
- Triebzug BR 429 der Deutschen Bahn bei Martensdorf - Harald Rossa
FLIRT steht bei Stadler Rail für „Flinker Leichter Innovativer Regional-Triebzug“. Es handelt sich um einen in diversen Varianten aus drei bis sechs Gliedern bestehenden Niederflurtriebzug für den Regional- und S-Bahn-Verkehr. Die Fahrzeuge sind leicht und mit hoher Beschleunigung und Bremsverzögerung für den Kurzstreckenbetrieb ausgelegt. Als Höchstgeschwindigkeit sind 160 km/h erreichbar und damit macht der FLIRT auch im Regionalverkehr eine gute Figur.
Der FLIRT wurde für die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) entwickelt und trägt dort die Baureihenbezeichnung RABe 523. Weiteren Varianten sind bei der SBB als RABe 521, RABe 522 und RABe 524 eingereiht. Inzwischen sind fast 600 Triebzüge des Typs FLIRT von Stadler verkauft worden.
Technik des Gelenkzuges FLIRT
Der FLIRT sieht den neueren Ausführungen des Gelenktriebwagens GTW zum Verwechseln ähnlich. Und ist es unter dem Wagenkasten auch: die Traktionsausrüstung und der Führerstand des FLIRT und des elektrischen GTW sind einander sehr ähnlich.
Der FLIRT hat allerdings eine doppelte Antriebstechnik hinter den Führerständen über den Antriebsdrehgestellen der Steuerwagen. So kann der FLIRT auch beim Ausfall eines Antriebsteils aus eigener Kraft weiterfahren. Ein Stromabnehmer ist auf dem Dach eines der Mittelwagen angebracht und versorgt beide Antriebseinheiten. Nur Mehrsystemfahrzeuge haben zwei Stromabnehmer. Der Transformator fand auf Dach über dem Führerstand Platz.
Die Wagen des Triebzuges sind durch Jakobs-Drehgestelle miteinander verbunden. So entsteht ein durchgehender Boden vom vordersten bis zum hintersten Wagen. Nur an den Enden der Steuerwagen gibt es über dem Antriebsdrehgestellen kurze Hochflurabschnitte. Der FLIRT besteht aus 2 Steuerwagen und einem bis vier Mittelwagen. Eine Version aus nur zwei Steuerwagen und mit nur einer Antriebseinheit wurde auch ausgeliefert. Der ganze Zug ist in Aluminium-Leichtbauweise gebaut.
Der Hauptantrieb wird von einem IGBT-Pulswechselrichter, der von ABB stammt, mit 750 V Zwischenkreisspannung versorgt. Der FLIRT bringt eine Dauerleistung von 2.000 Kilowatt an die vier angetriebenen Achsen. Die maximale Leistung erreicht 2.600 Kilowatt.
Der FLIRT bei der cantus-Verkehrsgesellschaft
Für die cantus-Verkehrsgesellschaft haben deren Muttergesellschaften Hamburger Hochbahn bzw. BeNEX und die Hessischen Landesbahn jeweils sieben drei- und drei vierteilige FLIRT-Züge gekauft. Die 20 Fahrzeuge tragen in Anlehnung an die Baureihenbezeichnungen der DB die Bezeichnungen 427 (dreiteilig) bzw. 428 (vierteilig). Sie verkehren auf den Strecken Göttingen – Eichenberg – Kassel, Kassel – Bebra – Fulda, Göttingen – Eschwege – Bebra und Bebra – Eisenach.
Der FLIRT bei Abellio Rail NRW
Die Abellio Rail NRW betreibt mit 9 dreiteiligen und 8 zweiteiligen FLIRT-Triebzüge den Regionalverkehr zwischen Essen, Hagen, Iserlohn und Siegen. Die erstmalig an Abellio gelieferte zweiteilige Variante hat im Unterschied zu den anderen Varianten des FLIRT nur ein angetriebenes Drehgestell und ist nur für 140 km/h zugelassen. Die Züge gehören der Leasinggesellschaft CB Rail.
Der FLIRT bei der Westfalenbahn
Die Westfalenbahn befährt das Teutoburger-Wald-Netz mit 14 dreiteiligen und 5 fünfteiligen FLIRT-Triebzügen.
Der FLIRT bei Eurobahn
Angel Trains Europa hatte zunächst 25 vierteilige Triebzüge vom Typ FLIRT beschafft. Die werden von der Eurobahn-Keolis Deutschland im Hellweg-Netz in Nordrhein-Westfalen eingesetzt. Es folgte ein weiterer Auftrag über 4 vierteilige und 14 fünfteilige FLIRT im November 2007. Die verkehren inzwischen auf den Linien RE 3 Rhein–Emscher-Express und RE 13 Maas-Wupper-Express.
Der Flirt bei der Berchtesgadener LandBahn
Für die Strecke Freilassing – Berchtesgaden hat Angel Trains Europa 5 dreiteilige Nieder?urtriebzüge vom Typ FLIRT beschafft. Die werden von der Berchtesgadener LandBahn GmbH, einem Gemeinschaftsunternehmen der Regentalbahn und der Salzburg AG, geleast und eingesetzt. Seit dem 1. März. 2010 verkehren die Züge im grenzüberschreitenden Verkehr via Salzburg bis Golling.
Der FLIRT bei der Vias
Vias, ein Gemeinschaftsunternehmen der Rurtalbahn Düren (RTB) und der Dänischen Staatsbahnen (DSB), hat 19 FLIRT für die RMV-Linie 10 im Rheingaunetz bestellt. Ab Dezember 2010 sollen die 12 vier- und 7 dreiteilige Triebzüge auf der rechtsrheinischen Strecke von Frankfurt über Wiesbaden nach Koblenz zum Einsatz kommen.
Der FLIRT bei der Hessischen Landesbahn
Die Hessische Landesbahn beschafft für die RMV-Linie 40 von Frankfurt über Gießen nach Siegen 6 fünfteilige und 3 dreiteilige Züge, die ab Dezember 2010 fahren sollen.
Der FLIRT bei der Deutschen Bahn
Die Deutsche Bahn hat 5 Exemplare des 5-teiligen FLIRT beschafft und sie zunächst als Baureihe 427 bezeichnet. Inzwischen sind die Züge zur Baureihe 429 umnummeriert. Die 427 wird für die dreiteilige und 428 für die vierteilige Variante genutzt. Die fünf Exemplare der BR 429 der DB Regio verkehren als Regionalexpress auf der Ostseestrecke von Rostock über Stralsund nach Sassnitz bzw. Ostseebad Binz auf der Insel Rügen. Die Züge sind mit einer Cateringstation ausgestattet.
Die Daten des fünfteiligen FLIRT in der Ausführung der Deutschen Bahn AG
- Baureihe: 429
- Anzahl der Fahrzeuge: 5
- Spurweite: 1.435 mm
- Stromversorgung: 15 Kilovolt Wechselstrom
- Achsanordnung: Bo’2’2’2’2’Bo
- Platzangebot: 1. Kl. 15 Sitze, 2. Kl. 226 Sitze, 33 Klappsitze, bis 251 Stehplätze
- Fußbodenhöhe: Niederflur am Einstieg 600 Millimeter, Hochflurbereiche 1.120 Millimeter
- Türbreite: 1.300 mm
- Längsdruckkraft: 1.500 Kilonewton
- Länge über Kupplung: 90.378 Millimeter
- Breite: 2.880 Millimeter
- Höhe: 4.185 Millimeter
- Dienstmasse: 145 Tonnen
- Drehgestellachsstand: Motordrehgestell 2.700 Millimeter, Laufdrehgestell 2.700 MillimeterTriebraddurchmesser: 860/800 Millimeter (neu/abgenutzt)
- Laufraddurchmesser: 750/690 Millimeter (neu/abgenutzt)
- Dauerleistung am Rad: 2.000 Kilowatt
- Max. Leistung am Rad: 2.600 Kilowatt
- Anfahrzugkraft: 200 kN bis 47 km/h
- Anfahrbeschleunigung: 0,87 m/s²
- Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h
