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Der Unterschied zwischen Quick-Wert und INR

  • 24.02.2011
  • Alexandra Döll
Blutentnahme zur Bestimmung des Quick oder INR - Rainer Sturm, Pixelio
Blutentnahme zur Bestimmung des Quick oder INR - Rainer Sturm, Pixelio
Bei Marcumar-Patienten wird häufig noch der Quick-Wert bei der Blutabnahme bestimmt. Der INR ist jedoch international gültig.

Bei Präparaten wie Marcumar und Coumadin handelt es sich um so genannte Blutgerinnungshemmer, die die Bildung von Gefäßverschlüssen, die die Bildung einer Thrombose – mit oder ohne Lungenembolie – eines Herzinfarktes oder Schlaganfalls verhindern sollen. In der Akut-Phase nach einem Gefäßverschluss ist in jedem Fall die Einnahme von Blutgerinnungshemmern angezeigt, manche Patienten müssen diese jedoch abhängig von der Grunderkrankung über Jahre oder sogar lebenslang nehmen.

Patienten, die auf Marcumar oder Coumadin angewiesen sind

Zu den medizinischen Indikationen zählen:

  • künstliche Herzklappe
  • mindestens ein Bypass, das heißt eine Umgehung eines Gefäßverschlusses mit einem anderen, intakten Blutgefäß, in der Regel dem Teilstück einer eigenen Vene
  • Herzinfarkt, Vorhofflimmern
  • Schlaganfall
  • Thrombosen, gegebenenfalls mit Lungenembolie
  • Blutgerinnungsstörungen wie etwa das Antiphospholipid-Syndrom (kurz: APS).

Der Quick-Wert beziehungsweise INR gibt unter anderem die Gerinnungszeit (Thromboplastinzeit) des Blutes an, die selbstverständlich bei Marcumar-Patienten länger ist als bei Personen, die keine Blutgerinnungshemmer einnehmen müssen. Abhängig vom individuellen therapeutischen Bereich des Patienten, der auch von der Grunderkrankung abhängt, wird die Dosis an Blutgerinnungshemmern über die Entnahme des Quick-Wertes beziehungsweise INR bestimmt.

Wofür sind Blutgerinnungshemmer gut?

Blutgerinnungshemmer verlängern die Gerinnungszeit des Blutes, um hierdurch die Bildung von Blutgerinnseln zu verhindern. Die Blutgerinnung wird jedoch nie vollständig aufgehoben, es dauert lediglich länger, bis eine Blutung gestoppt ist. Aus diesem Grunde werden bei größeren Blutungen (zum Beispiel nach einem Unfall) oder vor Operationen meistens die Blutgerinnungshemmer abgesetzt. Im Notfall werden Konakion-Tropfen verabreicht, um die Blutgerinnung schnell zu normalisieren. Konakion enthält Vitamin K, den natürlichen Gegenspieler der Blutgerinnungshemmer. Normalerweise wird Vitamin K in der Leber gebildet und über die Nahrung aufgenommen (zum Beispiel über grünes Gemüse wie Erbsen, Spinat, Broccoli, Kohl), die Blutgerinnungshemmer setzen die Bildung von Vitamin K jedoch herab. Bei einem Unfall mit stärkeren Blutungen ist es deshalb notwendig, die Gerinnung schnellstmöglich zu normalisieren. Aus diesem Grunde werden dann Konakion-Tropfen verabreicht.

Manche Marcumar-Patienten müssen zusätzlich zu ihren Blutgerinnungshemmern auch Thrombozytenaggregationshemmer wie ASS oder Aspirin nehmen. Diese verhindern ein Zusammenklumpen der Blutplättchen und unterstützen die Wirkung von Marcumar somit, sie ersetzen sie jedoch nicht. Manche Patienten können nach einiger Zeit nach einem Gefäßverschluss tatsächlich auf die Blutgerinnungshemmer verzichten und nehmen stattdessen nur noch Thrombozytenaggregationshemmer. Hierüber entscheidet jedoch der behandelnde Arzt.

Wozu die Bestimmung des Quick-Wertes oder des INR?

Zu Beginn der Therapie mit Marcumar oder Coumadin wird der individuelle therapeutische Bereich vom behandelnden Arzt festgelegt, das heißt, wie hoch der Quick-Wert sein darf beziehungsweise der INR. Der Arzt kontrolliert den Quick-Wert oder INR mindestens einmal wöchentlich, um hiermit die individuelle Dosis des Blutgerinnungshemmers festlegen zu können. Eine Dosisanpassung ist notwendig, wenn die Werte ober- oder unterhalb des individuellen angestrebten therapeutischen Bereichs liegen. Wird beispielsweise ein therapeutischer Bereich von 20 – 30 Prozent (Quick-Wert) beziehungsweise INR (2 – 3) angestrebt und liegt der Quick-Wert bei 45 Prozent (entspricht in etwa einem INR von 1,5), wäre eine Anpassung der Marcumar-Dosis vorzunehmen. Analog gilt dies auch, wenn der Quick-Wert bei 15 Prozent läge und der INR beispielsweise bei 3,5.

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Patienten, die in einer Klinik oder Arztpraxis an einer Schulung zum Gerinnungsselbstmanagement teilgenommen haben, erhalten von ihrer Krankenkasse ein Gerät zur Bestimmung des Quick-Wertes oder INR. Die dazugehörigen Teststreifen und Nadeln, um Fingerbeerenblut für die Kontrolle entnehmen zu können, verschreibt der behandelnde Arzt.

Quick-Wert und INR

Wie aus den oben genannten Beispielen ersichtlich, verhalten sich Quick-Wert und INR gegenläufig zueinander, das heißt, je höher der Quick-Wert ist, desto niedriger ist der INR. Bei einem hohen INR ist wiederum der Quick-Wert niedrig.

Warum zwei Werte bei der Messung der Blutgerinnung?

Bis heute ist es in vielen deutschen Hausarztpraxen Standard, bei Marcumar-Patienten den Quick-Wert zu kontrollieren. Mit Quick ist in diesem Fall jedoch nicht die englische Übersetzung von schnell gemeint, die Bezeichnung geht vielmehr auf den Amerikaner J. A. Quick zurück, der diese Untersuchungsmethode zur Bestimmung der Blutgerinnung 1952 einführte.

Der INR (International Normierte Relativzahl; International Normalized Ratio) ist jedoch mittlerweile international gebräuchlich, sodass eine einheitliche Bestimmung der Blutgerinnung mittels INR auf der ganzen Welt möglich ist – egal, ob in Spanien, Australien, den USA oder Japan. Aus diesem Grunde werden im Marcumar-Ausweis des Patienten sowohl der angestrebte Quick-Wert als auch der angestrebte INR angegeben. Selbst in vielen deutschen Praxen, bei dem die Marcumar-Dosis über den Quick-Wert festgelegt wird, wird mittlerweile zusätzlich der ermittelte INR angegeben. Insbesondere vor Reisen ins Ausland ist zu empfehlen, neben dem Quick-Wert auch den INR einzutragen, da dieser, wie gesagt, international verstanden wird im Gegensatz zum Quick-Wert.

Quelle:

Dr. med Angelika Bernardo; Dr. med. Carola Halhuber: Gerinnung-Selbstbestimmung leicht gemacht. Begleitbuch für das Schulungs- und Behandlungsprogramm mit oraler Gerinnungshemmung (SPOG). 5. überarbeitete Auflage, Stuttgart 2006

Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt - nicht ersetzen kann.

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Bildnachweis:

Blutentnahme: © Rainer Sturm, Pixelio

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Alexandra Döll, Autorin, Marina Hong, Düsseldorf

Alexandra Döll - Persönliche Daten: geboren 1974 in Essen, wohnhaft ebendaFamilienstand: ledig, keine KinderAbitur 1993, anschließend ...

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