Heutzutage hat sich der Triumphbegriff abstrahiert. Man versteht darunter nunmehr großen Erfolg in einer Angelegenheit zu haben, anstatt, wie im ursprünglichen Sinne, durch Kriegshandlungen große Ehrungen zu erhalten. Was genau war nun der Triumphzug?
Bewilligung und Organisation
Das Ritual des Triumphzuges stand nur Konsuln, Prätoren und Diktatoren zu. Man musste ein solches Amt bekleiden und im Besitz der militärischen Befehlsgewalt sein, um ihn antreten zu können. Das Heer musste den Aspiranten zum Imperator ausrufen. Im geführten Feldzug mussten mindestens 5.000 Feinde eliminiert worden sein.
Bis der Senat den Triumph zuerkannte, hatte der Imperator mit seinem Heer vor den Toren Roms zu warten. Hätte er gewagt, vorher die Bannmeile Roms zu übertreten, hätte er sein Amt verloren. Erst musste er sein Heer entlassen und seine Amtsinsignien niederlegen.
Vorbereitet wurde der Zug durch erfahrene Organisatoren des Heeres. Sie kümmerten sich um die Absperrung des Zugweges, um die Errichtung von Tribünen oder auch um die Herstellung von Schautafeln. Es musste eine Aufstellung festgelegt werden, ebenso wie die besondere Kleidung für den Imperator und die ritterlichen Offiziere. Die Stadt wurde festlich geschmückt.
Zugweg durch Rom
Der Zug sammelte sich auf dem Marsfeld, wo man ein Dankgebet sprach. Von dort zog man durch das Triumphtor (porta triumphalis) in die Stadt Rom ein. Von dort ging es über das Forum Boarium, den Circus Maximus, um den Palantinischen Hügel zum Osteingang des Forums, entlang der Via Sacra zum Jupitertempel, wo dem Gott geopfert wurde. Insgesamt war der Triumphweg relativ kurz, vom Marsfeld bis zum Tempel etwa 3,5 km, so dass der Zug etwa drei bis vier Stunden hätte dauern können.
Aufbau des Triumphzuges
Eröffnet wurde der Zug durch Magistrate und Senatoren. Danach folgten der Musikchor des Heeres sowie die weißen Opferstiere, die Jupiter geopfert wurden. Es folgte die Beutepräsentierung. Der Triumphator zeigte, was er errungen hat. Dann kamen die Gefangenen, gefolgt von den Liktoren (heute vergleichbar mit Leibwächtern) des Feldherren, bevor hierauf der Triumphator auf seinem Stehwagen, seiner Triumphquadriga, zu sehen war. Abgeschlossen wurde der Zug von befreiten römischen Bürger und der siegreichen Armee.
Der gottgleiche Triumphator
Beinahe gottgleich stand der Triumphator auf seinem festlich geschmücktem Wagen. Auf seinem Haupt trug er einen Lorbeerkranz. Lorbeer war die Triumphalpflanze, die auf göttliches Gedeihen verweisen soll. In der rechten Hand hielt der Imperator noch den Lorbeerzweig. In der linken Hand hatte er ein elfenbeinernes Adlerzepter. Um den Hals trug er die bulla, eine Art Amulett. Das Zepter und die bestickte Tunika, die er trug, galten als Jupiterattribute. So wurde der Imperator Jupiter gleichgesetzt. Ein Sklave hilt eine Goldkrone über den Kopf des Feldherren und ermahnte ihn: "Blicke hinter dich, bedenke, dass Du sterblich bist."
Das Ende des Triumphzuges
Der Zug endete vor dem Tempel der obersten römischen Gottheit, dem Jupiter. Der Triumphator erklomm die Stufen des Tempels, betete und legte dann als feierlichen Akt den Lorbeerzweig in den Schoß der Jupiterstatue. Danach wurden die Tieropfer erbracht. Damit war der Zug beendet und es begann das festliche Treiben mit Festmahl für die Senatoren, den Triumphator und seine Familie sowie einigen Würdenträgern. Auch die Soldaten und das Volk wurden bewirtet, allerdings in einiger Entfernung des Imperators.
