion

Als studierte Modedesigner steht einem die Welt der Mode offen. Man kann sich endlich der Verwirklichung seiner Träume widmen, sei es im eigenen Laden seine eigene kleine Kollektion zu erarbeiten und zu vermarkten, oder ob man bei großen namhaften Firmen als Produktmanager oder Director/Directrice arbeitet, als Modejournalist bei einer Zeitschrift oder als Stylist bei Film und Fernsehen. In jedem Fall muss man sich vieles erst erarbeiten, die geknüpften Kontakte spielen lassen und immer wieder Innovatives und Kreatives schaffen.

Am Ende wird man für seine Mühe und sein Streben belohnt

Auch wenn sich das Studium von Beginn an als besonders arbeits- und zeitaufwendig erweist und man beträchtliche Mengen an finanziellen Mitteln hineinsteckt, man bekommt einfach so vieles wieder zurück an Erfahrung, interessanten Bekanntschaften und außergewöhnlichen Erlebnissen. Man wird eintauchen in eine Welt voller Faszination und Innovation. Wenn man ein Ziel vor Augen hat und dieses auch mit Herz und Seele verfolgt, dann kann alles möglich werden.

Sarah Wagner, Sarah Wagner

Sarah Wagner - Willkommen in meiner verwundernden kleinen Welt, in der mein Interessenhorizont über den Rand der Zeit hinausspaziert. Dokumentiert ...

rss