
- Lara Morgan: Der Verrat der Drachen - Penhaligon
Der Verrat der Drachen hat die Menschen von Saranthium hart getroffen. In der Hauptstadt Salmut bereiten sich die ehemaligen Drachenreiter und die Glaubenstreuen auf die Invasion von Azoth, dem Herrn der Drachen und gefallenen Gott, und seiner Truppen vor. Doch die junge Führerin Nilah, die nach dem Tod ihrer Mutter frisch auf den Thron gekommen ist, schafft es nicht, ihren Rat gegen Azoth zu vereinen. Daher ruhen die Hoffnungen der Menschen auf den Zwillingen Shaan und Tallis, die von Azoth anstammen und über große magische Kräfte verfügen. Außerdem streben die Glaubenstreuen ein Bündnis mit den Wüstenclans an. Und schließlich wird die Welt davon erschüttert, dass die vier Geschwister-Göttervon Azoth zurückkehren …
Im Mittelpunkt des Fantasy-Buchs „Der Verrat der Drachen“ stehen die Zwillinge Shaan und Tallis
Mit „Der Verrat der Drachen“ (Betrayal) setzt Lara Morgan ihre mit „Der Herr der Drachen“ begonnen Geschichte um den Kontinent Saranthium fort. Dessen Gestaltung ist an Morgans Heimat Australien angelehnt, mit fruchtbaren Küstengebieten und Wüste in der Mitte, in der traditionsbewusste Clans leben. Hatten in Band 1 die Beschreibung der Welt und das Leben ihrer Bewohner noch einen sehr breiten Raum eingeräumt bekommen, so stehen in „Der Verrat der Drachen“ vor allem die Beziehungen zwischen den Personen im Vordergrund. Leser bekommen am meisten Einblick in die Gefühlswelt der Zwillinge Tallis und Shaan, doch auch aus der Sicht von Tuon, die beste Freundins Shaans, und Balkis, der oberste Drachenreiter, werden einige Passagen erzählt. Leider gibt es auch Kapitel, in denen das Vorgehen der vier zurückgekehrten Götter beschrieben wird. Während die Menschen noch hoffen, dass die Götter ihnen helfen, wissen die Leser längst, dass dem nicht so sein wird.
Hier will Lara Morgan wohl deutlich machen, in welchen Konflikt Menschen geraten, wenn sie sich von Göttern abhängig machen und ihr Schicksal nicht selbst in die Hand nehmen. Die Frage der Selbstbestimmung über das eigene Leben zeigt sich auch in der Haltung von Tallis und Shaan zur Prophezeiung, die die Rückkehr von Azoth und den Verrat der Drachen vorhergesagt hat. Vor allem Tallis will sich nicht an die Prophezeiung binden. Shaan unterwirft sich ihr und dem Willen der Clan-Götter; welcher der Zwillinge mit seiner Haltung richtig liegt, wird Morgan jedoch erst im dritten Band verraten.
Lara Morgan begeht bei den Schlachtenszenen in „Der Verrat der Drachen“ grobe Fehler
Während es Morgan gelingt, ihre Charaktere überwiegend glaubwürdig darzustellen, sind die Kampf- und Schlachtenbeschreibungen völlig missraten. Allein beim Anblick der Zahlen hätte deutlich werden müssen, dass ein Kampf von einem Dutzend Drachen gegen 300 ziemlich schnell vorbei sein muss, wenn die unterlegene Partei keine anderweitige Unterstützung bekommt. Auch dürften zwei Bogenschützen kaum eine Salve abfeuern und Dutzende Feinde, die sich in einem Dorf verschanzt haben, töten können. Man muss kein Experte für die Bedeutung von Gelände für Schlachten, für Taktik und Bewaffnung sein, um zu erkennen, dass Morgan keinen Sinn für das Militärisch hat.
Mit „Der Verrat der Drachen“ ist die Geschichte der Zwillinge von Saranthium noch nicht vorbei. Für Band 3 gibt es jedoch noch keinen Erscheinungstermin. Lara Morgan hat zunächst eine Science-Fiction-Reihe begonnen und im Oktober 2010 das erste Buch der „Rosie Black Chronicles“ veröffentlicht.
Lara Morgan: Der Verrat der Drachen. Penhaligon 2010. Gebundene Ausgabe, 560 Seiten. Euro 19,99 (Österreich 20,60).
